Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)

Társasági élet, szórakozás - Hannes Stekl: Stadtjubiläum und bürgerliche Identität: Wiener Neustadt 1192–1892

Gäste aus Ungarn besonders herzlich begrüßte, die Konflikte der Vergangenheit für begraben erklärte und die friedliche, nachbar­liche Freundschaft unter dem gemeinsamen Herrscherhaus heraus­strich (Hinweise auf real vorhandene Spannungen zwischen den beiden Reichshälften blieben tunlichst verschwiegen). Für das Stadtoberhaupt waren es nun die äußeren Feinde Österreichs, gegen die Wiener Neustadt als Sitz der Theresianischen Militär­akademie seine alte Rolle eines „Bollwerks" weiterhin erfüllen konnte. Doch die deutschtümelnde Presse blieb weiter auf der Hut: Als „Wache an der Ostgrenze der deutschen Erde" kämpfte sie nun­mehr mit „den Waffen des Geistes", daß „Bildung und Gesittung, Freiheit und Deutschtum in unseren Landen erhalten und gefördert werden." Abermals erfolgte die Berufung auf das Vorbild des An­fangs; neuerlich wurden spezifische Tugenden wie Fleiß, Tüch­tigkeit und „Geist" zu den gleichsam genetisch vorgegebenen Eigenschaften einer - und zwar der deutschen - Nationalität hoch­stilisiert; und wieder war die Feindbilder austauschbar: Konser­vative, Klerikale, Slawen, Magyaren etc. Doch zur Konstruktion des Selbstbildes als mündige Stadt- und Staatsbürger, als treue Untertanen des Landesherrn und als selbst­bewußte deutsche Österreicher wurden nicht nur historische Tra­ditionsstränge bis in die Gegenwart gezogen. Identitätsbildung erfolgte auch durch die Metapher einer (im Geiste des liberalen Bürgertums) positiv bewerteten Moderne: Anschluß an die über­regionalen Verkehrsverbindungen bedeutete Einbindung in wel­tumspannende Wirtschaftsnetze; die Industrie bildete eine der Wegbereiterinnen von Kultur; Bildung und Wissen dienten sowohl der individuellen Selbstverwirklichung als auch zum Wohle der gesamten Gesellschaft; „Freiheit" und „Fortschritt" stellten vor­rangige Handlungsmaximen dar; gemeinsame Leistungsbereit­schaft galt als Garant für eine glückliche Zukunft. Die Festteilnehmer - zwischen Exklusivität und Offenheit Im Zuge der Vorbereitungsarbeiten gab Stadtkämmerer Rau, die treibende Kraft des Vorhabens, der Zuversicht Ausdruck, daß „es 402

Next

/
Thumbnails
Contents