Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)

Társasági élet, szórakozás - Hannes Stekl: Stadtjubiläum und bürgerliche Identität: Wiener Neustadt 1192–1892

durch einmütiges Zusammenwirken aller Localpatrioten gelingen werde, ein der Stadt würdiges Gedenkfest zu feiern." 20 Und so galt das Lob der Zeitungen dann auch dem Schmuck der Gebäude mit Kränzen, Bildern, Wappen und Inschriften. Privates Engagement war auch beim Wiederaufbau der Türme der Stadtpfarrkirche gefragt. Zu den Gesamtkosten in der Höhe von 340 000 Gulden hatten die „wackeren Mitbürger mit Anstrengung aller Kräfte" schließlich 40 000 Gulden beigetragen; zur Inangriffnahme des Vorhabens war der Turmbauverein freilich auf Zuschüsse von Staat (120 000 Gulden) und Land (das wie die Stadtgemeinde je 60 000 Gulden beisteuerte) angewiesen. Die Feier der Grundsteinlegung galt in den Augen der Zeitgenossen jedenfalls als Gemeinschafts­leistung, bildete sie doch „das äußere Zeichen für die in den Herzen aller (Hervorherbung d. Verf.) Bewohner lebende Sehnsucht, .. .die Wahrzeichen Neustadts in neuer Pracht und Schönheit erstehen zu sehen." 21 Der Appell des Stadtrates schloß freilich jene Bevölkerungs­gruppen aus, welche weder Zeit noch finanzielle Mittel für eine Mitwirkung aufbringen konnten. Damit war eine Engführung des Begriffs der „Localpatrioten" auf den Kreis der Honoratioren, der Haus- und Kapitalbesitzer und damit auf eine Kerngruppe des Stadtbürgertums vollzogen. Konsequenterweise spiegelte auch das repräsentative Auftreten der Festteilnehmer die hierarchische Struktur der städtischen Gesellschaft wider. Ein wichtiges inneres Distinktionsmittel bildete die politische Position. Bei der Begrüßung hochrangiger Ehrengäste sowie bei sämtlichen Veranstaltungen waren es die Mitglieder von Stadt- und Gemeinderat, welche als die offiziellen Vertreter von Wiener Neu­stadt agierten. Vor allem Bürgermeister Haberl, dessen Wieder­wahl am Beginn des Jubiläumsjahres als Anerkennung für seine zahlreichen Verdienste um die Stadt betrachtet worden war und der vielen als der geeignete Repräsentant der Gemeinde im Jubiläums­jahr erschien, erfüllte als die in ihn gesetzten Erwartungen in vol­lem Umfang. Eine besondere Rolle im Rahmen der exklusiveren Programmpunkte erhielten weiters auch die kirchlichen Würden­träger, der Kommandant der Militärakademie sowie andere hervor­403

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