Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)
Társasági élet, szórakozás - Hannes Stekl: Stadtjubiläum und bürgerliche Identität: Wiener Neustadt 1192–1892
gehoben. Für den Kriegsfall versprach man „die Waffen zum Schutze des Kaisers und des Vaterlandes zu erheben, eingedenk der tapferen Vorfahren, eingedenk der alten Treue" 13 ; in Friedenszeiten aber sollte das Korps Zeugnis davon ablegen, „daß der Patriotismus und Bürgersinn..., der unsere Vorfahren allerwege ausgezeichnet hat, auch heute noch in ungeschwächter Kraft die Epigonen ziert." 14 Auch für der Gesamtbevölkerung trat an die Stelle der früheren Wehraufgaben als neue Sinngebung eine uneingeschränkte und daher auch nicht näher definierte Solidarität mit Kaiser und Vaterland: „Aber die alte, angestammte Treue zu dem Herrscherhaus blüht fort, und kann sie sich nicht mehr durch Aufopferung des Blutes ihrer Bürger erzeigen, so äußert sie sich wiederholt durch freiwillige Lasten, die sie sich zu Gunsten des Vaterlandes auferlegt." 15 Bürgermeister Dr. Haberl unterstrich ebenfalls die Treue der gesamten Stadt gegenüber dem Landesfürsten - „unberührt vom Wechsel der Zeiten, unverändert im Wandel der Verhältnisse" - als ein „theueres Vermächtnis" der Vorfahren. 16 Einmal mehr zeigt sich, wie stark Jubiläen zur Ausbildung eines statischen Geschichtsbewußtseins neigen. Mit der Integrationsfunktion von historischem Gedenken nach innen korrespondierte aber auch in Wiener Neustadt die bei Jubiläen häutig anzutreffende Funktion der Abgrenzung nach außen. Durch die Schaffung von Negativklischees sollte sich die heterogene Bevölkerung leichter als geschlossene Gruppe verstehen. 17 Nach den holprigen Versen eines Festgedichts diente die Schutzaufgabe der Stadt zur Abwehr „all (der) ungeschlachten Gäste, (die aus den Steppen wilder Barbarei) herstürmten, lüstern nach dem duftgen West". 18 Unter diesen „Barbaren des Ostens", konnten recht beliebig Türken wie auch andere Völkerschaften verstanden werden: „Gegen Ungarn, Welsche, Wenden, wahren wir die Grenzen Dir", gelobte ein steirischer Ritter Leopold V. in einer anderen Festdichtung. 19 Auch Bürgermeister Dr. Haberl bezeichnete die Stadt als „wahre, feste, treue, deutsche Wacht. .. gegen alle andringenden Feinde aus Osten". Gleichzeitig bemühte er sich aber um den Abbau von mehr oder weniger latent vorhandenen Animositäten gegenüber dem Nachbarland, wenn er in seiner Festrede die 401