Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)

Társasági élet, szórakozás - Hannes Stekl: Stadtjubiläum und bürgerliche Identität: Wiener Neustadt 1192–1892

des „Glaubensfriedens" lobten), die Hinrichtung der Grafen Zrínyi und Frangepan als Anführer der „Magnatenverschwörung" von 1671, die Verleihung des Banners mit den Aufschriften „Pro Caesaré et Religione" und „Semper fidelis Civitas Neostatensis 1704" durch Leopold I., der kurze Aufenthalt von Kaiser Josef II. und Papst Pius VI. im Jahr 1782. Das Gedenken an Niederlagen und Katastrophen wieder rückte nur bestimmte Facetten der Ereignisse in den Vordergrund: bei der Belagerung des in der Stadt weilenden Kaisers Friedrich III. durch ein Ständeheer im Jahr 1452 standen die Heldentaten des steiri­schen Ritters Andreas Baumkircher im Mittelpunkt, während der Erfolg der Angreifer und die Auslieferung von Ladislaus Post­humus unerwähnt blieben; die Besetzung durch den Ungarnkönig Mathias Corvinus, dem sich die Stadt 1487 ergab, wurde aus­schließlich auf die schlechte Versorgungslage zurückgeführt; nach dem verheerenden Stadtbrand von 1834, bei dem fast die gesamte innere Stadt und die Wienervorstadt vernichtet wurden, offenbarten sich die Tugenden der Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe sowie die Energie zu einem zügigen Wiederaufbau. Doch die kollektive Selbstvergewisserung der Bürgerschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts beruhte vor allem auf der gleichsam generationenübergreifend sozialisierten (und somit scheinbar über­zeitlich gültigen) militärischen Verteidigungs- und Opferbereit­schaft der Stadt. Dabei verschmolzen das Vorbild der Ahnen und die Treue zu den Babenbergera sowie namentlich zum Haus Habs­burg zu einer unauflösbaren Einheit: „Die Geschichte stellt den Neustädter Bürgern das ehrenvolle Zeugnis aus, daß sie stets wacker und mannhaft, ihrer Bestimmung gemäß, das Schwert gegen Osten zückten und tapfer, siegreich und ruhmvoll ihre Stadt, ihre Fürsten und das Land gegen die andringenden Feinde vertei­digten", betonte Bürgermeister Dr. Haberl in seiner Festrede. 11 Es war das Wiener Neustädter Bürgerkorps, in dem man die alte stadtbürgerliche Wehrhaftigkeit noch unverfälscht verkörpert sah. Ihr Weiterleben wurde - ungeachtet des Verlustes der früheren Verteidigungsfunktion der Stadt und trotz unverkennbarer Mängel in der Ausrüstung des Verbandes 12 - stets nachdrücklich hervor­400

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