Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)

Elit - Sigrid Freisleben: Politische Eliten – der Gemeinderat von Wiener Neustadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert

Von den insgesamt 62 Gemeindeausschüssen war von 45 die re­gionale Herkunft bekannt: Fast die Hälfte (22), vor allem Fabri­kanten und Gewerbetreibende, waren gebürtige Wiener Neustäd­ter; bei den Angehörigen der freien Berufe, Beamten und Lehrer handelte es sich größtenteils um Zuwanderen In Kindlers Amtszeit wurde Wiener Neustadt 1866 zur Statu­tarstadt erhoben. 20 Die Stadtgemeinde erhielt dadurch neben dem selbständigen auch einen übertragenen Wirkungskreis. Durch das Statut wurde der „Gemeindeausschuß" in „Gemeinderat" umbe­nannt. Er war das beschließende und überwachende Organ inner­halb der Gemeindeverwaltung. Der (ursprüngliche) „Gemeinderat" wurde zum „Stadtrat", der verwaltende und vollziehende Funktion innehatte. Der Gemeinderat in Wiener Neustadt bestand weiterhin aus 30 Gemeinderäten - je zehn Mitgliedern pro Wahlkörper -, Ersatz­männer gab es keine mehr. Die Gemeinderatsmitglieder wurden auf drei Jahre gewählt, wobei jährlich ein Drittel ausschied und durch Ergänzungswahlen ersetzt wurde. Es gab sechs Stadträte und einen Bürgermeister, dessen Wahl vom Kaiser bestätigt werden mußte. Das Statut trat erst mit der im Dezember 1867 gewählten neuen Ge­meindevertretung in Kraft, die auch einen neuen Bürgermeister wählte: Moritz Schwendenwein (1818-1890). Der in Wiener Neu­stadt geborene Hausbesitzer und Rentier war bereits 1861 in den Gemeindeausschuß und später zum Gemeinderat sowie zum Käm­merer gewählt worden. Für seine Verdienste um die Gemeinde er­hielt er 1874 den Franz Josephs-Orden. Schwendenwein war Mit­glied, Vorsteherstellvertreter, Vorsteher und Direktor der Wiener Neustädter Sparkasse. Mit ihm kamen die liberalen Kräfte in der Gemeindepolitik endgültig an die Macht. Das berufliche Profil der Gemeinderäte hatte nunmehr gewisse Änderungen erfahren (vgl. Tabelle 3). Es dominierte zwar weiter­hin (besonders im 2. und 3. Wahlkörper) das Gewerbe, doch war die Gesamtzahl seiner Vertreter eindeutig rückläufig (von 27 auf 17 Mandatare). Die verstärkte Mobilität der Bevölkerung zeigte sich (im Gegensatz zu den Realitätenbesitzem) auch an dieser Gruppe; nur vier der Mandatare waren gebürtige Wiener Neustädter. „Ge­102

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