Vállalkozó polgárok a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1994. október 13-14. (Veszprém, 1995)

Hannes Stekl: Unternehmer in Klein- und Mittelständten Österreichs (1848–1918)

zeichen das Gedenken an Personen, unterstrichen deren Vorbildfunktion, dokumentierten überzeitliche Herrschaftsansprüche — und wurden so zu wichtigen Instrumenten bürgerlicher Selbstdarstellung. Das Denkmal für den Waffenindustriellen Josef Werndl 8 wurde von dem bekannten Bildhauer Victor Tilgner geschaffen und 1894 auf der stark frequentierten Promenade von Steyr (Oberösterreich) enthüllt. Es vereinigte historische Reminiszenzen mit den herausragenden Attributen des Verstorbenen. Die naturalistisch dargestellte Figur stand auf einem Granitsockel und zeigte den Fabrikanten in Alltagskleidung mit Geweh­ren, den Produkten seines Unternehmens, in der linken Hand. Seine Rech­te wies in patriarchalischer Geste auf die Sockelfiguren: Einen ergrauten Arbeiter mit einem Medaillon von Werndls Vater, dadurch auf Pietät ge­genüber den Vorfahren und auf Kontinuität anspielend (dabei war Werndls Werhältnis zu seinem Vater alles andere als ungetrübt); einen begeistert zu Werndl aufblickenden jungen Schaftarbeiter, das Symbol für die Loyalität der Arbeiterschaft; einen Schmied und einen Armatur­arbeiter, beide Hinweise auf die kontinuierliche Bedeutung von hand­werklichem Geschick und Präzision für die Fertigung hochwertiger Produkte. 9 2. Unternehmer und Politik Das politische Wirken eines Unternehmers kam unterschiedlichen Anlie­gen entgegen: Den Bemühungen wahlwerbender Honoratiorengruppen oder Parteien um die Nominierung prominenter, sachkundiger und durchschlagskräftiger Persönlichkeiten einerseits, den Bestrebungen der wirtschaftlich Selbständigen um Absicherung oder Ausweitung ihrer Marktchancen und ihrer vielfältigen Einflußsphären andererseits. Sofern die Betriebsführung stark an die Person des Unternehmers gebunden blieb, konzentrierte sich sein ehrenamtliches politisches Engagement aus Zeitgründen überwiegend auf den kommunalen Bereich, der vielen als ei­gentlicher Raum der politischen Partizipation mit weitreichenden indivi­duellen Gestaltungs- und Steuerungsmöglichkeiten galt. Hier sicherte zudem das Zensuswahlrecht mit der Eingliederung der Höchstbesteuer­ten in den ersten Wahlkörper bis zum Ende der Monarchie eine bevorzug­te Stellung. 52

Next

/
Thumbnails
Contents