Stach Reinhard – V. Fodor Zsuzsa (szerk.): Német iskolai faliképek 1880–1980 között. Kiállítás a Duisburgi egyetem általános főiskolai karának iskolatörténeti gyűjteményéből (Veszprém, 1989)
Eine gesicherte Position im Lehrplan aller Schulen besaß das Drama „Wilhelm Teil" von Friedrich von Schiller (1759-1805). In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts produzierten verschiedene Verlage Wandbilder zu diesem Thema. Die umfassendste Serie mit fünf Bildern ist im Verlag von Rudolf Schick in Leipzig 1920 erschienen. Die Bilder veranschaulichen. „Der Schwur auf dem Rüth", „Teil als Familienvater", „Der Apfelschuß", „Teils Flucht" und „Geßlers Tod". Auf dem Bild (Abb. 22) von Osmar Schindler (1869-1927) ist die Dramatik des Geschehens zu sehen. „Durch diese hohle Gasse muß er kommen; Es führt kein andrer Weg nach Küßnacht - Hier Vollend' ich's — Die Gelegenheit ist günstig. Dort der Holunderstrauch verbirgt mich ihm, Von dort herab kann ihn mein Pfeil erlangen; Des Weges Enge wehret den Verfolgern. Mach deine Rechnung mit dem Himmel, Vogt! Fort mußt du, deine Uhr ist abgelaufen". Die Entwicklung von Wandbildern zur deutschen Dichtung ist von dem Gedanken getragen, Literatur und Malerei in Einklang zu bringen. Die Kunsterziehungstage zu Beginn des Jahrhundert betonen die ästhetische Erziehung. Das Wandbild „Die Kapelle" (Abb. 20) versucht den Inhalt des gleichlautenden Gedichtes von Ludwig Uhland (1787-1862) wiederzugeben. Das Gedicht ist als Lied vertont und Generationen von Schülern bekannt. Die „Würmlinger Kapelle", die dem Dichter Uhland vorschwebte, ist hier getreu wiedergegeben. Es handelt sich um eine Friedhofskapelle. Sie liegt auf dem Berg, und das Geräusch des Lebens dringt nicht bis an die Stätte, wo die Toten ruhen. Das Bild des Malers Carl Max Müller-Wachsmuth schwankt in der Darstellung zwischen Realismus und Pathos. Diese scheinbare Unausgewogenheit veranschaulicht den Inhalt des Gedichtes zutreffend. Friedrich von Schiller und Johann Wolfgang von Goethe sind die klassischen deutschen Dichterfürsten. Das Bild „Vor dem Goethehaus zu Weimar" (Abb. 23) zeigt den Augenblick, wo Schiller nach vierzehntägigem Aufenthalt am 27. September 1794 von Goethe auf der Haustreppe Abschied nimmt. Goethes Arm liegt kameradschaftlich auf der Schulter des jüngeren Freundes. Mit seinen dekorativen Beigaben vermittelt das Bild zugleich einen lebendigen Eindruck jener Zeit, als Weimar ein geistiger Mittelpunkt Deutschlands war. Hauptgegenstand der Bilder zum Religionsunterricht sind ausgewählte Perikopen der biblischen Geschichte des Alten und Neuen Testamentes. Ein zentrales Ereignis in der Genesis ist die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies, der Sündenfall. Um einen Vergleich zu ermöglichen, sind vier themengleiche Bilder aus verschiedenen Epochen ausgewählt worden. Sie verdeutlichen den Wandel der künstlerischen Gestaltung. Aus der Darstellung von Philipp Schumacher (Abb. 29) aus dem Jahre 1913 gehen sehr eindrucksvoll Stilelemente des Jugendstils hervor: die Blatt- und Blumenornamentik. Inhaltlich auffallend gegenüber den anderen Darstellungen ist der Hinweis auf die Erlösung. Sie wird veranschaulicht durch Maria mit dem Jesuskind in der Rosette am oberen Bildrand. Während die ersten beiden Bilder (Abb. 28 u. 29) in den Farben hell und bunt sind, überwiegen in den beiden späteren Bildern (Abb. 26. u. 27) die dunklen Farben. Das jüngste Bild aus dem Jahre 1966 von Thomas Zacharias wird am oberen Bildrand durch einen schwarzen Riegel geschlossen. Es entsteht ein scharf geschnittener Horizont, dessen Biegung an die gekrümmte Erdoberfläche erinnert. Die Erde ist wüst und kalt. Schwarzes Gestrüpp ist über die Bildfläche verstreut. Die Erde erscheint als Jammertal. Die beiden Menschen sind ins untere Eck dieser Wildnis verstoßen. Sie erscheinen klein gegenüber der Weite des Raumes. Gegenüber den anderen Bildern fehlt hier auch der Cherub mit dem Flammenschwert, der die Paradiespforte versperrt. Verdeutlicht wird vielmehr die Wirrnis des menschlichen Weges in dieser Welt, die trostlose Finsternis, die sich zwischen Gott und den Menschen geschoben hat. So beherrscht trotz der abstrakten Darstellungsweise der Sündenfall eindrucksvoll das Bild. Der biblische Text zum Bild lautet: Gott sprach: Siehe, der Mensch ist nun geworden wie einer von uns, indem er Gutes und Böses erkennt. Nun aber, damit er nicht seine Hand ausstrecke und auch noch vom Baum des Lebens nehme und ewig lebe, wies Gott ihn fort aus dem Garten von Eden, das er die Erde bebaue, von der er genommen war. So trieb Gott den Menschen hinaus und stellte östlich vom Garten von Eden die Cherube mit dem flammenden Schwert. Die Wandbilder zum Geschichtsunterricht verstehen sich als visuelle Quellen. Sie ersetzen zwar die textliche Darstellung nicht, vermögen sie aber anschaulich zu ergänzen. Inhaltlich reichen die Darstellungen von der Mythologie über die römische Geschichte (Abb. 30) bis zur jüngsten' Vergangenheit und Gegenwart. Sie enthalten zahlreiche Informationen über den Geist der jeweiligen Zeit, vermitteln aber auch Aussagen über Geschichtsauffassungen aus den Epochen, in denen sie gemalt wurden. Diese Doppelschichtigkeit macht sie zu interpretationsträchtigen Dokumenten. Der Gott Donar (Abb. 32) spielt in der altgermanischen Mythologie eine bedeutende Rolle. Er galt als 29