K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

ZSIDI, PAULA: Die Änderung der Siedlungsstruktur in der Umgebung von Aquincum (Stadtgebiet von Budapest)

sekundär verwendet, darunter ein Steinkopf, der zu einem Grabstatue gehören konnte. Die originell lebensgroße Kalksteinstatue hat eine den einheimischen eraviskischen Tracht tragende Frau, wahrscheinlich aus dem Kreis der heimischen Aristokratie dargestellt. Der das Gräberfeld südlich grenzende Parelellgraben hat vermutlich als Markung für Gebietvermessung gedient. Die Ausgrabungen dienten auch mit anderen Gründen dafür, warum die Spuren der Villenanlagen aus dem 2. Jahrhundert nicht gefunden wurden. Aus dem Zeitraum ist nämlich insgesamt nur ein einziger Steinbauwerk bekannt, der auf ein auch als wirtschaftliches Zentrum funktionierendes Gebäude hindeutet. 24 Auf einem anderen Fundort, ebenfalls auf einem Gebiet nahe zur Stadt, wurde unter dem späteren Steingebäude ein wirtschaftliches Bauwerk mit Spuren einer Holzkonstruktion gefunden. 25 Dieses Bauwerk weicht in seinem Charakter und seiner Struktur von den Gebäuden mit dörflichem Charakter ab. Der Zeitraum der Kolonie (von 194 bis Mitte des 4. Jahrhunderts) (Abb. 5) Die nächsten durchgreifenden Änderungen geschahen auf dem Territorium der Stadt in dem den Markomannenkriegen folgenden Zeitraum, während des severischen, wirtschaftlichen Aufstiegs, nach 194, als die Zivilstadt den Rang einer Kolonie erhielt. Aus diesem Zeitraum ist der Name mehrerer dutzenden städtischen Amtsträgem ­zugleich auch Gutsbesitzer - aus dem engeren Territorium der Umgebung der Zivilstadt bekannt. 26 Das beweist gut, dass die Ausnützung und Besiedlung der Grundstücke intensiver als früher geworden ist. Aufgrund der neueren Forschungen kann es festgestellt werden, dass die Auflassung der einigen früheren einheimischen Siedlungen und die Gründung der in der unmittelbaren Nähe errichteten Villenanlagen fielen zeitlich zusammen. Im Fall der schon erwähnten Villa am Csúcshegy kann man gut beobachten, dass das nahe liegende Dorf in gleicher Zeit mit dem Bauen der früher schon hier freigelegten und in den ersten Jahrzehnten des 3. Jahrhunderts schon mit Sruckverzierung dekorierten Villa, nicht mehr existierte. 27 Ob diese Änderungen zugleich die Neuteilung der Gebiete und der Grundstücke mit sich gebracht haben, kann man nur annehmen. Die in der letzten Forschungsperiode geborgenen Villen (Csillaghegy, 28 Szőlőkert Straße, 29 Kaszás dülő - Csikós Straße, 30 Mocsáros dülő 31 ) mit den schon bekannten Villen (Békásmegyer, Csúcshegy, Testvérhegy, usw.) 32 ergänzt gehörten aufgrund ihrer Anordnung zu der am nahesten zur Stadt liegenden, in großen Zügen eine nord-südlicher Richtung folgende Gutreihen. Die Anordnung der Anlagen unterstütz es auch wieder, dass mit keiner Großgrundbesitze in der Grenzzone, in der Umgebung des Provinzsitzes gerechnet werden kann. 33 Unsere geringe Kenntnisse über die im südlich von Aquincum liegenden Teil des Territoriums hat auch die letztere Forschungsperiode mit keinen beträchtlichen neuen Ergebnissen ergänzt. Es ist jedenfalls zu merken, dass die Gebietsnutzung im Anziehungskreis des Provinzsitzes weitaus intensiver war.

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