K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
ZSIDI, PAULA: Die Änderung der Siedlungsstruktur in der Umgebung von Aquincum (Stadtgebiet von Budapest)
Die spätrömische Periode (zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts - 5. Jahrhundert) (Abb. 6) Im spätrömischen Zeitraum hat man manche Villen auch weiter benutzt, öfter wurden sie geschützter gemacht (Villa von Mocsáros dülő, Kaszás dülő, Villen am Csúcs-Berg, bzw. von Békásmegyer), 34 sowie sie unterstützen die Refugiumrolle der Villen in dem Zeitraum der Auflösung der römischen Verwaltung. Darauf deutet die Verdichtung der aus dem 5-7. Jahrhundert stammenden Funde in der Zone der Villen hin. 35 In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts, gleichzeitig mit der Abnahme der städtischen Bevölkerung, erschienen Siedlungen von neuem Typ im Hintergrund des Limes. Die neue Strategie des spätrömischen Grenzschutzes hat das früher eine Linie bildende Verteidigungssystem ausgebreitet und mehrere in größere Entfernung von der früheren Grenze liegenden Garnisonen in erster Reihe für die Beschützung der Straßen errichtet. Eine solche, für Beschützung verpflichtete Volksgruppe von barbarischer Abstammung ließ sich in dem beim heutigen Gazdagrét geborgenen Gräberfeld bestatten. 36 Die Spuren der Vermessung des Territoriums von Aquincum in der späteren Topographie der Stadt Mit der Römerzeit endet aber die Geschichte nicht, die damalige Vermessung des Gebietes und die gut ausgewählten Straßenlinien haben die Siedlungsstruktur des Gebietes für lange Jahrhunderte bestimmt. Die gewissen Regelmäßigkeiten der Topographie von Aquincum, der Zusammenfall der auf den Landkarten des 18-19. Jahrhunderts angegebenen Feldwegen und der Richtung des antiken Straßennetzes haben die Möglichkeit erschafft, das System der centuriatio auch in der Umgebung von Aquincum - und zwar als nur ein Versuch - zu rekonstruieren. 37 Die zwei wichtigsten Vermessungslinien waren - aus dem Standpunkt sowohl des Territoriums, als auch der Stadt - die aus groma des Legionslagers 38 ausgehende beinahe nord-südliche und ost-westliche Linien. Diese beiden Linien erschienen auf den Karten des 18-19. Jahrhunderts über Pest, Buda und Óbuda, und der damaligen Strassennetz der Stadt zeigt eine gewisse Regelmäßigkeit auch auf den sich femer von der römischen Stadt erstreckenden Orten, sogar kann das rechteckige System auch am linken Ufer der Donau beobachtet werden. 39 (Abb. 7) Wenn die wichtigsten Elemente der antiken Topographie auf dieser Landkarte markiert werden (das Legionslager von Aquincum, das Lager von Albertfalva und die Festung Contra Aquincum am linken Ufer), ist es gleich bemerkbar, dass sie zum Strassensystem des 18-19. Jahrhunderts, welches nach aller Wahrscheinlichkeit die Spuren der originalen, römischen Absteckung bewahrte, passen. Die bekannten Villenanlagen des Territoriums des Munizipiums fügten mit aller Sicherheit in dieses System. Die auf kleinen Flächen durchgeführten Ausgrabungen von verhältnismäßig kleiner Anzahl sind aber in sich selbst vorläufig nicht ausreichend für eine ausführliche, detaillierte Darstellung der antiken Bodenverteilung.