K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
TOMANIC-JEVREMOV, MARJANA: Das Handwerksstadtviertel des römischen Poetovio
MARJANA TOMANIC-JEVREMOV DAS HANDWERKSSTADTVIERTEL DES RÖMISCHEN POETOVIO Einführung Ptuj gehört zu seltenen Städten, wo man fast eine ununterbrochene Besiedlung seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. finden kann. Sie wurde durch die günstige geographische Lage am Rande der ertragfähigen Pannonienebene bedingt, wo sich auch bedeutende Verkehrswege kreuzten. Durch die Stadt verlief die altertümliche „Bernsteinstraße", an der sich Siedlungen aus verschieden archäologischen Ären anreihten. Die größte Blütezeit in ihrer Geschichte erlebte die Siedlung am Drava-Fluss zur Römerzeit. Sie entwickelte sich aus einer Militärfestung, einem neben liegenden Zivilweiler - canabae und aus einer Siedlung der Eingeborenen, von der die Stadt auch den Namen Poetovio übernommen hatte. Die Stadt, dass an beiden Ufern des Drava-Flusses und and der Kreuzung zweier bedeutsamen Verkehrswege (der „Bernsteinstrasse", die von Römern modernisiert wurde, und des schiffbaren Drava-Flusses) erbaut worden war, erreichte im 2. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts ihren größten Umfang und wurde zur größten Stadt auf dem Gebiet des heutigen Slowenien. Poetovio mit seinem starken Agrarhinterland entwickelte sich zu einem einflussreichen Verwaltungs-, Handwerks - und Handelszentrum. Die Stadt, die sich and der Hauptstaatsstrasse Aquileia-Savaria erstreckte, kann man in großen Zügen in vier Stadteile aufteilen, die sich verhältnismäßig selbstständig entwickelten. Im Westen (heute Spodnja Hajdina) erstreckte sich das Geschäfts- und Handelsstadtviertel, auch Vicus Fortunáé genannt, von dort bis zum Fluss Drava (heute Zgornji Breg und ein Teil von Spodnja Hajdina) befand sich das RepräsentationsStadt viertel mit reich ausgestatteten Gebäuden. Jenseits des Flusses bis zum Bach Grajena befand sich das Verwaltungsstadtviertel mit dem Forum (heute der Schlossberg, der Museumsplatz, ein Teil von Vicava und der Panoramahügel), östlich vom Bach Grajena und westlich von Ljudski vrt, im ehemaligen Ort Rabelcja vas lag das Handwerksstadtviertel. Das Handwerksstadtviertel Die Geschichte archäologischer Forschungsarbeiten Bis 1973 waren einige Einzelfunde, die Römerstrasse 1 und zwei Ziegelbrennöfen entdeckt worden, die aber nicht gänzlich erforscht wurden. 2 Im Jahr 1973, anlässlich des maschinellen Erdaushubs, stieß man ganz zufällig dicht an der Erdoberfläche auf römische Ziegelbrennöfen. In der Absicht deren Umfang abzugrenzen, begann das