K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
TOMANIC-JEVREMOV, MARJANA: Das Handwerksstadtviertel des römischen Poetovio
Regionalmuseum Ptuj mit Sondierungen des Baugeländes, die dann von der Anstalt für den Schutz des Natur- und Kulturerbes aus Maribor fortgesetzt wurden. Man entdeckte Teile der römischen Gebäude, einen Töpferofen und Spuren einervorgeschichtlichen Besiedlung. Im Jahr 1974 begann das Regionalmuseum Ptuj mit umfangreichen Schutzgrabungen auf noch nicht erforschten und unbebauten Grundstücken, die bis 1981 ausgeführt wurden. In dieser Zeit war das Kernstück des Handwerksstadtviertels weitgehend erforscht worden. Nach dem Jahr 1981 hatte die Anstalt für den Schutz des Naturund Kulturerbes aus Maribor die Grabungsarbeiten fortgesetzt, die dann im Jahr 2004 beendet wurden. 3 Das Stadtviertel Der Kernteil des Handwerksstadtviertels erstreckte sich an der römischen Staatsstrasse Aquileia-Savaria. Die Strasse wurde oberhalb der Trasse der vorherigen „Bernsteinstrasse" gebaut und führte zur Römerzeit über drei Brücken. 4 An der Strasse wurden große Geschäfts- und Wohngebäude erbaut. Nördlich der Strasse entdeckte man ein großes, höchstwahrscheinlich das Zentralgebäude mit Wohn-, Geschäfts- und Wirtschaftsräumen sowie mit unüberdachten und mit Schuppen überdachten Innenöfen. In einigen Räumen befanden sich Werkstätten und beheizte Trockenräume. Die Geschäfts- und Wohnräume befanden sich in jenen Gebäudeteilen, die nächstliegend der Strasse lagen. Die Wohnräume wurden mit Hypokausten beheizt und mit dekorativ bemalten oder weiß gekalkten Wänden, mit Bodenmosaiken, Pflasterziegeln oder mit Estrich ausgestattet. Einzelne Bauelemente südlich der Strasse weisen auf ähnliche Raumverteilung hin. In geschäftlichen Gebäudeteilen und in Innenhöfen wurden verschiedene Handwerkstätigkeiten ausgeübt, die durch Werkstätte, unfertige Erzeugnisse und Rohmaterialien bezeugt sind. Entdeckt wurden noch folgende Werkstätte: eine Werkstatt für Metall-, und vier Werkstätten für Marmorbearbeitung, zwei Werkstätten für Glasherstellung, zwei Kalkbrennöfen sowie dreizehn Werkstätte für das Brennen von Töpfer- und Ziegelwaren (Abb. L). Im Handwerksstadtviertel entdeckte man keine Wasserleitung und Kanalisation. Entdeckt wurden drei größere Gräben, die höchstwahrscheinlich zum Abfluss des Niederschlagwassers dienten, ein Bachbett, ein Wasserspeicher und bis zu neun Meter tiefe Brunnen. Einige Brunnen verengten sich stufenförmig und waren am Boden mit Brettern und Balken belegt, einige hatten die Wand mit Sand- und Kalkstein ummauert, und hatten am oberen und am unteren Teil den gleichen Durchmesser. Die Wasserspeicher waren breiter und seichter als die Brunnen. Handwerkswerkstätten Einzelne Werkstätten 5 wurden auch in anderen Vierteln der damaligen Stadt entdeckt (Abb. 1.). Am linken Dravaufer, im heutigen Stadtviertel Vicava, im damaligen Verwaltungs-