K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
KASZAB-OLSCHEWSKI, TÜNDE: Überlegungen zum planerischen Konzept von Streuhofanlegen im Hinterland der CCAA
b) Nebengebäude: Die Anzahl der Nebengebäude beläuft sich auf mindestens zehn. Die Bauten erfüllten unterschiedliche Zwecke. Sicher zu bestimmen sind die Speicherbauten, deren Lage und Funktion, ähnlich wie die des Hauptgebäudes von HA 512, abgesehen von Um- und Neubauten kontinuierlich beibehalten wurde. Die südwestlich des Hauptgebäudes entdeckten drei Grundrisse (Nebengebäude 1, 2 und 3) konnten als horrea identifiziert werden. Ihre Funktion wurde anhand von Parallelbefunden durch ihren Grundriss nachgewiesen 15 . Ihre Lage, in der unmittelbaren Nähe des Hauptgebäudes, ist vergleichbar z. B. mit der Villa rustica von Voerendaal oder Obemdorf a. Lech 16 Modell des Siedlungsablaufs Siedlungsphase 1 (la und lb) Die Visualisiemng der ersten Phase ( 1 a) stößt wegen der fragmentarisch erhaltenen Holzbauten an ihre Grenzen (Abb. 3). Der früheste Befund der Siedlung HA 512 ist der Brunnen I, der dendrochronologisch um 50 n. Chr. datiert wurde 17 . Seine Lage scheint für den ersten Augenblick ungewöhnlich zu sein, weil er außerhalb des Umfassungsgrabens liegt. Eine Erklärung dafür ist, dass wohl zuerst der Brunnen I erbaut wurde und erst später der Umfassungsgraben. Es gibt also eine frühere Siedlungsphase, als der Umfassungsgraben noch nicht angelegt worden war. Zur ersten Phase der Siedlung zählten neben dem Brunnen I einige Bestattungen der Grabgruppe West und zwei busta. Konkrete Gebäudegrundrisse lassen sich nicht zuweisen. Die Kartierung der frühesten Feinkeramik hat gezeigt, dass die Wohngebäude, die zum Brunnen I gehört haben, in der Nähe dieses Brunnens bzw. unter dem späteren, in Stein ausgebauten Hauptgebäude zu suchen sind. Die nachfolgende Phase (lb) kann durch das Anlegen des Umfassungsgrabens bestimmt werden, was nicht allzu lange nach der frühesten Phase erfolgte (Abb. 4). Neben dem Umfassungsgraben können zu dieser Phase einige Holzgebäude (Nebengebäude 7, 9 und 10) gerechnet werden, die den Verlauf der Umfassung berücksichtigen. Die Lage des Hauptgebäudes wurde offensichtlich beibehalten. Hier, neben dem ersten Hauptgebäude, ist auch ein horreum anzunehmen. Während dieser Phase erfolgten vermutlich weitere Bestattungen bei der Grabgruppe West. Siedlungsphase 2 Der Beginn der Phase 2 wird durch die Verfüllung des Umfassungsgrabens und die Erbauung des ersten Steingebäudes (Steinsockelbau) markiert (Abb. 5). Das neu errichtete Gebäude, welches auch als Grundriss komplett fassbar ist, fluchtet nicht mit der Umfriedung. Hier kann ein durch Pfostenbasen nachgewiesener Zaun als Hofabschluss postuliert werden. In dieser Phase begann die Herausbildung einer neuen Siedlungsstruktur, indem neue Nebengebäude angelegt wurden (u. a. die