K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

KASZAB-OLSCHEWSKI, TÜNDE: Überlegungen zum planerischen Konzept von Streuhofanlegen im Hinterland der CCAA

Nebengebäude 2, 5, 6 und wohl auch 8), die mit dem neuen Steingebäude fluchten. Mit Hilfe des Hauptgebäudes sowie der neuen Nebengebäude gelang die Herausbildung eines regelmäßigen Karrees. Zu dieser Phase, innerhalb des Karrees liegend, zählte der Brunnen II (dendrochronologisch datiert um 131 n. Chr.), der zum Teil über dem Umfassungsgraben angelegt wurde. Weitere Brandbestattungen erfolgten bei der Grabgruppe West, über dem bereits verfüllten Umfassungsgraben, außerhalb des Karrees. Danach wurde ein neuer Bestattungsplatz in der Nähe des Hauptgebäudes - das über den ehemaligen Umfassungsgraben hinaus erweitert wurde - angelegt. Dieser Erweiterung folgte ein Umbau, während im Hauptgebäude ein hypokaustierter Raum eingebaut wurde. In der Nähe des Hauptgebäudes wurde am gewohnten Platz ein neues Speichergebäude, das Nebengebäude 3, errichtet, das mit dem neu erbauten Hauptgebäude fluchtet (Abb. 6). Das Nebengebäude 3 überlagert die Spuren des Nebengebäudes 2, was ihre relativchronologische Beziehung erklärt. Zusammen mit dem Hauptgebäude und den Nebengebäuden 3 und 4 wurde ein neues Karree gebildet, dessen Achse geringfügig von dem älteren abweicht. Ihren größten Ausbauzustand hat die Villa wohl am Anfang des 3. Jh. erreicht. Zu dieser Zeit wurde auch eine Iupitersäule im Hof aufgestellt 18 . Eine der letzten archäologisch sicher fassbaren Aktivitäten ist die Erbauung des Bmnnens III gewesen (dendrochronologisch datiert um 238 n. Chr.). Die Siedlung wurde möglicherweise nach dieser Phase von Unruhen tangiert — allerdings fehlen dafür eindeutige Hinweise wie ein Brandhorizont o. ä. Auffällig ist das Fehlen von Bestattungen und der starke Rückgang der Fundmenge während des 3. Jh. n. Chr. Siedlungsphase 3 Die folgenden Phasen 3 und 4 sind schwer zu trennen (Abb. 7). Möglicherweise erfolgte während der Phase 3 der Neubau des Brunnens IV, in römischer Bauweise. Weitere bauliche Aktivitäten sind nicht nachweisbar. Siedlungsphase 4 In der wohl letzten Phase der Siedlung sind mehrere Öfen angelegt worden, größtenteils in dem wüstgefallenen ehemaligen Hauptgebäude 19 . Ein Ofen schneidet dort sogar eine Mauer. Vermutlich wurden während der Siedlungsphase 4 Trommelteile der geschuppten Iupitersäule in einen Raum gebracht, um dort als Pfostenbasen zu dienen. Im Nebengebäude 3 (späte Phase) wurden auf provisorischen Sandsteinbasen Pfosten aufgestellt, um das Dach zu tragen. Vergleichbare Befunde liegen beispielweise aus Wurmlingen oder Duppach-Weiermühle vor 20 . Der Gutshof wurde nach der Aufgabe des landwirtschaftlichen Betriebes, wohl wegen des ausreichend vorhandenen Holzes und wegen der Nutzungsmöglichkeit der vorhandenen Bausubstanz, durch Metallschmelzer aufgesucht. Im Falle von HA 512 zeigt die Auswertung der Pflanzenspektren aus den Bodenproben durch K.-H. Knörzer

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