K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)
KASZAB-OLSCHEWSKI, TÜNDE: Überlegungen zum planerischen Konzept von Streuhofanlegen im Hinterland der CCAA
(50 n. Chr.) und eventuellen Veteranenansiedlungen 7 ist anhand des Fundmaterials nicht zu beantworten. Als eine weitere Gemeinsamkeit kann beobachtet werden, dass regelhaft in den letzten Siedlungsphasen, während des 4. und äußerst selten im frühen 5. Jh. n. Chr., Glasproduzenten 8 und Metallschmelzer nachweisbar sind. Die Größe der Gutshöfe konzentriert sich im Bereich zwischen 1-2,5 ha und die Wirtschaftsfiächen wurden von W. Gaitzsch auf 40-50 ha geschätzt 9 . Die Villa rustica Hambach 512 10 Die zweitgrößte Anlage des Hambacher Forstes 11 ist die Villa rustica Hambach (HA) 512 (Abb. 2). Mit ihrer Hilfe soll in einem Modell des Siedlungsablaufs die Beziehung der baulichen Elemente zueinander - wie einzelne Gebäude, Brunnen oder Einfriedungen - dargestellt werden. Der Fundplatz HA 512 lag ca. 2 km südlich der Ost-West verlaufenden antiken Femstraße und wurde 1982-83 ausgegraben. Die römerzeitliche Hoffläche maß über 2,5 ha (10 iugera). Auf dem Gesamtplan der Villa können neben mehreren Bestattungen und Brunnen u. a. ein Dutzend Gebäudegrundrisse lokalisiert werden. Möglicherweise kann man von einer etwas höheren Gebäudezahl ausgehen, denn die Befunde wurden durch Erosion erheblich dezimiert. Der Gebäudebestand wird in zwei funktional bestimmte Gruppen aufgeteilt: auf das Hauptgebäude und auf diverse Nebengebäude. Eine Zweckbestimmung aus dem Grundriss heraus kann mit Ausnahme des Hauptgebäudes nur in den seltensten Fällen erfolgen. Zum besseren Verständnis des folgenden Siedlungsablaufmodells sollen einige Befunde vorgestellt werden. a) Hauptgebäude: In der nördlichen Ecke des Siedlungsareals befand sich das Hauptgebäude (im Sinne von Hauptwohnhaus) auf einem von Süd nach Nord ca. einen Meter abfallenden Gelände. Der über 52 m lange Baukörper ist ein Baukomplex, der mehrfach umgebaut worden war und mehrere Holz- und Steinbauphasen besaß. Nach Aussage der Befunde wurde die Lage sowohl der hölzernen als auch der steinernen Hauptgebäude kontinuierlich beibehalten, nur die Ausrichtung änderte sich geringfügig 12 . Für die Erbauer war vermutlich die Lage ausschlaggebend gewesen, denn der Bau lag auf einem Geländespom neben bzw. zwischen zwei Bachläufen 13 . Ob die beiden Bachläufe ständig oder nur temporär Wasser geführt haben, kann nicht mehr festgestellt werden. Die frühesten Hauptgebäude von HA 512 wurden aus Holz errichtet. In der Nähe bzw. unter dem später in Stein ausgebauten Haupthaus wurden zwei Gruppen rechteckiger, in Aufbau und Ausmaß identischer Pfostengruben entdeckt. Anzunehmen ist, dass die Pfostengruppen jeweils zu einem Gebäude gehört haben. Die Lebensdauer beider Holzgebäude wird, aus chronologischen Gründen, auf 50-70 Jahre geschätzt. Allerdings kann weder die Ausrichtung noch der genaue Grundriss bestimmt werden. Dies deckt sich mit den Befunden der ersten Siedlungsphasen nicht nur im Rheinland, sondern auch in Südwestdeutschland und in der Nordschweiz 14 . Der endgültige Ausbauzustand des Hauptgebäudes - mit Steinsockeln in allen Trakten und mehrfachen Umbauten - war nach etwa hundert Jahren erreicht.