K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2005/9. (Veszprém, 2005)

FEHR, HORST: Die römerzeitliche Villa von Ahrweiler: Bestand - Konservierung - Museum

HORST FEHR DIE RÖMERZEITLICHE VILLA VON AHRWEILER: BESTAND - KONSERVIERUNG - MUSEUM Bei Straßenbauarbeiten wurde auf dem linken Ahrtalrand, unmittelbar westlich des Ortskernes von Ahrweiler (Rheinland-Pfalz, BRD) im März 1980 am Fuße des steilen Silberberges das Herrenhaus eines römerzeitlichen Landsitzes durch den Bagger angeschnitten. Die umittelbar anschließende Testgrabung machte rasch deutlich, daß dieser Fund von weit überregionaler Bedeutung sein würde, da die erhaltene Bausubstanz außerordentlich umfangreich war, und darüber hinaus die Räume des Hauses noch in großen Partien ihre Ausmalung in situ enthielten. Die anschließende 11 Jahre dauernde Ausgrabung unter der Leitung des Verfassers vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Amt Koblenz konnte das Herrenhaus mit einer Frontlänge von 73 m und einer Gebäudetiefe von 22 m sowie ein Reihenbad vollständig freilegen (Abb. 1). Wie in den Rheinlanden üblich datiert dieser Landsitz in das 2. und 3. Jh. n. Chr. Von einem Vbrgängerbau des frühen 1. Jhs an gleicher Stelle wurden ein Keller und das Bad mit einem selten anzutreffenden Laconicum freigelegt. Im Herbst 1990 waren schließlich das Haupthaus mit seinem Badetrakt und das unmittelbare Umfeld des Gebäudes volständig archäologisch untersucht. Die weit über die Rheinlande hinausreichende Bedeutung des Fundes vom Silberberg liegt in seiner ungewöhnlich guten Erhaltung, die einer Überdeckung des gesamten Platzes mit vom steilen Silberberg abrutschenden Hangschutt zu verdanken ist. Die Ausgräber mußten durchgehend eine Deckschicht von 3-4 m Mächtigkeit abräumen, um die Abbruchkanten des römischen Mauerwerks zu erreichen. Von diesem Gebäude haben wir aufgehendes Mauerwerk bis zu einer Höhe von 1,70 m, d. h. auf allen Seiten des Gebäudes sind Fenster sicher belegt. Und das relativ hoch aufragende Mauerwerk zusammen mit den völlig erhaltenen Estrichböden innerhalb der Räume erlaubt einen Einblick in die Raumfolge und Raumkommunikation innerhalb eines solchen Villengebäudes. Der Besucher kann noch heute in der Tat durch römerzeitliche Räume hindurchgehen und sich dabei als Besucher eines Landhauses des 2. und 3. Jh.s n. Chr. fühlen (Abb. 2). Doch nicht nur das Mauerwerk ist gut erhalten, sondern auch dessen farbige Ausschmückung im Bereich der Sockelzone innerhalb der Räume ist in weiten Partien hervorragend in situ zu studieren. Hinzu kommt der im Versturz gefundene bemalte Wandverputz, etwa 70 000 Bruchstücke wurden konserviert und wissenschaftlich ausgewertet. Als Ergebnis lassen sich Ausmalungen von Zimmerwänden und Raumdecken nahezu vollständig zusammensetzen. Dabei zeigte es sich, daß in einem solchen Herrenhaus mehr Räume mit einer gewölbten Zimmerdecke ausgestattet waren, als man das bis dahin angenommen hat. Besonders beeindruckend ist ein Tonnengewölbe über Raum 2 (Abb. 2), dessen aus dem Versturz geborgene Verputzstücke wieder zur ehemaligen Dekoration zusammengesetzt werden konnten. Diese ausgemalte Tonne

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