K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2004/8. (Veszprém, 2004)
ALFÖLDY, GÉZA: Die Inschriften des Hügelgrabes von Baláca - A balacai halomsír feliratai
Schwierigkeiten bereitet, in anderen Fällen angesichts der recht unterschiedlichen Provenienz der von Fitz miteinander verknüpften Fragmente sogar unmöglich ist. 45 Zugleich legte sie sich hinsichtlich der ehemaligen Zahl der Altäre nicht fest und nahm „mindestens 9 Altäre" an. 46 Die Gesamtzahl der Altäre lässt sich nicht mit Sicherheit ermitteln. Das liegt schon daran, dass wir weder von der stillschweigend postulierten Voraussetzung in der Arbeit von Fitz ausgehen können, wonach von allen seinerzeit aufgestellten Grabaltären jeweils zumindest ein Stück mit dem Beginn des oberen Profils und zugleich mit Resten der 1. Zeile des Textes vorhanden sei, noch von seiner Erwartung, dass alle uns bekannten Fragmente mit einem dieser neun Oberteile zusammen gehören. Die hier unter den Nummern VII und XI behandelten Textteile lassen sich anscheinend keinem der Altäre zuordnen, von denen die Anfangszeile zusammen mit dem oberen Rand erhalten ist. Nicht einmal die hier voneinander getrennten elf Inschriften müssen der einstigen Gesamtzahl der Altäre entsprechen, zumal zumindest die Fragmente G 41, 42, 44, 46 und 49 eher zu anderen, nicht identifizierbaren Monumenten gehört zu haben scheinen. Dass es ursprünglich mehr Grabaltäre als neun und wohl sogar mehr als elf gegeben hat, lässt sich auch durch folgende Überlegung plausibel machen. Wir kennen anscheinend sieben Grabinschriften von Männern, d. h. von Tiberii Claudii (I—VII), aber nur vier solche von Frauen (VIII-XI). Selbst unter den letzteren handelt es sich in einem Fall (VIII) offenbar um die Grabinschrift einer früh verstorbenen Tochter eines Claudiers. Somit bleiben nur drei Grabdenkmäler übrig, die auf Ehefrauen hinweisen können, die in die Familie der Claudier einheirateten. Unter den männlicher Claudiern kann es freilich z. T ebenfalls früh verstorbene Kinder gegeben haben, es ist jedoch anzunehmen, dass sich unter ihnen mehr als nur drei erwachsene und verheiratete Männer befanden. Die Zahl der im Tumulus von Baláca bestatteten Ehefrauen, die uns bekannt sind, erscheint jedenfalls zu niedrig (siehe noch in Abschnitt 7). Modifiziert werden müssen auch die bisherigen Überlegungen zur Aufstellung der Altäre, insbesondere was von Fitz und Ertel aus ihrer vermeintlichen Anordnung für ihre zeitliche Reihenfolge erschlossen wurde. Die Fundumstände der wichtigsten oder der meisten oder aller Überreste bzw. des jeweils einzigen Überrestes der einzelnen Altäre lassen kein einheitliches Bild entstehen. Nach der Verteilung der genannten Überreste (siehe dazu Abb. 2) hätten sich vier oder fünf Altäre südlich vom Tumulus, westlich von seinem Eingang, befunden (VI, VIII, IX, XI, vielleicht auch X), drei auf der Nordseite, östlich von der nach Nord-Nordwest orientierten Hauptachse des Grabhügels (I-III), zwei auf der Ostseite (IV, V), eine auf der südöstlichen Seite, nicht weit vom Eingang des Tumulus (VII), eine vielleicht auf der West-Südwestseite (X). Allerdings sind die Aufstellungsplätze in keinem Fall exakt zu bestimmen. Bei den Inschriftenresten, die nördlich vom Tumulus aufgefunden wurden, außerdem vielleicht auch bei einigen auf der Südseite zutage gekommenen Fragmenten ist die Möglichkeit nicht mit vollständiger Sicherheit auszuschließen, dass sie erst nach der Zerstörung der Monumente zur Vorbereitung ihres Abtransports auf ihren Fundstellen zusammengetragen wurden. Einzelne Stücke können während ihrer Konzentration auf den genannten Stellen unterwegs um den Tumulus herum auf anderen Plätzen verloren oder weggeworfen worden sein.