K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2004/8. (Veszprém, 2004)

ALFÖLDY, GÉZA: Die Inschriften des Hügelgrabes von Baláca - A balacai halomsír feliratai

Ein klares Konzept für die Anordnung der Altäre, welche die „Familienstruktur abbilden", welches das „wohl jedenfalls vorhandene und primär verfolgte individuelle Ordnungsziel der Familie" zum Ausdruck bringen sollte 47 und noch dazu von GeneratiörTzu Generation gewechselt habe, 48 ist, so wünschenswert dies auch wäre, nicht zu erkennen. Die Idee, wonach die Grabaltäre des ältesten Familienmitglieds und seiner vermeintlichen drei Söhne (bei Fitz Nr. 4, 1, 2 und 3, das wären hier die Altäre V I, VII und III) auf vier Seiten des Tumulus aufgeteilt worden seien und möglicherweise aufgrund eines „patriarchalisch geprägten Achssystems" ein „Achskreuz" bildeten, 49 ist, so bestechend auch der Gedankengang zu erscheinen ver­mag, leider nicht mehr als reine Spekulation. Sie ist schon deshalb abzulehnen, weil die von Fitz erstellte Genealogie der im Tumulus bestatteten Familie auf der willkürlichen Ergänzung und auf der ebenso willkürlich erstellten Zeitfolge der Inschriften beruht. Spuren eines Konzeptes für die Anordnung sind höchstens insoweit zu erahnen, als die beiden Grabaltäre, die zwei Männern vielleicht aus den beiden ältesten Generationen der Familie gesetzt wurden, auf der Nord-Nordwestseite des Tumulus in der Verlängerung seiner Hauptachse, dem auf der Süd-Südostseite vorhandenen Eingang gegenüber, gestanden haben dürften (I und II; zur denkbaren Chronologie siehe in Abschnitt 7). Dazu käme noch, dass alle vier Grabaltäre, die weiblichen Mitgliedern der Familie dediziert wurden, vermutlich nicht weit voneinander, auf der Süd- und Südwestseite des Hügelgrabes, westlich von seinem Eingang, aufgestellt wurden (VIII-XI). Ihre Position widerspräche freilich dem Prinzip einer symmetrischen Anordnung, wonach die Monumente für Ehepaare am ehesten nebeneinander - die Altäre des ältesten Ehepaares wohl auf beiden Seiten des Einganges in den Tumulus - gestanden haben oder durch eine entsprechende axiale Anordnung miteinander verbunden sein sollten. 50 Alles in allem können wir sagen, dass die Anordnung der Altäre um den Tumulus herum durchaus einem Konzept entsprochen haben kann oder sogar müsste, dieses Konzept bleibt uns jedoch leider sehr weitgehend verborgen. Möglicherweise wurden die aufgefundenen Fragmente der Altarinschriften von den ursprünglichen Aufstellungsplätzen der Altäre doch erheblich stärker fortbewegt, als wir uns dies vergegenwärtigen können. 51 Anders als nach der bisherigen Forschung muss auch die Frage nach dem Format der Inschriftenfelder, nach der Länge der eingemeißelten Texte und nach ihrer Anordnung auf dem Inschriftfeld beurteilt werden. Die Breite des Mittelteiles der Altäre, der die Inschrift trug, wurde von Ertel auf ungefähr 80, ihre Höhe auf 60 cm berechnet, während Fitz von 75/80 cm breiten und 52/58 cm hohen Inschriftfeldern mit vier oder fünf Schriftzeilen sprach. 52 Nach den hier weiter oben errechneten Maße waren mehrere Inschriftfelder ungefähr 70 cm breit. Doch wurden für die Anbringung län­gerer Inschriften Altäre mit einem Inschriftfeld vorbereitet, dessen Breite offenbar jeweils nach Bedarf etwa 75, 77/78 oder vielleicht 80 cm, in einem Fall sogar ungefähr 95 cm betrug (II, III, VII, G 46 bzw. I). Im Gegensatz zu ihrer leicht variierenden Breite waren die Altäre - mit einem anscheinend immer rund 70 cm hohen Mittelteil mit dem Inschriftfeld auf seiner Vorderseite - offenbar gleich hoch, was schon wegen ihrer Aufstellung erforderlich war (vgl. Abschnitt 6). Die Altäre waren somit nicht nur bis um die 140 cm hoch wie nach Ertel, sondern erreichten eine Höhe von etwa 150

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