K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2004/8. (Veszprém, 2004)

ALFÖLDY, GÉZA: Die Inschriften des Hügelgrabes von Baláca - A balacai halomsír feliratai

Cognomina der Mutter und der Schwester, Honorata und Honoratiana, die aus den Buchstaben NO und N (worauf wohl entweder ein A oder in O folgte) ergänzt wurden, bleiben freilich hypothetisch; 36 allerdings scheint der erste Name auch in der Inschrift IV vorzukommen. Dagegen dürfte die Schlussformel ff(ieri)] i(usserunt), die offenbar auch in der Inschrift II erscheint, als durchaus plausibel gelten, zumal ein Dativ auf -i wie patri, matri, fratri, woran man am Ende einer Grabinschrift ebenfalls denken könn­te, davor gestanden haben muss. Fitz ergänzte diese Inschrift unter Einbeziehung anderer Bruchstücke so: Ti. Cfl. Ti. f. VJalferiJo [domjo / Toflent. ejq. [R. praef. chjo. I Dalmaft. d(ecurioni) (?) c(olo­niarum) Tolentijni, I P[iceni, Hv(iro) (?) c(oloniae) Falejrii? 1 Die Postulierung des Gentilnamens Valerius als Cognomen ist freilich von vornherein wenig wahrschein­lich, zumal das von Fitz dort eingesetzte Fragment G 27 mit dem Rest AL und mit dem unter z. T erhaltenen Rand keineswegs zur Anfangszeile dieses vermeintlichen Textes gehören kann. Die von Fitz mit herangezogenen Bruchstücke G 33 und 25 sind ebenfalls schwerlich dieser Inschrift zuzuweisen. Auch können die beiden Fragmente G 16 und 17 nicht so zusammengefügt werden, als ob diese beinahe unmittelbar aneinander passen würden, wie Fitz meinte, um dann aus diesen zwei Bruchstücken am Ende der beiden letzten Zeilen die angeblichen Buchstabengruppen NI und RH erschließen zu können. Erst recht kontraproduktiv erscheinen hier aber die Folgen der fatalen Idee, wonach die in Baláca bestattete Familie irgendetwas mit Picenum und den Städten dieser mittelitalischen Region zu tun gehabt hätte. Die Ergänzung des Restes TO auf den Namen Tolentinum ist durch nichts begründet. Übrigens war die Stadt ebenso wenig eine Kolonie wie Picenum, eine Landschaft und keine Stadt. Von Picenum kann hier schon deshalb keine Rede sein, weil auf dem einschlägigen Fragment (G 25) kein P, sondern ein E zu lesen ist. Der Genitiv des Namens der von Fitz am Ende der Inschrift ergänzten Stadt wäre Falerionis, nicht Falerii. Auch alle von Fitz postulierten Rangtitel sind aus der Luft gegriffen. Der Titel [e]q. [R.] z. B. ist aus einem Fragment erschlossen, auf dem unter den Buchstaben AL ein Teil des Bogens des angeblichen Q vorhanden sein soll; davon ist aber auf dem Stück (G 27) um so weniger etwas zu erkennen, als die Buchstaben AL zur letzten Zeile der Inschrift direkt über dem Profil des Sockels gehören. Es ist zwar durchaus denkbar, dass der in dieser Inschrift genannte Verstorbene ein römischer Ritter war. Aber er war sicher keiner Präfekt einer Dalmatinerkohorte, die hier noch dazu ohne Nummer genannt worden sein soll. Dort, wo Fitz [chjo. ergänzte (wobei in seinen Katalogen das angebliche H als vorhanden erscheint), stehen die eindeutig erkennbaren Buchstaben NO (G 16). Außerdem lässt sich das Fragment G 28 mit dem Buchstaben D, der nach Fitz der Anfangsbuchstabe des Namens der Dalmatiner gewesen sein soll, mit dem Bruchstück G 15, auf dem danach AL+ zu lesen ist, überhaupt nicht so verbinden, wie Fitz das tut. Die beiden Fragmente passen nicht aneinander, und das Stück mit dem D könnte nur so auf die linke untere Ecke des anderen gelegt werden, dass es aus dem Inschriftfeld herausragt. Damit entfällt die Kohortenpräfektur gänzlich. Der Aufstellungsplatz des Grabaltars lag anscheinend auf der Südostseite des Tumulus.

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