K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2004/8. (Veszprém, 2004)
MARÓTI ÉVA: Megjegyzések a balacai „névbélyeges" edényekhez
BEITRÄGE ZU DEN „NAMENBEZEICHNETEN" GESCHIRREN VON BALÁCA Bei der Bearbeitung der pannonischen bezeichneten Geschirrbruchstücke, die bei der Freilegung des Balácaer Gutshofs gefunden wurden, kamen keine namenbezeichneten Scherben zum Vorschein. In der nahen und weiteren Umgebung des Fundortes sind nur zwei Bruchstücke aus Gyulafirátót-Pogánytelek mit dem Namenzeichen Resatus und mit charakteristischen Blattmotiven und ein Stück aus der Stadt Veszprém bekannt, worauf keine Namenzeichen, nur zwei sog. Resatus-Blätter zu sehen sind. Das gemeinsame Merkmal der auf anderen Gebieten der Provinz Pannonién freigelegten und bisher publizierten namenbezeichneten Geschirre ist, daß sich der aus Buchstaben bestehende Name in allen Fällen am Boden, innerhalb des Geschirrs befand, als Ausnahme gilt ein Stück aus dem Fundort Brigetio, wo sich das aus nicht mehr erkennbaren Buchstaben bestehende Namenzeichen an der Aussenseite der Schüssel befindet. Die bekannten Namenzeichen sind von verschiedener Größe: Eines der größten unter den am häufigsten vorkommenden Amatas-Zeichen beträgt 4,6 x 1,4 cm, das mit Respectus verbundene RESPECTUS FE 6 x 1,5 cm. Diese Namen wurden mit einem Stempel geprägt, die Buchstaben wurden nicht einzeln auf das Geschirr gedrückt. Diese - wie auch die anderen Namenzeichen - bestehen aus einer Reihe, die Buchstaben ragen aus dem Hintergrund hervor, das heißt, daß sie in der zur Herstellung verwendeten glatten Stempeloberfläche vertieft waren. Laut der Meinung der Publizierenden sind auf den zwei einander sehr ähnlichen Geschirrbruchteilen aus Baláca „aller Wahrscheinlichkeit nach zwei Stempelabdrücke desselben Herstellers" zu sehen. Den Katalog verfassender B. Fehér beschäftigte sich nur mit den zwei unvollständigen Inschriften, mit den Gegenständen jedoch, worauf sich diese Inschriften befanden, nicht, obwohl die Analyse deren zur Deutung und Datierung der Inschrift wesentlich hätte beitragen können. Die zwei hier erörtenden Geschirrbruchteile kamen bei den Ausgrabungen des Balácaer Gutshof zu Tage, und zwar das Stück mit dem kürzeren Text bei den von Gy. Rhé, am Anfang des 20. Jahrhunderts geführten Freilegungen, das Stück mit dem längeren Textfragment bei den Forschungen von M. H. Kelemen im Jahre 1981. Die zwei Bruchteile stammen von zwei verschiedenen, aber einander sehr ähnlichen Geschirren. Ihr Material ist gut geschlämmt, hellgrau und hart gebrannt. Die Oberfläche der Geschirre ist abgewetzt, das Stück Nr. 1. (von Gy. Rhé) ist dunkelgrau-schwarz gefärbt, das andere, Nr. 2. ist bräunlichgrau und hat einen gewissen Metallglanz. Beide sind Bruchstücke von der Kante und der Seitenwand einer tiefen Schüssel, die wulstige Kante geht etwas überhängt nach oben und darunter biegt sich der Hals ein bißchen nach innen, bald fogt die fast vertikale Wand, auf der sich die Inschrift (Stück Nr. 2.) und die Verzierung + Inschriftfragment (Stück Nr. 1.) befinden. Das Material der Schüssel ist wohl ähnlich dem Material der pannonischen bestempelten Geschirre, doch der Anstrich, Form und Verzierung widerspricht der Annahme, daß sie zu den pannonischen Geschirren gehören. Es wurden aus mehreren pannonischen Fundorten Parallelen gefunden: über das vollständige Geschirr können wir uns aufgrund des Stückes Nr. 3. aus dem Grab 44. im spätrömischen Friedhof in Szentendre (Ulcisia Castra) ein Bild machen. Hier konnte aus Bruchstücken eine sehr ähnliche Schüssel zusammengestellt werden und in dem Grab wurde auch ein Stück einer Schüssel gleichen Types mit den gleichen Verzierungen gefunden. Über ein Stück gleicher Form und Verzierung aus der Villa auf dem Csúcshegy in Budapest im Bezirk III. berichtet L. Nagy, E. Thomas aus der Villa in Gorsium und Zs. Bánki aus dem Gebäude XLIII. in Gorsium. Von den erwähnten Geschirren steht das sanfte Profil des Stückes vom Csúcshegy den Balácaer Stücken am nahesten, das Profil der zusammengesetzten Schüssel aus Szentendre ist kraftvoller und eckiger. Die Verzierungen am von P. Kovács publizierten Stück aus dem Auxiliarlager in Százhalombatta, am von K. Szirmai bekanntgegebenen Stück aus dem Legionslager des 2-3. Jahrhunderts in Aquincum und am aus der Gorsium-WiWa stammenden und von E. Thomas publizierten Stück gleichen einander, doch das Profil weicht von den anderen Stücken etwas ab: bei diesen drei Bruchstellen ist unter der schräg aufwärts steigenden Kante auch eine hervorragende, flache Rippe zu sehen. K. Szirmai erwähnt eine weitere Parallele aus den Freilegungen des Lagers von Carnuntum, auch bei den von K. Ottományi geleiteten Ausgrabungen der römischen Siedlung in Páty kamen zwei Stücke mit ähnlichen Verzierungen zum Vorschein. Bei der Freileung eines Grabes im Friedhof von Intercisa fand K. Pöczy einen orangenfarbigen Schüsselbruchteil, wo ebenfalls eine Dreieckverzierung mit Stäbchengestrichenen schräglaufenen Linien zu sehen ist. Ausser der bisher publizierten Stücken wurden bei der Freilegung des Balácaer Gutshof mehrere Geschirrbruchteile ähnlichen Types freigelegt, die meisten im Gebäude II. Dem Typ und der Verzierung nach sind diese Bruchteile miteinander verwandt, trotzdem ist jedes Stück anders. Die Verzierungen wurden in allen Fällen vor dem Brennen auf die Oberfläche angebracht, nicht sehr tief, aber doch tiefer und ausgeprägter, als bei der Glätttechnik. Zur Ausführung der Verzierungen gebrauchte man in allen Fällen Stäbchen, deren Schnitte die punktartigen Stichelspuren