K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 2004/8. (Veszprém, 2004)
MARÓTI ÉVA: Megjegyzések a balacai „névbélyeges" edényekhez
bewahrten, aber das Verzierungswerkzeug hat nicht nur punktartige Spuren, sondern auch beim Glätten der weichen Oberfläche entstandenen Linienspuren hinterlassen. Dieselben technischen Eigentümlichkeiten können auf den zwei Balácaer Stücken mit Inschrift festgestellt werden: auf beiden sind sowohl die punktartigen Spuren, als auch die Linienspuren zu sehen. Die halbmondähnlichen oder D-förmigen punktartigen Oberflächeverzierungen auf Stück Nr. 1. können mit den punktartigen Einstichungen, die auf den Parallelen die dreieckförmigen Oberflächeteile ausfüllen, in Zusammenhang gebracht werden. Der am Rande des Bruchteils befindliche B-Buchstabe ist eine mit Stäbchen ausgeführte schöne Handschrift. Die Linien des Buchstabes sind nicht überall gleich breit, das Ende (die „Spitze") des zum Schreiben benutzten Schreibzeugs wird nicht rund, sondern länglich, z.B. oval gewesen sein. Die schreibende Person hat bei der Formierung der Buchstaben das Schreibzeug in der Hand nicht gedreht, er hielt es immer in demselben Winkel. Auf dem Bruchstück Nr. 2. gibt es keine punktartige Verzierung, die Oberfläche ist von einer zweizeiligen Inschrift ausgefüllt. Von der ersten Zeile des Fragments sind die Buchstaben VIBI erhalten geblieben. Die Anfangslinie des Buchstabes V ist gebogen, die Andere ist kürzer, gerader, dünner. Die Schüssel ist vor der Anfangslinie gebrochen, es könnte also sein, daß vor dem V auch noch ein anderer Buchstabe stand.... Die Buchstaben IBI sind deutlich zu erkennen.Am unteren Teil des B und demfogenden I gibt es eine ovale, punktartige Einstichung, die das untere Ende der Buchstablinie betont. Ein ähnlicher „Buchstabgrund" ist auch auf der (rechten) Seite der Bruchlinie zu sehen, doch der dazu gehörende Buchstabe ist leider schon abgebrochen. Aus der zweiten Zeile der Inschrift sind die Buchstaben CINII zu entnehmen, aber an beiden Enden des Bruchstücks waren noch Buchstaben: vor dem C kann man eine von oben nach unten, von links nach rechts laufende Linie sehen, die z.B. der rechte Stiel eines A hätte sein können. Der Buchstabe I nach dem N scheint noch gewiß zu sein, doch der untere Teil des nächststehenden vertikalen Buchstabstiels fehlt, so könnte es auch z.B. ein L gewesen sein. Von dem nächsten Buchstabe besteht nur ein Teil der linken, vertikalen Linie, so können bei der Ergänzung mehrere Buchstaben in Frage kommen. Von den Buchstaben der zweiten Zeile hat nur der Buchstabe N einen „Untersatz". Aufgrund der Obigen kann festgestellt werden, daß die zwei Geschirre nicht zu der Gruppe der pannonischen grauen Geschirren gehören: dem widerspricht ihre Form, Oberfläche, Verzierung und auch die Datierung - die Parallelen der Balácaer Stücke gehören zu den spätrömischen Keramiken. Die Form ist auch in Südpannonien in Sirmium bekannt, wo ihr Vorkommen auf das 4. Jahrhundert datiert wurde. Der Inschrifttext der zwei Balácaer Geschirre ist nicht gleich: auf dem Bruchteil Nr. 1. steht nur ein B, und zwar am Anfang des Wortes, er kann also nicht ein Teil des Namens „VIBIS" sein. Dieser Fakt schließt auch jene Annahme aus, daß die zwei Inschriften „zwei Abdrücke des Stempels desselben Herstellers" wären. Technisch sind die zwei Inschriften nicht durch Eindrücken eines vorgefertigten Stempels hergestellt worden, womit man die Inschrifte hätte vervielfätigen können, beide sind Einzelnstücke, wo die Inschrift in weiche Tonerde, noch vor dem Brennen geschrieben wurde. Die mit Handschrift schön geformten, ausgearbeiteten, nicht kursiven, eher lapidaren Buchstaben auf dem Stücke Nr. 2. sind durch die dazugehörenden „Untersätze" hervorgehoben. Die zwei Texteile können von einer Hand gefertigt worden sein, die Linienführung des auf beiden Stücken befindlichen Buchsatben B sieht einander sehr ähnlich. Von den erörteten Geschirrgruppen kamen auf einem Fundort nur 1-2 Exemplare vor, in Baláca sind es 6 Bruchteile. Sowohl das Profil, als auch die Verzierung dieser Stücke sind sehr manigfaltig, obwohl auf den meisten das aus gestrichelten Linien dargestellte zweigartige Motiv vorhanden ist. Die Anzahl und die Manigfaltigkeit der Verzierungen lässt auf die Nähe der Herstellerwerkstatt schließen. Dr. Éva Maróti Ferenczy Múzeum H-2001 Szentendre Pf.: 49.