K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)
HUDECZEK, ERICH: Frühe Grabhügel aus dem Gräberfeld Deutschlandsberg/Leibenfeld im Territorium von Flavia Solva - Korai halomsírok Flavia Solva territóriumához tartozó Deutschlandsberg/Leibenfeldből
vorerst noch auf Schwierigkeiten, vorallem, da entsprechendes Material auch für andere Grabungsplätze erst in Aufarbeitung ist. Aus der näheren Umgebung bietet sich zum Vergleich besonders Keramik von weiteren Fundplätzen in der Weststeiermark an, deren Datierung durch W. Aitner auf Grund von Fundvergesellschaftung mit Latènekeramik in augusteische Zeit durchaus vertreten werden kann, 9 wobei man eher an früh- bis mittelaugusteisch, also eine Entstehung vor Christi Geburt, denken können wird. Weitere Vergleichsmöglichkeiten finden sich auf dem Magdalensberg in Kärnten, wo diese Ware als Fabrikat 2 folgend beschrieben wird: 10 „Feingeschlämmte Tone ohne sichtbare Magerung... zumeist in hellen Grautonen... Alle Gefäße sind auf der Scheibe gedreht... Dieses Fabrikat gehört sicher in die Anfangsphase der Besiedlung..." An Formen zeigt Fabrikat 2 auf dem Magdalensberg latènoide Formen und italischen Formen nachgebildete Gefäße. Zu der ersten latènoiden Gruppe gehören auch die Formen 41 und 42 nach E. Schindler und S. Zabehlicky-Scheffenegger, die enge Parallelen zu unserem Material bilden. Die Hauptmasse dieser Ware findet sich in spätrepublikanischen bis frühtiberischen Schichten." Aus den Gefäßen der zweiten Materialgruppe (Ware 2, handgeformt, grobgemagerter grauer bis rotbrauner Ton) im Hügel 19 (2 Dreifußschalen, 1 Napf oder Becher und Oberteil eines besenstrichverzierten Topfes), sind die zwei Dreifußschalen besonders erwähnenswert mit, soweit man das beurteilen kann, einzeln als Lappen angesetzten Füßen, die nachträglich am Gefäß noch mit dem Messer zurechtgeschnitten wurden. Der Boden der Schalen oder Schüsseln ist im wesentlichen flach, der Abstand der Füße bei ihrem Ansatz am Boden relativ groß. Eine Schüssel trägt ein vor dem Brand in einen Fuß eingeritztes Zeichen in Form eines „Hahntrittes". 12 Auch für diese Dreifußschüsseln gibt es sehr nahestehende Vergleichsbeispiele auf dem Magdalensberg, wo es sich aber großteils um Scheibenware und um aus einem kegelstumpfförmigen Gefäßunterteil ausgeschnittene Füße handeln soll. 13 Auch das Ritzzeichen auf dem Fuß findet auf dem Magdalensberg Entsprechungen, wo die ca. 500 Beispiele solcher und ähnlicher Zeichen als Töpfermarken interpretiert werden. 14 Zu einer genauen Datierung der Dreifußschalen gibt die Vorpublikation noch keine Anhaltspunkte („Genaue Untersuchungen zur Datierung sind noch ausständig...") 15 Die vier Doppelknopffibeln (Abb. 2.10-13) sind leider auch nur bedingt für genauere Datierungen heranzuziehen. Bei allen ist der Fußteil abgebrochen und nicht erhalten. Erkennbar ist aber, daß es sich um Fibeln vom Typ Almgren 237b handelt, die Garbsch in „spätaugusteische bis allenfalls frühclaudische" Zeit einordnet. 16 Seine Datierung erfolgt auf Grund von anderen mitgefundenen Fibeln bei fünf von achtzig ihm bekannten Exemplaren. Dies ist natürlich eine relativ schmale Datierungsbasis und es ist durchaus möglich, daß man noch eine Verschiebung der Beginnzeit nach vorne vornehmen können wird. Bei den Fibeln im Grab 19 handelt es sich um 4 fast formgleiche Exemplare eines Typs. Daß alle 4 Stück einander so genau entsprechen und damit wie gemeinsam eingekauft wirken, spricht eigentlich dagegen, daß sie erst nach längerer Tragzeit oder aus älterem Familienbesitz in das Grab gekommen wären und legt schon von sich aus eine Frühdatierung des Grabhügels nahe. Vor allem aber die restlichen zwei Keramikbeigaben lassen die Möglichkeit einer Datierung etwas früher als „spätaugusteisch" ins Auge fassen, da es sich bei ihnen um scheibenförmige Spinnwirtel aus Graphitton handelt (Abb. 2.8, .9), die eindeutig als „spätlatene" anzusprechen sind. Datierung: (vorläufig) augusteisch Hügel 27 (Abb. 3) Dieser Tumulus ist seit Anlage des A. Cossmannweges (Zeitpunkt unbekannt), der quer durch das Gräberfeld führt, zur Hälfte zerstört, wobei diese Zerstörung auch die