K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1997/5. (Veszprém, 1997)

LAMIOVÁ-SCHMIEDLOVÁ, MÁRIA: Hügelgräberfeld aus der römischen Zeit in Zemplin/Ostslowakei - Római kori halomsíros temető a kelet-szlovákiai Zemplénben

Hügelschüttung für ein zentrales Grab errichtet wurde und die übrigen nur zufällig über­deckt wurden. Jedoch bestehen für keine dieser Voraussetzungen ausreichende Belege. Die Tatsache, daß größere Waffen, vor allem Schwerter, absichtlich deformiert wurden, haben die Forscher bereits Anfang des 20. Jh. beobachtet. 22 Manche erblicken darin einen praktischen Grund - um sie in einer kleinen Grabgrube unterbringen zu können, ein ander­mal 23 hatte dies einen kultischen Sinn, d. h. die Waffe sollte mit seinem Eigentümer starben. Die Uneinheitlichkeit im Bestattungsritus ist keine Domäne des Zempliner Gräberfeldes, eher ein Merkmal der Zeit. Ähnliche Erscheinungen konstatierte man in Rumänien, 24 Po­len 25 und in der Ukraine. 26 Sie ergab sich aus einem Gemisch örtlicher Traditionen und fremder Einflüsse. 27 Erschwert war die Aufarbeitung der anthropologischen Funde aus Zemplin wegen des schlechten Erhaltungszustandes des Leichenbrandes. Von 122 wenigstens beiläufig bestimmten Knochenkollektionen gehörten 10 Frauen an, 5 Männern, 7 Kindern und 100 zu nicht näher ein­stufbaren Erwachsenen. 28 In manche Gräber hatte man sämtliche Knochen untergebracht, die auf dem Brandplatz aufgesammelt werden konnten, ein andermal nur einen Teil, es sind Fälle bekannt, daß es nur 2-3 Knochen waren. Ähnliche Befunde verzeichnete man auf Gräberfeldern in Polen, 29 in der Ukraine, 30 in Rumänien, 31 doch auch in Böhmen. 32 Von scharkfantigen Knochenteilen wird angenommen, daß sie in heißem Zustand Übergossen wurden. Daß der Brandplatz mit Milch oder Wein begossen wurde, erwähnen antike Autoren. 33 In manchen Gräbern des Zempliner Gräberfeldes lagen die Knochen in Häufchen, hier kann darüber erwogen werden, daß sie ursprünglich in einer organischen Einhüllung waren (aus Textilien oder Leder). Über die zur Kremation nötige Holzmenge gehen die Ansichten auseinander, von 75 kg bis zu 80 m 3 . 34 Wahrscheinlich war dies von Fall zu Fall anders, es hing vom Alter und der Sozialstellung des Verstorbenen, von der Jahreszeit, vom Wetter und besonders von der Holzqualität ab. Die erstrangigen Kriterien bei der Auswahl des Holzes waren seine Zugänglichkeit und Heizkraft. In Zemplin ünerwog Eichenholz, in geringer Zahl fand man auch Holzkohlens tückchen von Fichte, Hagebuche, Birke und Esche. 35 Die auf Tacitus' Vermerk gestützte Theorie, 36 daß die Holzauswahl eine kultische Angelegenheit war, ist durch die Tatsache wi­derlegt, daß dieselben Holzarten sowohl bei der Kremation als auch zum Heizen der Töpfer­öfen und Eisenverhüttungsobjekte verwendet wurden. 37 In den Gräbern erschienen manchmal Knochen von Tieren, die etwa beim Leichen­schmaus konsumiert worden waren. Es überwiegen darunter Knochen kleiner Wiederkäuer, seltener von Rindern und Schweinen, ausnahmsweise von Geflügel und Wildvögeln. In drei Gräbern wurden Bärenkrallen gefunden. Wir kennen sie auch aus anderen zeit­gleichen Gräberfeldern in der Ukraine, in Deutschland und Böhmen. 38 Man verknüpft sie größtenteils mit der Bestattung höhergestellter Personen. Hingegen befanden sie sich in Zemplin einmal in einem durchschnittlich und zweimal in einem ärmlich ausgestatteten Grab, was eher zum Gedanken anregt, daß das Fell eines Bären in das Grab jenem abgestellt wurde, der ihn erlegt hatte. Die Zuweisung der Gräber zu bestimmten Sozialgruppen ist durch die Tatsache er­schwert, daß Gegenstände organischen Ursprungs nicht erhalten blieben (Textilien, Pelzwa­ren, Holz, Knochen), deren Wert höher gewesen sein konnte, als die metallenen, die wir kennen. Nach dem Inventar, das uns zur Verfügung steht, skizzieren sich: von ärmlichen 53,11% der Gräber, von durchschnittlichen 37,29% der Gräber, von reich ausgestatteten Individuen 9,60% der Gräber.

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