K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)

ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása

sich um Reste eines älteren Grabmals handeln. Die Fragmente zeigen zwar keine Stuckie­rung, aber auch hier überrascht die Verwendung des roten Sandsteins für ein relativ zartes Schmuckelement. Die Konstruktionsweise der Spitze mit den Holzdübeln und die unregel­mäßige Rundung des Zylinders wirken archaisch und unbeholfen. Als Fundorte der Fragmente werden genannt: Q 36, Q 37, Q 44 und Q 45; in Q 11 ist ein anpassendes Stück verstreut. Alle Fundorte liegen im Norden des Tumulus. Dort wurde auch das Fragment 338 des zweiten pyramidenförmigen Aufsatzes gefunden, das vollständi­ge Exemplar jedoch bei der Dromosmauer in Q 84. Eine Zuweisung zur Umfassungsmauer wäre in beiden Fällen denkbar. 4.4 Mauerdeckel (Taf. 11,16) Der Durchmesser der erhaltenen Fragmente einer halbzylindrischen Mauerbekrönung aus rotem Sandstein liegt bei 18 und 22 cm (Fragmente 284 und 289, Q 45, Taf. 11, 16), ein drittes Fragment ist nur 15 cm breit (Fragment o. Nr., Q 10, Taf. 11). Die Rundung der Mantelflächen ist unregelmäßig, bei den Fragmenten 284 und o. Nr. ist jeweils eine Stoßflä­che erhalten. Das Fragment 289 weist im Scheitel der Kappe ein längliches Dübelloch auf, das an ein Wolfsloch erinnert; die Verwendung eines Wolfs dürfte sich aufgrund der gerin­gen Dimension der Fragmente jedoch erübrigt haben. Mit dem Dübel war vermutlich ein Aufsatz oder eine Bekrönnung befestigt. Die mit den Loricae bedeckte Mauerkrone konnte im Regelfall nicht viel breiter sein als die Deckelemente. Die in den Quadranten 40 A und im Suchgraben Nord angeschnittene Umfassungsmauer des Grabbezirks mit dem Tumulus war allerdings 70 cm breit. Es wäre höchstens möglich, daß die Mauerkrone von Steinplatten abgedeckt waren, auf die erst als zweites Element die Deckelkappen folgten. Andererseits ist vorstellbar, daß die Mauerdek­kel zu einer älteren, schmäleren Umfassungsmauer gehörten. Die Fundorte liegen im Nor­den des Tumulus (Q 45), in einem Fall im Westen (Q 10). 4.5 Säulenbasis (Taf. 10,16) In der Nähe des Dromoseingangs fand sich eine sekundär umgearbeitete, beschädigte Säulenbasis aus weißem Sandstein (Fragment 1222, Q 103). Das Basisprofil besteht nur aus einem zylindrischen Ring als Torus oder bereits als Säulenkörper. Es ist möglich, daß weite­re Profilierungen abgearbeitet wurden, da auf der zylindrischen Oberfläche gröbere Bearbei­tungsspuren sichtbar sind. An einer Seite wurde etwa ein Viertel des ursprünglichen Durch­messers von 48 cm schräg zur Plinthenseite abgearbeitet. Die Plinthe ist zu einem großen Teil abgebrochen. Es ist nicht denkbar, daß diese Säulenbasis zum originalen Entwurf des Tumulus gehörte, sie könnte aber zu einem späteren Zeitpunkt das Portal der Umfassungs­mauer geschmückt haben. Der Charakter der Umarbeitung läßt wenig Sorgfalt erkennen. 5. Höhenrekonstruktion des Tumulus (Abb. 3,4) Der Stufenkranz des Tumulus bestand also aus drei Stufen mit je 0,29 m Höhe. Auf der obersten Stufenreihe waren die Grabaltäre und Altarnachahmungen aufgestellt. Der Mauer­zylinder dürfte mindestens die Höhe des höchsten rekonstruierten Altars (III), also rund 1,40 m erreicht haben, da sonst das Kranzgesims in Konflikt mit den Altären geraten wäre. Das Abschlußgesims selbst ist ebenfalls 1 Fuß hoch, hinzu kommt noch die gleich hohe Attika. Die Gesamthöhe des Sockelzylinders incl. Abschlußgesims betrug demnach mindestens 2,90 m (10 Fuß) über dem Außenniveau. Ein weiterer Anhaltspunkt für die Höhe der Tambourmauer ist die notwendige Höhe des

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