K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)

ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása

überwölbten Dromos. Sollte er einigermaßen gut zu begehen sein und das Portal erreichen, ohne die Überschüttung des Erdkegels zu durchstoßen, dürfte die Stichhöhe des Gewölbes ein Maß von ca. 1,70 m nicht unterschreiten. Der vergleichbare Dromos von Rappoltenkir­chen hatte eine lichte Höhe von ca. 2 m. 64 In Baláca war das Bodenniveau aus Terrazzo et­wa in Höhe der Fundamentoberkante der Krepis erhalten. Zu der lichten Höhe des Dromos von 1,70 m kommt im Türbereich die Gesimshöhe von 0,25 m und die Höhe der Inschriftta­fel über der Tür von 0,52 m hinzu. Dann folgte das Kranzgesims des Tambours und die At­tika mit je 0,30 m. Diese Berechnung ergibt eine Gesamthöhe der Fassade von 3,07 m. Da die unbefestigte Erdschüttung des Tumuluskegels einen Neigungswinkel von 30° kaum überschreiten konnte, dürfte die Spitze des Tumulus maximal eine Höhe von etwa 12 m über dem antiken Niveau erreicht haben. Die erhaltenen Grabhügel sind meist bereits mehr oder weniger eingeebnet oder erodiert. Die norischpannonischen Hügelgräber von Kapfen­stein 65 erreichten maximale Hangneigungen von 20 bis 25°, die aufgrund des Erdvolumens rekonstruierten Höhen der Hügelgräber von Grafenschachen 6 zeigen ebenfalls Neigungen von 25°. Der Grabhügel Nr. 1 von Inota 67 erreichte bei einem Durchmesser von ca. 26 m ei­ne Höhe von 8 m und wies eine Hangneigung von 34° auf. Zum Zeitpunkt der Errichtung dürften alle erwähnten Hügelgräber etwas höher und steiler gewesen sein. D. Datierung des Grabtyps und der Architekturfragmente 1. Datierung aufgrund des Grabtyps Von der Verwendung des Grabtyps her kann auch ein datierender Ansatz gewonnen wer­den. Bekannte Vertreter dieser Grabform sind das Augustus- wie auch das Hadriansmauso­leum. 68 Die Verwendung des Tumulus als Grabbau nahm in Italien bereits im 1. Jh. n. Chr. wieder ab, gewann aber im 2. Jh. in den Provinzen an Bedeutung. 69 Hier entstand im Zeit­raum zwischen der Mitte des ersten und der Mitte des zweiten Jhs. n. Chr. 70 mit einigen spä­teren Ausläufern bis an den Anfang des 3. Jhs. 71 eine Reihe von mehr oder weniger original­getreuen Abbildern und Mischformen mit einheimischen Grabtypen, 7 die auch zum Teil mit eklektizistischen Anleihen an die römische Sepulchralarchitektur ausgestattet wurden. 73 Auch einige Bauwerke rein römischen Charakters wurden errichtet, wie der Rundbau beim Augster Osttor, 74 der sich am Grabmal des Munatius Plancus in Gaëta 75 orientierte, und das Grabmal von Nickenich. 76 In Pannonién sind Rundbauten aus Carnuntum bekannt, wo sie ausschließlich entlang der Grä­berstraße, einem traditionell römischen Friedhofsensemble, jedoch nicht in dem seit dem 2. Jh. be­legten großen Gräberfeld südlich der Zivilstadt vorkommen. Die Grabtumuli an der Gräberstraße gehören dem 1. Jh. und der 1. H. des 2. Jhs. an und sind topographisch eng mit der Gräberstraße verbunden. 77 Innerhalb der norisch-pannonischen Hügelgräber gilt der Tumulus von Baláca als eine zwar besonders herausragende, aber dennoch typische Grabform für das 2. Jh. 78 2. Hügelgrab oder Grabbau? Den Fragen der Rekonstruktion des Tumulus kommt nicht nur akademische Bedeutung zu, da nach den Plänen der Architekten Gy. Hajnöczi und T. Mezös die Wiederherstellung des Tumulus als Museumsraum geplant ist. Im Jahr 1993 wurde die Autorin mehrmals zu Besprechungen über Details des Vorentwurfs eingeladen. Großen Einfluß auf die Diskus­sion übte das Vorbild benachbarter Hügelgräber der Plattenseegegend aus, wie vor allem die

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