K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1996/4. (Veszprém, 1996)

ERTEL, CHRISTINE: Altar- und Architekturfragmente vom Tumulusgrab bei Baláca - A balácai halomsír építészeti elgondolása

Ähnliche pyramidenförmige Aufsätze dienten in Aquileia entweder als Deckel von Aschenurnen oder als Bekrönung von Grabaltäre und waren häufig von Pinienzapfen be­krönt. 62 Auch die Ecken des rekonstruierten Grabbezirks der Curier 63 werden von pyrami­denförmigen Eckcippen markiert, deren Spitzen mit leicht gedrückten Kugelformen bekrönt sind. Neben den Cippen sind steinerne Aschenurnen aufgestellt, deren Pyramidendächer mit einem Pinienzapfen enden. Die parallele Verwendung von Zapfen und Kugelknauf ist of­fensichtlich und dürfte auch für den Tumulus von Baláca gelten. Als Aufstellungsort der beiden pyramidenförmigen Objekte könnten daher die Mauerek­ken des vermutlich quadratischen Grabbezirks in Frage kommen, in dem sich der Tumulus erhebt. Von der Umfassungsmauer wurde nur der nördliche Zug an zwei Stellen angeschnit­ten. Parallel dazu verläuft wahrscheinlich ein Mauerabschnitt im Südosten des Tumulus, der senkrecht auf der Längsachse des Dromos und damit zugleich senkrecht auf die Achse Villa - Tumulus steht. In dem Schnittpunkt der Umfassungsmauer mit der Dromosachse dürfte sich ein Portal befunden haben. Auch zur Bekrönung der Torpfeiler könnten die Aufsätze gedient haben. Schließlich ist zu überlegen, ob die Bekrönungselemente nicht einem älteren Grabbau zu­zuschreiben sind. Dafür würden die sekundäre Mörtelreste und auch die starke Stuckierung des Objektes sprechen, die bei den anderen Steinfragmenten kein einziges Mal zu beobach­ten war. Auffällig ist auch die Materialwahl, d. h. die Tatsache, daß für Schmuckelemente der rote Sandstein verwendet wurde, der nur eine gröbere Formensprache zuläßt. 4.3 Zylindrischer Aufsatz (Taf. 11,16) Eine ähnliche Fragestellung warf eine Reihe von zylindrischen Fragmenten aus rotem Sandstein auf, deren Durchmesser mit 13,5 bis 22 cm und starke Verjüngung für eine Säule, an die einzelne Bruchstücke zunächst erinnerten, nicht zu passen schien. Die aneinanderpas­senden Fragmente 179 (Q 36) und 1144 (Q 11, Taf. 11, 16) waren in der Längsachse des Zylinders auseinandergebrochen und zeigen an der Bruchstelle die Höhlungen für zwei 6 cm breite Holzdübel. Offensichtlich war das zylindrische Objekt mit recht fragilem Hals aus mehreren Teilen auf diese Weise zusammengefügt worden. Auch die Fragmente 354 (Q 45) und 436 (Q 44, Taf. 15) weisen Höhlungen auf, die aber weniger deutlich auf Dübel schlie­ßen lassen. Da sie glatt bearbeitete Randringe zeigen, dienten sie vielleicht als Fuß des „Säulchens". Die Fragmente ohne Höhlungen 275 (Q 37), 277 (Q 37, Taf. 11, 16) und 991 (Taf. 11) weisen einen unregelmäßig runden bzw. leicht elliptischen Querschnitt auf. Sortiert man die Fragmente nach der Größe des Durchmessers, so ergibt sich folgendes Bild: Fragmente 179/1144: d 13,5 cm Fragment 277: d 18 - 21 cm Fragment 991 : d 21 - 22 cm Fragment 354: d 22 cm Fragment 436: d 22 cm Die Fragmente 354 und 436 könnten zusammengehören, obwohl sie nicht anpassen, die Fragmente 991 und 277 sind übereinander anzuordnen. Die Fragmente 179/1144 mit dem geringsten Durchmesser dürften einen Platz an der Spitze des Aufsatzes einnehmen. Aus den erhaltenen Fragmenten kann ein mindestens 57 cm hohes Objekt rekonstruiert werden. An der Spitze ist ein weiteres Abschlußelement, sei es ein kugeliger Knauf oder ein Pinien­zapfen, anzunehmen sein. Sowohl in der Höhe als auch in der Funktion dürfte der zylindri­sche Aufsatz mit den pyramidenförmigen Aufsätzen vergleichbar sein. Auch hier könnte es

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