K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)

Vorträge - SOPRONI, SÁNDOR: Ein römischer Villenbesitzer aus Aquincum

SÁNDOR SOPRONI EIN RÖMISCHER VILLENBESITZER AUS AQUINCUM Die Erforschung der römischen Villen in Pannonién, bzw. in Ungarn weist ein gutes Re­sultat auf. Außer zahlreichen Teilpublikationen, beschäftigen sich mit dieser charakteristi­schen Siedlungsform auch zusammenfassende Arbeiten 1 . Aufgrund der bisher gefundenen Denkmäler - Villen und Inschriften - kennen wir die römischen Villen in der Umgebung von Aquincum ziemlich gut." Im weiteren möchten wir uns durch eine markante Persönlich­keit der munizipalischen Aristokratie mit den Villensiedlungen im Bezirk von Aquincum, auf dem Gebiet des heutigen Komitats Pest beschäftigen. Als Donator eines Mithraeums in der Zivilstadt ist der Name M. Ant.Victorinus den Er­forschem der Denkmäler von Aquincum wohlbekannt. 3 Bei den Ausgrabungen des Mithra­eums im Jahre 1888 kamen vier Altarsteine ans Tageslicht, die M. Ant.Victorinus, decurio der dolonia für Deus Cautopates 4 , Deus Cautes 5 , bzw. Fons Perennis 6 widmete. Die vierte Inschrift ist nur fragmentarisch erhalten geblieben 7 . Man kann die Inschriften und auch den Bau des Mithraeums zweifelsohne nach dem Jahre 194, also nach der Rangerhöhung von Aquincum datieren. Am Anfang des 70-er Jahre wurde ein Altarstein in der zu Budaörs gehörende Flur Ka­maraerdő-Hosszúrét ausgeackert (Abb. 1.). Die Inschrift (Abb. 2.), die das schon bekannte aquincenser Ratsmitglied, M.Ant.Victorinus und seine Gemahlin Ulpia Spectata zu Ehren der Terra Mater gestiftet haben, kam ins Museum von Szentendre 8 . M. Ant. Victorinus war zu dieser Zeit schon Ilvir der colonia und es besteht kein Zweifel darüber, daß diese Person mit dem Gründer des Mithraeums identisch ist. Der Fundort, wo die Inschrift ans Tageslicht gekommen ist, war schon lange bekannt. Noch in der 60-es Jahren konnte man beim Tiefpflügen verschiedene Gebäudereste einer Villensiedlung beobachten. Während der Rettungsgrabungen hat Melinda Kaba die Räume von zwei zusammenhängenden Gebäuden erschließen können. Einige Räume waren mit Hypocaustanlage versehen. 9 Die hier gefundene Terra Mater-Inschrift läßt keinen Zweifel, daß der Besitzer der Villa jener M.Ant.Victorinus war, der eine bedeutende Persönlichkeit der Aquincenser Kolonie gewesen sein muß. M.Ant.Victorinus hat zuerst als aedilis ge­wirkt, und wurde dann duumvir der Kolonie. Bedauerlicherweise kennen wir seine Amtszeit nicht, seine Name kommt auf den jüngsten in Bölcske gefundenen Inschriften auch nicht vor 10 . Gleichfalls kennen wir die Bauzeit des Mithraeums in Aquincum nicht. Lediglich sind wir nur auf die Feststellung von Tibor Na^y angewisen, der den Bau ohne besonderer Be­gründung an den Anfang des 3. Jhs. stellt 1 . Diese Datierung können wir auf das 2-3. Jahr­zehnt des 3. Jhs. einengen. Über die genaueren Datierung der Villa in Budaörs stehen uns keine sichere Angaben zur Verfügung. Die kurzen Ausgrabungsberichte erwähnen einhei­mische Wohngruben und Funde aus dem 2. Jh. unter den römischen Gebäuden 1 . Ebenda, im Areal der Villa kam in einem zusammengebrochenen Speichergefäß ein Schatzfund ans Tageslicht 13 , der aus 2236 Denaren bzw. Antoninianen besteht 14 . Das älteste Stück Stammt von Commodus, die jüngsten Prägungen sind Volusianus und Trebonianus Gallus. 20 Prozent der Fundmünzen stammen aus der Zeit vor Gordian III. Die Prägungen von Gordian sind mit 42 Prozent vertreten. Die Verbergung des Fundes geschah zwischen den Jahren 251-253, gleichzeitig mit den anderen, aus der Umgebung stammenden Hortfun­den, wie z.B. Solymár 15 , Bajót 16 , Brigetio 17 und Intercisa 18 . Diese Verbergung ist wahr­scheinlich im Zusammenhang mit dem quadischen Einfall des Jahres 252, der auch diese

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