K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)
Vorträge - PARATTE, CLAUDE-ALAIN: Zwei grosse gallo-römische Villen des Schweizer Mittellandes
Beide befinden sich auf der Palastmauer (oder auf dem Palasttor), zwischen zwei runden Türmen mit konischem Dach (Abb. 3). Im unteren Teil, auf dem rechteckigen Bild, stellt die Szene ein Frauengemach dar. Zwei, zu Boden gestürzte kalathoi schmücken die äußeren Teile des Bildes. Aus diesen Gefäßen fallen Wollenflocken. Auf dem Boden liegen Spindel und Spinnrocken. Zwei hingestürzte Sitze betonen den Unordnungseffekt. Im Hintergrund des Bildes, stürzt sich Achilleus, mit einem Schild am linken Arm, und einem Speer in der rechten Hand vor. Auf seiner rechten Seite steht eine Frau (wahrscheinlich handelt es sich um Deidamia), die ihn zurückzuhalten versucht (Abb. 4). Auf den beiden Seiten des Paares befinden sich zwei Frauen. Nach der Tradition, handelt es sich um die Dienerin von Deidamia und um ihre Schwester. Chronologie Es ist uns seit 1993 bekannt, daß die Hochebene von Boscéaz seit dem Neolithikum bewohnt war, und dies bis zum Ende des IV. Jh. nach Chr. Das Neolithikum ist mit einer Silexklinge und mit den klassischen Keramikfunden Cortaillods (erstes Drittel des IV. Jahrtausendes) vertreten. Die Bronzezeit ist mit einem doppelten Kindergrab gekennzeichnet. Es enthielt die Skeletten, einerseits eines Kleinkindes (ungefähr 5-10 Jahre alt, nach den Schneidezähnen) auf der rechten Seite liegend, andererseits eines perinatalen Babys auf der linken Seite liegend, beide in geschrumpfter Stelle. Die Funde datieren dieses Grab in die frühere Bronzezeit (Abb. 5,A). Dank der Entdeckung einer Grube, eines Grabens, eines in den Boden gegrabenen Getreidespeichers und eines Begräbnisses, die sich mit Keramikfunden, mit einer Eisenfibel, mit Samenkornen und Strauchgeflechtselementen verbinden lassen, können wir sicherlich und zum ersten Mal im Schweizer Mittelland, die Existenz einer einheimischen, La Tene B-Besiedlung behaupten (Abb. 5, B, C, D, E). Die Ausgrabungen haben es gezeigt, daß vor der großen Villa des II. Jh., eine frühere Villa präexistierte. Im Zentrum des späteren Prachtbaukomplexes wurde nähmlich ein Gebäude freigelegt, das sich in die zweite Hälfte des I. Jh. datieren läßt. Nach der Typologie, können wir diesen Bau in dei Gruppe der Hallenhäuser mit Portikus einordnen. Es könnte sich um ein Herrenhaus einer Villa mit verstreutem Grundriß handeln, der einige, in der Nähe freigelegten, frühen Bauten angehörten (Abb. 5 dunkelgraue Teile). Schließlich, verschiedene Überreste, sowie Pfostenlöcher, Feuerstätte, Spuren von Scheidewänden und Keramikfunde zeugen von einer späten Besetzung im IV. Jh. (Abb. 5 hellgraue Teile). Die Villa von Yvonand-Mordagne Die gallo-römische Villa von Yvonand-Mordagne befindet sich am Ufer des Neuenburger Sees, in der Nähe des vicus Eburodunum (Yverdon) (Abb. 1). Die Gutshofanlage ist seit langem bekannt, es wurden Ausgrabungen seit 1960 durchgeführt. Die systematischen Ausgrabungen konnten aber erst 1990 beginnen 4 . Die Hofanlage der Villa, durch die Luftaufnahmen bekannt, gränzt eine rechteckige Fläche von ungefähr 200 m x 700 m ab (Abb. 6). Die Oberflächenprospektion, sowie die Photoanalysen haben gezeigt, daß innerhalb der Hofanlage mehr als 12 Ökonomiebauten existierten. Die meisten dieser Bauten sind auf der Hofmauer gebaut worden. Das pars urbana, ein palastartiges Herrenhaus, befindet sich im N-Teil der Anlage, und öffnet sich auf den See (Abb. 6,A). Weniger eindrucksvoller als die Villa von Orbe-Boscéaz, besitzt sie dennoch Bäder und weite Zimmer, die mit terazzo oder