K. Palágyi Sylvia szerk.: Balácai Közlemények 1994/3. (Veszprém, 1994)
Vorträge - WAGNER, PAUL: Die villa rustica Friedberg Pfingstweide. Ergebnisse der Ausgrabungen 1980/1981
reums einen Ertragsschwerpunkt im Bereich der Getreideproduktion oder des Getreidenhandels. Sollte der Gesamtertrag der von der villa bebauten Fläche im Stande gewesen sein, die Kapazität des Horreum voll zu füllen, so ist die bebaute Fläche mit mindestens 100 Hektar anzusetzen. Der Ertrag wiederum entspräche in etwa dem Jahresbedarf der in Friedberg stationierten Truppe, einer Ala miliaria. Villa - Tempel - Inschrift: Ein möglicher Eigentümer? Es mag erlaubt sein, die Thesen und Vermutungen zumindest als Gedankenspiele noch etwas weiter auszudehnen. Etwa einen Kilometer westlich des Tempels liegt die Wüstung einer abgegangen Ortschaft namens Straßheim, in deren Kirche beim Abbruch ein Architrav mit Weiheinschrift von einem Tempelbau gefunden wurde. Die Weihung erfolgte an Mars und Victoria: MARTI ET VICTO/RIAE/SOEMVS SEVERVS/CORNICVL/COHIFL/DAMAS/ (MILLIARIA) EQ SAG/ V S L L M. Der Weihende ist ein Cornicularius der Friedberger Ala, dem Namen Soemus Severus nach noch syrischer Abstammung. Der Stein könnte vom Fundort und von seiner Dimensionierung zu dem Tempel im Straßbachtal gehört haben. Wenn nun wiederum der Tempel zur villa gehört hat - und vergleichbar datierende Bau Vorgänge zeigen ja in diese Richtung - dann hätten wir endlich einen Hinweis auf den wohl letzten Besitzer der villa Pfingstweide. Vielleicht erklärt sich dann durch seine Person auch die Entstehung des militärisch anmutenden Horreums und möglicherweise auch entsprechende Verbindungen zur Friedberger Ala und ihrem Getreidebedarf. LITERATUR WAGNER, P.: Der römische Gutshof „Auf der Pfingstweide" bei Friedberg. Wetterauer Geschichtsblätter 32. 1983.1-17. SCHELL, G.: Die römische Besiedlung von Rheingau und Wetterau. Eine historisch-geographische Untersuchung. Nass. Ann. 75. 1964. 1. BAATZ, D.-HERRMANN, F.-R. (Hrsg.): Die Römer in Hessen 1982. 445. SÜß, L.: Ein gallorömischer Achtecktempel in Friedberg. Germania 50. 1972. 153. Unruhen in der 2. Hälfte des zweiten Jahrhunderts: SHA, vita Marci 8,7. - Dio LXXII 11,3.- SHA, vita Did. Jul. 1,6.-H. SCHÖNBERGER: Neuere Grabungen am Obergermanischen und Raetischen Limes. Limesforsch. 2. 1962. 67 bes. 98. Horrea: WEBSTER, G.: The Roman Imperial Army 1974. 197. - THOMPSON, H. F.: Chester Arch. Soc. Jour. 46. 1959. 37. - COLLINGWOOD, R. G.: Transactions Cumberland and Westmoreland. Antiq. Arch. Soc. 20. 1920. 138. - MANNING, W.: Roman Timber Granaries in Britain. Saalburg-Jahrb. 32. 1975. 105. CIL XIII 7395. - ORL B 3 Nr. 26 (Friedberg). 19. Anm. 4; 27.