Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 24/3. (1997) (Szombathely, 1997)
Gyulai Ferenc–Torma Andrea: Az urnasíros kultúra góri településének növényleletei
BAVARIA 24/3 (1998-1999) PARS ARCHAEOLOGICA Menge Getreide vernichtet, dessen Reste man dann in die Gruben gestreut hat. Die obere Schicht mit Getreide dürfte bei dem Brand restlos oxidiert sein, während sich der in den tiefer gelegenen Schichten befindliche Teil durch indirekte Reduktion (schonende Hitzeeinwirkung unter Luftverschluß) in Holzkohle verwandelte. In Tabelle 1 haben wir die Überreste der 37 nachgewiesenen Arten zusammengestellt. Die meisten verkohlten Samen/Früchte (14.554 St.) enthielt Probe 6. (Abb. 1) Wie die anthropogene Verteilung zeigt, handelt es sich bei der Mehrzahl der Arten um Unkrautpflanzen (20 Arten, 54%), gefolgt von den Getreidesorten (8 Arten, 22%), den Vegetationselementen (6 Arten, 16%), den Hülsenfrüchten (2 Arten, 5%), und den Schluß bildet die Gruppe der Ölpflanzen (1 Art, 3%). (Abb. 2) Wesentlich mehr Informationen erhält man, wenn man die anthropogenen Kategorien auf die Samen/Früchte anwendet (Abb. 3). In dieser Relation bilden die Getreidearten den Höchstanteil der Diasporen (16.488 St., 90%). Die Samen der Hülsenfrüchte, Unkraut- und Ölpflanzen sind mit 10% beteiligt, während die 9 St. aus der ehemaligen Umgebung stammenden Samen/Früchteingesamt nicht einmal 1% ausmachen. Bei der Untersuchung der Zusammensetzung der Getreidearten ergab sich, daß in erster Linie Spelzsorten angebaut wurden (Abb. 4). Das wichtigste Getreide war der Emmer, von ihm stammen 43% aller Körner. An zweiter Stelle folgte das Einkorn (26%) und an dritter der Dinkel (10%). Diese Tatsache ist besonders bedeutsam, da sich die Spelzkörner nur sehr schwer identifizieren lassen. Zum Glück hat uns das Vorhandensein der mit großer Sicherheit bestimmbaren Spelzbasen unsere Aufgabe erleichtert. Die Zahl der Gerstenkörner (4%) deutet darauf, daß diese Getreideart nicht allzu bedeutend war, und dasselbe gilt auch für die Hirse (1%). Möglicherweise hat man sie selbständig, vielleicht aber auch nur sekundär ausgesäht. Angebaut wurde sie auf jeden Fall, wie die gesäuberten, d. h. entspelzten Körner beweisen. Darüber hinaus fanden wir, wenn auch nur in Spuren, einen höher entwickelten Typ des Saatweizens sowie dessen Unterart, den Zwergweizen. Außerordentliche Bedeutung ist den in Probe 5 gefundenen wenigen Roggenkörnern beizumessen, da es sich hier um das früheste Vorkommen des Roggens in Ungarn handelt. Wie neben den Resten von Unkrautpflanzen die Spelzbasenfragmente (furca bicornis) von Einkorn, Emmer und Dinkel zeigen, hat man das Getreide gesäubert bzw. wahrscheinlich gewendet. Daraus lassen sich zwei Rückschlüsse ableiten: - Das abgeerntete und eingelagerte Getreide wurde nicht vollständig von Verschmutzung gesäubert, - die „Nebenprodukte" der Getreidesäuberung (Spelzbasen, Unkrautsamen usw.) verbrannte man und schüttete die Reste dann in eine Grube, wo sie sich mit dem bei der Feuersbrunst verbrannten Getreide vermischten. Auch die Negativabdrücke der in den bei der Grabung sehr zahlreich zum Vorschein gelangten Strohlehmstücken befindlichen Spelzblatt- und basenfragmente bzw. der gedroschenen, eventuell gesäuberten/gewendeten Überreste tragen zur Bekräftigung unserer Annahme bei, daß ausschließlich Spelzgetreide angebaut wurde. Zum entwickelten Getreideanbau gesellt sich im allgemeinen der spezialisierte Anbau von Küchengartengewächsen. Wie die Erbsen- und Linsensamen beweisen, war dies auch im vorliegenden Fall so. Als Ölpflanze baute man Saatleindotter an. Einige feste, d. h. nicht an Keramik erhalten gebliebene, verkohlte Speiserestfragmente gewähren einen Einblick in die Küchengeheimnisse der Hausfrau von damals. Zur Analyse des biologischen Spektrums zogen wir das System der Lebensformen von Ranunkier, Ellenbergs 1 pflanzensoziologisches System bzw. die von Oberdorfer 2 verwendeten Area-Kategorien heran (Tabelle 2). Pflanzen Soziologie und Ökologie ermöglichen es, die subfossilen Pflanzenreste anhand verschiedener ökologischer Kriterien zu systematisieren und in Anlehnung an Jacomet, Brombacher und Dick 3 auch auf die einstige Umgebung zu folgern. Im Ergebnis der ökologischen Auswertung der Artenzusammensetzung des botanischen Fundmaterials kann festgestellt werden, daß 29% der Arten (11 St.) Kulturarten sind (Abb. 5). Das Hackunkraut (9 Arten) und das Getreideunkraut (6 Arten) sind mit 24% bzw. 16% vertreten. Kornrade, Acker- und Roggentrespe, Ackerlaubkraut, Windenknöterich und einjähriger Ziest waren die Unkrautpflanzen (Secalietea) der im Herbst zur Aussaat gelangenden Getreidearten (Emmer, Einkorn, Wintergerste). Reich ist auch die Unkrautflora des im Frühjahr ausgesäten Getreides: Taumelloch, niedrige Borstenhirse, Vogelsternmiere, Ackerhellerkraut, weißer und Bastardgänsefuß, Ampferknöterich, schwarzer Nachtschatten. Hier sei angemerkt, daß das schwarze Nachtschattengewächs auch als „Pionier" an Gewässerufern bekannt ist, bzw. daß der weiße und Bastardgänsefuß gleichzeitig Ruderalpflanzen sind, d. h. Arten, die auf stickstoffreichen Schuttplätzen gedeihen. Da diese Arten zusammen mit Kulturpflanzen ans Licht kamen, gehen wir wohl nicht fehl, wenn wir sie 1 ELLENBERG 1979,97. 2 OBERDORFER 1983,1051. 3 JAMOMET - ROMBACHER - DICK 1989,348. 360