Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 24/3. (1997) (Szombathely, 1997)
Gyulai Ferenc–Torma Andrea: Az urnasíros kultúra góri településének növényleletei
GYULAI FERENCTORMA ANDREA: DIE PFLANZENFUNDE EINER SIEDLUNG DER URNENFELDERKULTUR IN GÓR für deren Unkrautarten zu halten. Der Anteil der aus der ehemaligen Umgebung stammenden Arten - einschließlich Ruderalpflanzen - beträgt 31%. Die Siedlung muß in der Nähe eines Gewässers oder Sumpfes gelegen haben, denn das im Fundmaterial enthaltene gemeine Sumpfried ist eine Schilfgrasart. Sehr wahrscheinlich gab es auch eine Wiese, die aber keineswegs feucht, sondern eher durchschnittlich fruchtbar, mitunter trocken gewesen sein dürfte, wie die von hier stammenden entspelzten Körner der weichen und aufrechten Trespe sowie die Halbschalen des kahlen Kreuzlabkrautes beweisen. Der echte Gamander hingegen läßt die Nähe eines Waldes vermuten. Die Arten weiße Nachtnelke, Vogelknöterich, Eisenkraut und unbegrannte Trespe sind Mitglieder ruderaler Unkrautvergesellschaftungen und in solchen, menschlichen Einflüssen ausgesetzten Gebieten (Gräben, Straßenränder, Böschungen, Umgebung von Gebäuden) zu finden, wo der Boden stickstoffreich ist oder eventuell gedüngt wurde. All das beweist, daß die Bewohner der prähistorischen Siedlung eine rege, hochentwickelte und mannigfaltige landwirtschaftliche Tätigkeit betrieben haben: 94% des botanischen Fundmaterials sind Kulturpflanzen (Abb. 6). Somit trägt die Aufarbeitung des Fundmaterials in vielem zur Bereicherung der bislang erworbenen Kenntnisse über den spätbronze- und früheisenzeitlichen Pflanzenanbau in Ungarn bei. 4 4 GYULAI 1993,59,14 f.