Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 21/1. (1992) (Szombathely, 1992)
Imre Gráfik: Őrisziget – Siget in der Wart (ein Baudenkmal-komplex „in situ” und eine historisch-ethnographische Sammlung)
Im Gebiet des zum Denkmalschutz und zur Revitalisierung vorgeschlagenen Dorfzentrums sind selbstverständig schon umgebaute, modernisiert erneuerte und ganz neue Wohnhäuser und öffentliche Gebäude zu finden. Deren Plazierung aber in dem Raum, ihre Verhältnisse zu den Objekten von historischem Wert sowie ihre technische Ausführung und infolgedessen ihre Anpassung in das Gesamtbild gefährden glücklicherweise das auszugestaltende Programm von Grund aus nicht. Darauf ist aber in der Zukunft zu achten, dass das Gesamtbild des Raumes durch das die noch bestehende relative Harmonie störende neue Objekt nicht gestört wird. Aus der Vorgeschichte des Gedankens von dem in unserem Vortrag/unserer Studie skizzierten Programms ist darauf zu schliessen, dass dessen Realisierung nicht auf den Anstrengungen begeisterter und sich verpflichteter Privatpersonen, der Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Verwaltungsorgane bzw. der Kleingemeinschaften und Vereine beruhen darf. Sie können die Wachhaltenden, Schwingkräfte der Vorstellungen sein, die mit Recht nicht nur regionale Aufmerksamkeit sondern auch Landesinteresse zu erwecken vermögen. Es ist aber unentbehrlich und unerlässlich, dass die über organisatorische Gegebenheiten und eine finanzielle Basis verfügenden Institutionen und Behörden auf der Angelegenheit Seite treten und sie neben der bisherigen meistens prinzipiellen, moralischen Unterstützung wirksame praktische und finanzielle Hilfe im Interesse der baldigen Verwirklichung des Programmes leisten. Mit Vergnügen können wir darüber Rechenschaft ablegen, dass gewisse kleine Schritte fortdauernd getan werden. Z. B. in der Angelegenheit der ortsgeschichtlichen Sammlung „hat schon Herr Bürgermeister Pomper ein bindendes Versprechen bezüglich der Instandsetzung des Gebäudes gemacht und das Landesmuseum hat schon auch bisher die Auslagen der Bestandaufnahme und Restaurierung einzelner Kunstgegenstände, die von den Fachleuten der Komitatsmuseen von Vas durchgeführt worden sind , bestritten . " 22 Die Stunde drängt aber und zwar in mehreren Hinsichten. Einerseits können die heute noch vorhandenen, bestehenden Gegebenheiten aus Mangel an Hoffnung der endgültigen Lösungen an Wert verlieren bzw. sich in die Richtung der einen leichteren Widerstand darstellenden Halblösungen verschieben. Anderseits können der Schwung und die Triebkraft der im Interesse der Verwirklichung der sich spontan zusammengesetzten Kräfte nachgeben und im Laufe des aussichtslos lange dauernden Prozesses ausser Atem kommen, zerfallen und letzten Endes aufhören. Drittens beansprucht die Erneuerung der Kunstgegenstände infolge der natürlichen Veralterung, des natürlichen Verbrauchs und des Verfalls immer mehr fachlichen und materiellen Aufwand, welcher letztere auch durch das Vergehen der Jahre und die Inflation beschleunigt werden kann. Der grösste Verlust betrifft natürlich den Istbestand, bedeutend ist auch die Beeinträchtigung der Mentalität der Gemeinde und ihrer Individuen, die die nicht wünschenswerte Ausnützung der in den historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Werten verborgenen Möglichkeiten, die auch nicht in entsprechendem Masse benützt werden, zur Folge hat. In weiterem Zusammenhang kann das Stoppen des schädlichen Prozesses mit dem skizzierten Programm von Siget in der Wart in Verbindung gebracht werden, nach dem „.. .uralte wertbewahrende Verhaltensformen zunichte werden, die kulturellen Werte und Eigenarten des Dorfes verlorengehen." 23 Die Verhinderung und Korrektion dieses Prozesses stellen das Gesamtinteresse der Gesellschaft dar. Kein Zufall, dass die sogenannte Dorferneuerungsbewegung in den 39