Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 17-18. (1983-1984) (Szombathely, 1989)

Régészet - Fekete Mária: Késő-hallstattkori lakóház leletmentése Csöngén

Um 180 wurde er zum Mitglied des ordo von Savaria. (Dies folgt daraus, daß er vor 194 bereits alle Amtsstufen der städtischen Karriere beging, dabei trug er wahrscheinlich sogar zweimal die alle fünf Jahre zu besitzende Würde des quinquennalis , zuvor betätigte er sich auch als Questor und Aedilis.) 194 oder etwas später 36 wurde er zum Mitglied des ordo von Carnuntum. Nach 198 wurde er in das ordo equester aufgenommen. Vor 211 war er sacerdos arae Augg. provinciáé Pannóniáé Superioris. Nach 212 beging er alle drei Dienststufen der ritterlichen Karriere (militia eque­stris) : tribunus militum legionis XIII Geminae Antoninianae, tribunus cohortis II Mattiacorum milliariae equitate, praefectus alae Hamiorum I Surorum milliariae. 219 lebte er schon vom amtlichen Dienst zurückgezogen in Carnuntum. Aufgrund oben angeführter Angaben können wir versuchen, den Hintergrund dieser Karriere - jeweils mit Einschaltung von zahlreichen Folgerungen - in der Form einer Biographie zu entwerfen. III. Man konnte sich im Allgemeinen erst nach einem Lebensalter von 25 Jahren zum Decurio erheben,.wenn Rechtstellung und begüterte Lage Einen dafür gleicherweise geeignet machten 37 . Davon ausgehend können wir die Geburtszeit von L. Octavius Faustinianus um 155-160 annehmen. Sein Geburtsort mag sogar Savaria gewesen sein 38 , aber es scheint noch wahrscheinlicher, daß er oder seine Familie aus Poetovio in diese Stadt kam. Diese Annahme wird von der Dedikation der geradezu vorgestellten Inschrift unterstützt : der Kult von Iuppiter Depulsor war nämlich ganz spezifisch in den religiösen Leben von Poetovio und seiner Umgebung verbreitet 39 . Unter den religiösen Verhältni­ßen der Kaiserzeit war ziemlich gewöhnlich, daß man von der Heimat entfernt beim gegebenen Anlaß der lokalen Gottheit des verlassenen Geburtsortes eine Inschrift wid­mete 40 . Der Familienname Octavius war sowohl in den 1-2. Jahrhunderten als auch in der Severerzeit in erster Linie in Südpannonia und die Bernsteinstraße entlang verbrei­tet 41 . Laut Feststellungen der familiengeschichtlichen Forschung waren die Träger dieses Namens hauptsächlich Abkömmlinge von Familien italienischer, dalmatischer und süd­gallischer Herkunft 42 . Die großen Markomannenkriege verursachten auch in der Bevöl­kerung von Savaria bedeutende Menschenverluste 43 , und nach den Kriegen - d. h. in den 80er Jahren des 2. Jahrhunderts - kamen Träger neuer, charakteristisch italienischer Namen in einer höheren Zahl in der zum Teil unbevölkerten Stadt an 44 . (Diesen Charak­ters ist auch der Name Octavius.) Die neuen Einsiedler stammten sicherlich nicht unmittelbar aus Italien, sie schieden sich wohl aus der Bevölkerung der Städte an der südlichen Strecke der Bernsteinstraße - so unter Anderem aus Poetovio - aus. Zu ihnen soll auch Faustinianus gehört haben. Der in Savaria angekommene junge Mann stammte ohne Zweifel aus einer begüter­ten Familie, sonst hätte er kaum fast sofort nach der Umsiedlung unter die Mitglieder des ordo decurionum gelangen können. Seine spätere Laufbahn zeugt nicht nur von einer begüterten Lage, sondern auch von einer hohen Stufe persönlicher Ambitionen und Aktivität. So ist kein Wunder, daß er die Stufen der amtlichen Karriere im öffentlichen Leben der Kleinstadt, die sich nach den Kriegen nur langsam erholte 45 , schnell bestieg. Seine ganze Laufbahn bezeugt, daß er besonders in Wirtschafts- und Handelsbereichen tätig war : in ordo betätigte er sich als Quaestor und Aedilis - er stand also für die Wirtschaftsangelegenheiten und die Versorgung der Stadt zu -, dabei war er Vorsitzender 147

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