Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 17-18. (1983-1984) (Szombathely, 1989)

Régészet - Fekete Mária: Késő-hallstattkori lakóház leletmentése Csöngén

der Eigenschaft des Decurio von Savaria und als Träger der offiziellen Würde des Stadtpriesters, ferner als praefectus (oder patrónus) des collegium fabrum et centonario­rum Bauarbeiten in der Stadt an. Das von ihm finanzierte gewaltige Bauwerk - zu ihm gehörten eine Säulenhalle und wahrscheinlich auch ein Ratsaal (?) an -, kann man sich mit größter Wahrscheinlichkeit als den Sitz des Collegiums vorstellen, der im südlichen, in der Severus-Zeit ausgebauten neuen Stadtteil 23 von Savaria, in der Nähe des Iseums 24 und der daran angelegten weiteren Tempel 25 stand. Nach übereinstimmender Aussage anderer Denkmäler beherbergte dieses Stadtviertel am Ende des 2. und am Anfang des 3. Jahrhunderts die Gebäude der römischen Stadt, die wir auch heute noch für die representativsten halten: die munera der städtischen Decurionen wurden regelmäßig in dieser Region errichtet. Selbst Faustinianus erstellte seine beiden Inschriften von Savaria in diesem Stadtviertel 26 . Der oben analysierte Überrest der Inschrift ergibt keinen Anhaltspunkt für die weiteren Stationen der Karriere von Faustinianus, aber die ausführliche Bekanntgabe seiner Stadtämter in Savaria, ferner das Ausbleiben der Erwähnung des Decurionates in Carnuntum weisen darauf hin, daß der Decurio damals noch kaum imstande war, nach seinem Namen den in Pannónia verhältnißmäßig so selten gebrauchten Titel equo publico in den Stein einmeißeln zu lassen. Die Inschrift wurde höchstwahrscheinlich in der ersten Hälfte der 90er Jahre des 2. Jahrhunderts - unbedingt vor 194 27 - erstellt. Als Zweites entstand von 198 bis 211 das lange bekannte Bruchstück von Savaria (RIU. Nr. 71.). An ihm spielt Octavius Faustinianus als Decurio von bereits zwei Städten, Savaria und Carnuntum, sowie als Mitglied des ordo equester und als amtieren­der Oberpriester der Provinz eine Rolle. Da die dafür Erkorenen letztere Würde nur ein Jahr lang trugen 28 , bezeugt die Inschrift im Falle von Faustinianus, daß er erst nach der Erhaltung des Decurionates von Carnuntum, sowie nach der Aufnahme des Titels equo publico zum sacerdotium der Provinz erhoben wurde. 29 In der Eigenschaft des amtierenden Oberpriesters leistete er - ähnlich zu seinen Amtskollegen 30 - wieder einmal eine bedeutende Gabe für Savaria. Das erhalten geblie­bene Bruchstück der Inschrift sagt davon zwar nichts aus, doch das Äußere und der im Originalen wahrscheinlich großer Ausmaß des Denkmals 31 lassen auf eine repräsentative Bau- oder Schenkinschrift folgern. Der Fundort der Inschrift weist darauf hin, daß der Gegenstand der Gabe diesmal ein Tempel oder ein anderes kultisches Gebäude (bzw. irgendwelche Zugehörigkeit dessen) gewesen sein soll: der Fundort in der heutigen Thököly Straße 18 (Lange Straße 100.) befindet sich nämlich in der unmittelbaren Nähe des Iseums 32 . Mit welchem Tempel dieser Gegend die Inschrift in Zusammenhang zu bringen ist 33 , besagt keine Angabe. Als Dritte wurde man die Statuenbasis von Carnuntum im Jahre 219 aufgestellt. Zu dieser Zeit wußte Faustinianus nicht nur alle Stufen der amtlichen Karriere, die in einer Provinz überhaupt zugänglich waren, sondern auch die Stationen des für die neuen Mitglieder des Ritterordens des römischen Reiches vorgeschriebenen militärischen Dien­stes hinter sich. Er zog sich als militärischer Befehlshaber ritterlichen Standes - er sprang eine formale Stufe der très militiae einfach hinüber 34 , von dem kommandierenden Posten einer ala milliaria 35 in der Hauptstadt der oberpannonischen Provinz in Ruhestand zurück. Die heute bekannten drei Inschriften entstanden also im Laufe von etwa drei Jahrzehnten, und wir sind in der Lage, mit der Hilfe der aus ihnen gewonnenen Angaben den Ablauf einer keineswegs alltäglichen Karriere in Pannónia aufzuzeichen. Die zeitgemäß sicheren Anhaltspunkte im Lebenslauf von L. Octavius Faustinianus sind die Folgenden: 146

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