Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 17-18. (1983-1984) (Szombathely, 1989)
Régészet - Fekete Mária: Késő-hallstattkori lakóház leletmentése Csöngén
II. Der Name und der Lebenslauf des Decurio von Savaria, der an der nun vorgestellten Inschrift eine Rolle spielt, waren aufgrund anderer Denkmäler auch bis jetzt bekannt. Die repräsentative Basis von Carnuntum, die die späteren Phasen der Laufbahn von Faustinianus kundgab, wurde das erste Mal im Jahre 1960 von A. Betz publiziert 12 . Im Späteren beschäftigten sich H. G. Kolbe 13 , G. Alföldy 14 und L. Balla 15 mit diesem Denkmal ausführlich. Die sich aus der Inschrift ergebenen Probleme wurden auch von A. Mócsy und E. Swoboda 16 kurz behandelt. Die Inschrift von Carnuntum wurde am 13. August 219 am Postament einer Geniusstatue erstellt, die Faustinianus dem collegium fabrum zu Carnuntum schenkte. Die Person des Donators erscheint in dieser Inschrift bereits als Decurio von Savaria und Carnuntum, Mitglied des Ritterordens (equo publico), sowie als ehemaliger Oberpriester des Kaiserkultes in Pannónia ( sacerdotalis p. P. S.). Die Inschrift zählt auch die einzelnen Stationen der militia equestris von Faustinianus auf 17 . Die Inschrift an der Basis von Carnuntum ließ den Familiennamen von Faustinianus unbestimmt: A. Betz und H. G. Kolbe lösten die brüchigen Buchstaben nicht auf 18 , G. Alföldy schlug die Lesung [L. OJct(avius) M(arci) f(ilius) vor, die auch von L. Balla akzeptiert wurde. Die hier angeführte Inschrift von Savaria spricht in der Hinsicht gänzlich für diese Ergänzung. G. Alföldy war es, der den Widmer der Inschrift von Carnuntum mit dem anonymen Widmer eines lange bekannten Bruchstückes von Savaria 19 in Zusammenhang brachte: und zwar auf der Grundlage, daß auch diese letztere Inschrift eine Person ritterlichen Standes, einen Oberpriester des provinziellen Kaiserkultes erwähnt, jemanden, der zur gleichen Zeit Decurio von Carnuntum und wahrscheinlich auch von Savaria war. (3. Abbildung.) Diese Identifizierung nahm L. Balla an, während A. Mócsy Vorbehalte machte 20 . Unseres Erachtens ist die Ergänzung von G. Alföldy wegen der auffallenden Übereinstimmung der Titel und ihrer Reihefolge als vollkommen begründet zu betrachten. Dazu kommt noch die enge Verwandtschaft der Buchstabentypen des jetzt vorgestellten Bruchstückes mit denen des anderen Bruchstückes. Daher kann der Widmer des Inschriftbruchstückes von Savaria unter RIU. Nr. 71. fast ganz sicher mit dem Dedikant der Basis von Carnuntum und der jetzt vorgestellten Inschrift von Savaria, mit L. Octavius M. f. Faustinianus identifiziert werden. An dem Denkmal von Savaria unter RIU. Nr. 71. sind die Würden des Inschriftenwidmers die Folgenden: [dec(urio) col(oniae) Cla(udiae)] S(avariensium) dec(urio) [col(oniae) Sept(imiae)] Kam (untensium) [equo pjublic(o) [sac(erdos) arjae Auggfustorum duorum) fprovincjiae P(annoniae) S(uperiroris). 21 Dementsprechend kam dieses Denkmal etwas früher als die Basis von von Carnuntum zustande, da der Dedikant der Inschrift hier noch als aktiver Oberpriester der Provinz erwähnt wird und natürlich auch die Aufzählung der Stationen der militia equestris fehlt. Die Erwähnung von den beiden Augusten läßt das Bruchstück von Savaria auf die Zeit der gemeinsamen Herrschaft von Septimius Severus und Caracalla von 198 bis 211 datieren. 22 Aufgrund der im Früheren erörterten Fakten waren die heute bekannten drei Inschriften von L. Octavius Faustinianus in der folgenden Reihefolge aufgestellt worden : / (ovi) о (ptimo) m(aximo) Depujlsori pfro salute / Savariejnsium pofrticum cum I ?exedr]aquamL (ucius) OfctaviusM (arci) f(ilius) / FaustiJnianus dec(urio) [c(oloniae) C(laudiae) Sav(ariensium) praef(ectus) vagy patr(onus) / Ilvir i(ure) d(icundo) Ilvir q(uin)] q(uennalis) fl[amen vagy-am( inicius ) coloniae vagy divi Claud(ii)] [ .] Die Erste war die jetzt vorgestellte Bautafel. Nach ihr ordnete Faustinianus, der bereits alle Stufen der Munizipalkarriere (omnibus honoribus functus) begangen war, in 145