Savaria - A Vas Megyei Múzeumok értesítője 3. (Szombathely, 1965)
Maria Zlinszky–Sternegg: Beiträge zur Baugeschichte der ehemaligen Zisterzienserabtei Sant Gotthard (Szentgotthárd)
So endete die erste Kirche Sankt Gotthards. Es ist aber anzunehmen, daß sie nicht vollständig zerstört wurde, vielmehr blieben die Reste der monumentalen romanischen Kirche auch weiterhin bestehen. Die Patronatsherren protestantischen Glaubens bemühten sich nicht um eine erneute Einführung des Gottesdienstes. Das Klostergebäude jedoch wurde in den ersten Jahrzehnten des XVII. Jahrhunderts von neuem wohnbar gemacht, und auch die Festung wurde wieder hergestellt. In der Schlacht zu Sankt Gotthard-Mogersdorf 1664 spielte das ehemalige Stift keine Rolle. Es findet sich jedoch abgebildet auf einigen Stichen, welche die Schlacht darstellen. Wenn wir einen solchen Stich (S. Abb. 4) mit dem Gemälde aus dem Jahre 1734 (S. Abb. 1.) vergleichen, können wir auf beiden wenigstens das Torgebäude mit der Brücke und den viereckigen Turm identifizieren. In den Jahren 1676—1677 errichtete Erzbischof Georg Széchenyi, Titularabt und Besitzer von Sankt Gotthard die zweite Kirche (S. Abb. 5. Marmorplatte der Kirchenfassade mit Jahreszahl, Inschrift und mit Wappen des Erzbischofs). Er ließ auch das Klostergebäude instandsetzen (S. darüber T. Heimb Anm. 13.). Der Gesamtaufwand dieser Bauten belief sich auf 12.000 Gulden. Die Zisterzienser von Heiligenkreuz übernahmen im Jahre 1734 diese zweite Kirche und die anschliessenden Wohn- und Wirtschaftsgebäude. * * * Schliessen sich die Bauten Széchenyis den mittelalterlichen an ? Besteht ein Zusammenhang zwischen diesen und der jetzigen dritten Abteikirche ? Kann man noch das Vorhandensein von Resten des mittelalterlichen Stiftes voraussetzen und an welcher Stelle wären sie zu suchen ? Das sind offene Fragen der Baugeschichte. Es blieben im Archiv des Stiftes Heiligenkreuz mehrere Baupläne des Baumeisters Franz Anton Pilgram für das neue Barockstift Sankt Gotthard erhalten, die wir hier veröffentlichen. Sie sind für die Beantwortung der gestellten Fragen von ausschlaggebender Bedeutung (Abb. 6-10). Die Baufläche ist der sogenannte Burghügel von Sankt Gotthard. Der höchste Teil des Hügels bildet ein abgerundetes Viereck, mit ungefähr 110 m Länge in der Richtung NordSüd und 70 m Breite von West nach Ost. Pilgrams Grundriß (S. Abb. 11.) beweist, daß Abt Robert Leeb das ganze Plateau als Bauplatz verwenden wollte. Die geostete dritte Kirche sollte im Mittelpunkt stehen, nach Norden und Süden zu sollten sich die Klosterflügel anschließen. (S. Abb. 8.) Die Széchenyischen Bauten wollte man also offensichtlich abtragen lassen. Bis dorthin aber sollten sie noch genützt werden: die Kirche zu gottesdienstlichen Zwecken, die Wohnräume zur Unterbringung des Konvents und der Bauarbeiter. So wurde zuerst — im Jahre 1740 —, mit dem Bau des südlichen Klosterflügels begonnen. Nachdem man diesem im Jahre 1746 beziehen konnte, trug man die alten Wohngebäude ab und fing an, die Barockkirche zu erbauen. Die zweite Kirche blieb währenddessen als Pfarrkirche noch erhalten, sie lag ohnehin ausserhalb der geplanten Mauern des nördlichen Quadrats, am äusseren Rande des Hügels (S. Abb. 11.). Abt Robert Leeb starb während der zweiten Bauperiode im Jahre 1755, Baumeister Pilgram im Jahre 1761, so wurde der monumentale Plan nicht zu Ende geführt. Abt Alberick Fritz ließ zwar die Kirche vollenden, er weihte sie im Jahre 1764 ein, doch der Bau des nördlichen Klosterflügels wurde nicht durchgeführt. So blieb die zweite Kirche auch weiterhin erhalten. Abt Marian Reutter ließ diese nach 1790 in einen Kornspeicher umbauen. Die Fassade wurde vereinfacht (S. Abb. 16), man vermauerte die Fenster, Stockwerke aus Balken und Brettern wurden eingebaut, sonst aber ließ man das Gebäude unverändert (Abb. 14-20). Die erste Kirche stand sicherlich an der Nordseite des mittelalterlichen Stiftes. Sie 312