Gaál Attila (szerk.): Pannoniai kutatások: A Soproni Sándor emlékkonferencia előadásai - Bölcske, 1998. október 7. (Szekszárd, 1999)

Mráv Zsolt: „VALENTINIANUS ... IN IPSIS QADORUM TERRIS QASI ROMANO UITI IAM VINDICATIS AEDIFICARI PRAESIDIARIA CASTRA MANDAVIT.” (Amm. Marc., XXIX. 6,2) – I. Valentinianus kvád külpolitikája egy vitatott Ammianus Marcellinus szöveghely tükrében

wesentlich mehr als nur den Bau eines Kastells gegangen sein. Denn die von Valentinian initiierten Befestigungsarbeiten ansich dürften Ammianus kaum zu der Bemerkung ..Jam vindicatis... veranlaßt haben. Die Verwendung des Ausdruckes läßt sich demnach - gemessen an seiner Gewichtung und Ungewohntheit - nur auf eine Art und Weise erklären, und zwar mit seinem Wirklichkeitsgehalt, genau so, wie ihn Ammianus formuliert hat. Fraglich ist, ob die... Gebiete der Quaden, die er - quasi nach römischem Recht - schon sich selber zueignete ... auf das ganze quadische Königreich zu beziehen sind oder nicht. Aus den die übereilten Schritte des jungen dux Marcellianus kritisierenden Worten des Ammianus Marcellinus - ... (t.i quadi), quos numquam temptate cupiditatis figmenta regionum suarum faciebant extorres (Amm. Marc. XXIX 6, 4) - folgt, daß man beabsichtigte, Quaden von ihrem eigenen Boden zu vertreiben. Das kann nichts anderes bedeuten, als daß sie mit diesen den quadischen Bewohnern entrissenen Gegenden (regiones) etwas vorhatten: sie wollten sie - den früheren Zustand ändernd (Amm. Marc. XXIX 6, 4) - expropriieren, also für sich beanspruchen. Die Bemerkung ... quasi Romano iuri iam vindicatis ... bezieht sich auschließlich auf diese Gebiete, unter denen somit lediglich ein bestimmter Teil des quadischen Königreiches zu verstehen ist, keineswegs jedoch dessen gesamtes Territorium. (Denn daß die Römer das ganze quadische Volk in den Stand von extorres versetzt haben sollen, ist unwahrscheinlich.) Grund für den Protest der Quaden mag demnach gewesen sein, daß Valentinian, um die Wirksamkeit des pannonischen Grenzschutzes erhöhen und die geplanten Festungsbauten realisieren zu können, als einseitigen Schritt Ländereien aus dem quadischen Königreich ausgrenzte, die er - durch Umsiedlung der dort lebenden Einwohnerschaft - unter römische Verwaltung stellen wollte. Eine Schlüsselfrage zur Interpretierung der Ereignisse lautet, wo diese expropriierten Gebiete zu suchen sind. Die Antwort darauf ist eindeutig: Dort, wo die Kastelle errichtet wurden und wo im quadischen Barbaricum zur Zeit Valentinians nachweislich militärische Bautätigkeit stattfand. Ob sich der Ausdruck praesidiaria castra auf ein Kastell oder mehrere bezieht, ist nicht mit völliger Gewißheit zu entscheiden. 21 Rein grammatisch gesehen läßt das Wort castra beide Möglichkeiten zu. Allerdings war der eventuelle nihil inquietum acturos, sed foedera ad praestitutum usque diem, quia id nostris placuerat, cum munimento seruaturos intacto frugesque portaturos umeris, si defuisse sibi docuerint defensores." (Amm. Marc. XVII 1, 13). 21 DITTRICH 1984, 95-96; SASEL KOS 1996, 167. 93

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