Gaál Attila (szerk.): Pannoniai kutatások: A Soproni Sándor emlékkonferencia előadásai - Bölcske, 1998. október 7. (Szekszárd, 1999)
Mráv Zsolt: „VALENTINIANUS ... IN IPSIS QADORUM TERRIS QASI ROMANO UITI IAM VINDICATIS AEDIFICARI PRAESIDIARIA CASTRA MANDAVIT.” (Amm. Marc., XXIX. 6,2) – I. Valentinianus kvád külpolitikája egy vitatott Ammianus Marcellinus szöveghely tükrében
vindicatis..., die darauf hinweist, daß das quadische Gebiet unter römische Herrschaft gestellt werden soll, Bedeutung beizumessen. Spätrömische Quellen hielten die außerhalb der Grenzen des Imperiums befindlichen und dort dauerhaft bestehenden Kastelle für Objekte, die in barbarischem Gebiet errichtet wurden. Die Eintragung der Consularia Constantinopolitana (im weiteren Cons. Const.) für das Jahr 294 verzeichnet in barbarico zwei am linken Ufer der Donau erbaute Kastelle. 14 Das am rechten Rheinufer gelegene castrum Divitensium war - wie Bauinschriften bezeugen ... in eorum terris ... der Franken gebaut worden (CIL XIII 8502). Der Text einer in Köln zum Vorschein gelangten Grabinschrift - occisus in barbarico iuxta Divitia a Franco (ILS 2784) - deutet gleichfalls auf die Lage des Kastells im Barbaricum. 15 Das jenseitige Ufer der Grenzflüsse gehörte - ungeachtet der Tatsache, daß dort römische Festungsanlagen zu finden sind - offiziell bereits zum Barbaricum} 6 Mit demselben Bedeutungsgehalt verwendet den Ausdruck auch Ammianus Marcellinus. 17 Unmittelbarer Vorläufer und nächste Parallele zu dem im Inneren des Quadenlandes geplanten Lagerbau ist die Unternehmung Valentinians vom Herbst 369 n.Chr., als man auf seinen Befehl fern vom Rhein, in monte Piri, qui barbaricus locus est (Amm. Marc. XXVII 2, 5), ein munimentum zu bauen begann. 18 Mit keinem Wort erwähnt Amminaus im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben, daß der Kaiser das Land der Alemannen durch diesen Schritt als römisch betrachtet hätte, wohingegen er die Lage des Berges im Barbaricum unterstreicht. 19 Ein Festungsbau auf feindlichem Boden oder im Gebiet von Verbündeten ging also nicht mit dessen gleichzeitiger Enteignung einher. Die dem Imperium benachbarten Stämme wurden in Verträgen dazu verpflichtet, die in ihren angestammten Gebieten errichteten Militärobjekte zu dulden, ja sogar die Garnison zu versorgen, wenn deren Vorräte ausgingen. 20 Im Falle des Quadenlandes mochte es dennoch um 14 SOPRONI 1977; TÓTH 1980; TÓTH 1982; BERTÓK 1995; MRÁV 1996, 13-15; BERTÓK 1997, 165171. 15 WEILER 1965, 38. 16 CHRIST 1959, 279; WEILER 1965, 38. 17 S. beispielsweise: „... eius (t.i. Suomarii regis) enim pagi Rheni ripis ulterioribus adhaerebant" (Amm. Marc. XVIII 2, 8); „... ultra flumen aedificiis positis subradens barbaros fines." (Amm. Marc. XXVIII 2, 1); „... (t.i. Athanaricus) despexisse ajfirmantem se religione deuinctum, ne calceret solum aliquando Romanum, hacque causatione principem firmare pace in medio flumine coegisse." (Amm. Marc. XXXI 4, 13) (vgl. DITTRICH 1984, 167-168). 18 STEMMERMAN 1940, 79-81; OELMANN 1952, 96; SCHÖNBERGER 1969; HEUKEMES 1981, 466471. 19 In Verbindung mit diesem Ereignis schuf man gleichzeitig mit dem Kastells auf dem mons Piri (Heidelberg, Heiligenberg? s.: STEMMERMAN 1940, 79-81) noch andere militärischen Zwecken dienende Objekte bzw. Schiffsländen, und zwar gegenüber von dem ebenfalls valentinianischen Kastell Alta Ripa (SCHNURBEIN 1989), bei Mannheim-Neckarau (Amm. Marc. XXVIII 2, 2-4; SCHLEIERMACHER 1942) und weiter entfernt bei Ladenburg (Lopodunum) (HEUKEMES 1981). 20 Solch einen mit - den außerhalb der Reichsgrenzen, auf barbarischem Boden erbauten - Kastellen zusammenhängenden Vertrag erwähnt Ammianus Marcellinus: „... iurantes conceptis ritu patrio verbis 92