Gaál Zsuzsanna - K. Németh András (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum évkönyve 36. (Szekszárd, 2014)
Sümegi József: Báta és a Garaiak.1
JÓZSEF SÜMEGI Báta und die Familie Garai (Erste Mitteilung) Die Benediktinerabtei in Báta war dank ihrer Reliquie „Heiliges Blut” eine der wichtigsten Weihestätte vom ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhundert bis zu der tragischen Schlacht in Mohács. Die meist bekannten Weihestätten des Spätmittelalters werden nämlich auch in den drei ausführlichen Landesbeschreibungen von Petrus Ransanus, Antonio Bonfini und Miklós Oláh aufgezeichnet. Alle dieser Werke erwähnen die Grabstätte vom König Sankt Stephan und seines Sohnes Prinz Sankt Emmerich in Székesfehérvár, die von St. Johann Kapistran in Újlak, sowie die Reliquie „Heiliges Blut” in Báta. Zur Gestaltung dieses Ruhmes spielte neben den Wallfahrten auch die Familie Garai, eine prominente hochadelige Familie des Landes eine wichtige Rolle, da das Entkommen und Gelübde von Janos Garay im Jahre 1415 den Ort Báta landesweit berühmt machte. In dieser Studie wollten wir die Frage beantworten, wie sich die Geschichte der hochadeligen Familie und der Aufstieg von Báta verknüpfen. Irgendwann in den letzten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts hat sich in der Kirche der vom St. Ladislaus gegründeten Benedikterabtei ein eucharistisches Wunder zugetragen, deshalb wurde sie immer bedeutsamer und wurde zugleich zu einem berühmten Pilgerort, welcher in den 1380-er und 1390-er Jahren sogar von den Herrschern aufgesucht war. Zu dieser Zeit war Miklós Garai I. der Palatínus des Landes, der selbst auch Báta aufsuchte, ist aber im Jahre 1386 in der Schlacht bei Gara während der Verteidigung der Königinnen ums Leben gekommen. Beide seiner Söhne waren auch da, Miklós der ältere Sohn konnte entfliehen, János der jüngere ist aber kurzzeitig in Gefangenschaft des Feindes geraten. Von hier an wurden beide Söhne dem König Zsigmond (Siegmund) eng anhängig und nahmen fast an allen militärischen Aktionen teil. In ihrem Lebensgang war die nächste Abschnittsgrenze die Gefangenschaft von Zsigmond, da der König in ihrer Burg in Siklós bewacht war und János Garai wurde zu einem Geisel statt des Herrschers gestellt. Nach seiner Befreiung konnte dann der König durch die aktive Hilfe der Gebrüder Garai seine Macht konsolidieren. Nach der Befreiung des Königs Zsigmond wurde Miklós Garai II zum Palatínus erwählt. Zu seiner Familie gehörte die Familie Szanai, deren Mitglied Pál (Paul) zwischen 1400 und 1427 zum Abt in Báta wurde. János Garai wurde zum Gespan von Temes ernannt und nahm beinahe an allen militärischen Aktionen vom König Zsigmond an. Er kämpfte 1406 sogar gegen die Mohren in Iberien und unternahm eine Wallfahrt nach Compostela, dann im Jahre 1410 heiratete er Hedvig, die Tochter des Prinzes in Masowien. Mit seiner Führung organisierte sich der Krieg in Bosnien, der die anarchischen Verhältnisse im Balkan regulieren wollte. Die Ungarn erlitten jedoch in der entscheidenden Schlacht eine schwere Niederlage und ihre Generale gerieten in Gefangenschaft. Im Leben von János Garai war es schon die dritte Gefangenschaft und wandte sich zum Heiligen Blut in Báta, wobei er ein Gelübde ablegte: wenn er entfliehen kann, macht dann eine Wallfahrt zu diesem Pilgerort. Von den Generalen konnte er als Erste entfliehen, so erfüllte er sein Gelübde. Er brachte auch seine Eisenschellen nach Báta mit und hängte sie an die Kirchentür auf 287