Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 29. (Szekszárd, 2007)
Zalai-Gaál István: Von Lengyel bis Mórágy. Die spätneolithische Grabkeramik in Südtransdanubien aus den alten Ausgrabungen. I. Analyse
Es zeigt sich, dass in Mórágy am häufigsten Frauen mit einer größeren Anzahl von Gefäßen begraben wurden. Im Grab 53 wurde eine junge Frau mit 7 Keramikgefäßen ausgestattet - es handelt sich um die Bestattung mit den meisten Gefäßen im Gräberfeld. In zwei weiteren Gräbern fanden sich je sechs Gefäße. Dem jungen Mädchen (Inf. II) in Grab 43 wurde zusätzlich auch ein zoomorphes Idol („Tonaltärchen") mitgegeben. Je 5 Gefäße sind in sechs Bestattungen vorhanden, in zwei dieser Gräber lagen Frauenskelette. In acht Gräbern mit je vier Gefäßen wurden weibliche Individuen und nur in drei männliche Individuen bestattet Es gibt also anthropologisch definierte Gruppen, die sich durch eine hohe Anzahl von Gefäßen im Grab auszeichnen, wie z. B. diejenige der Mädchen des Lebensalters Inf. II und der erwachsenen Frauen 171 . Aus den anderen südtransdanubischen Gräberfeldern, in denen Bestattungen mit hoher Gefaßzahl vorhanden sind, sind Geschlecht- und Lebensalter-Bestimmungen nur in drei Fällen bekannt geworden. In den Gräbern 57, 92 und 108 von Zengővárkony wurden erwachsene Männer, in vier weiteren Grablegen (77, 129, 335) und dem Mórágyer Grab 109 Kinder beerdigt. Auffällig ist die Tatsache, dass in acht der Bestattungen von Zengővárkony der Schädel fehlte (83, 92, 108, 114, 119,178, 180, 335). Unter den in Aszód freigelegten 220 Gräbern findet man je 7 Gefäße - die größte Menge von Gefäßen in Gräbern dieses Bestattungsplatzes - in nur vier Fällen. Zwei Bestattungen waren je 6, weiteren 24 je 3 Gefäße und in 48 Fällen nur je ein Gefäß mitgegeben worden. 71 Gräber enthielten überhaupt keine keramischen Beigaben 172 . In Aszód legte man also am häufigsten je ein Gefäß ins Grab. Bemerkenswert ist wiederum, dass in den zwei am reichsten mit Keramik ausgestatteten Gräbern (100, 101) ein Mann und eine Frau unmittelbar nebeneinander bestattet wurden 173 . Unsere früheren Forschungsergebnisse zeigten, dass neben der Gefaßzahl auch die Zusammensetzung der Keramik pro Grab eine wichtige Rolle gespielt haben dürfte 174 . Mehrere Bearbeiter haben in den Grabbeschreibungen auf das Vorkommen der einzelnen Gefaßgattungen hingewiesen. Häufig wurde aber die Gefaßgattung - besonders bei den fragmentarisch überlieferten Exemplaren - nicht angegeben. Insgesamt liegen aus den südtransdanubischen Lengyel-Bestattungen nach unserer Kenntnis mindestens 1687 Keramikgefäße vor. Davon gehören 27,9% (435) zu den Fußgefäßen, 34,3% (536) zu verschiedenen Bechertypen, 0,6% (11) zu Näpfen, 1,5% (25) zu Krügen und je 0,06% (1-1) zu den „Amphoren" und zoomorphen Gefäßen. Bis zu 11,6% (182) sind zur Gattung der Butmir-Gefaße und 16,5% (258) zu den Schüsseln zu rechnen. Insgesamt 110 Exemplare konnten auf Grund der Publikation bzw. Dokumentation keiner keramischen Gattung zugeordnet werden, da sie nur als „Gefäß" oder „Gefäße" erwähnt wurden. Auch auf dem Erdwerk von Lengyel sind 60 derartige Artefakte vorhanden. Im Gegensatz zu den südtransdanubischen Gräberfeldern, wurden in Aszód Fußgefaße - gewöhnlich kleinere Exemplare - nur vereinzelt niedergelegt 175 . Gewöhnlich wurden einzelne Becher beigegeben. Krüge oder Schultergefaße sind nur für einige Gräbergruppen von Zengővárkony typisch. Allein in der Gräbergruppe Zengővárkony 6c sind 13 Exemplare dieser Gattung vorhanden, und auch sie gelangten einzeln ins Grab. Nur in den Bestattungen 187 und 355 fanden sich je zwei Krüge. Erwähnenswert ist, dass an diesem Fundplatz die sechs mit Krügen ausgestatteten Gräber in räumlicher Nähe zueinander lagen. Bei einer dieser Bestattungen fehlte der Schädel. Eine der charakteristischsten Keramikgattungen in Südtransdanubien stellen die Butmir-Gefaße (Gefäße mit eingezogener Mündung) dar. Je zwei Exemplare dieses Typs in einem Grab kamen insgesamt bei nur neun Bestattungen zum Vorschein. Auffällig ist, dass im Friedhof von Aszód nur ein einziges derartiges Gefäß geborgen wurde 176 . Die verschiedenen Keramikgattungen (1A - Fußgefaße, IB - Becher, IC - Näpfe, ID - Krüge, 2 A Butmir-Gefaße, 2BC - Schüsseln/ Schalen) 177 aus den 329 Bestattungen, in denen mehr als ein Gefäß vorhanden war, bilden insgesamt 29 Kombinationen [1. la-lb , 66 (20,0%); 2. la-lb-2a , 44 (13,3%); 3. lalb-2a-2bc , 41 (12,4%); 4. la-lb-2bc , 32 (9,7%); 5. lb-2bc , 26 (7,8%); 6. la-2bc. 22 (6,6%); 7. lb-2a , 18 171 ZALAI-GAÁL 1986b. 172 KALICZ 1985, 38. 173 Ebd. 39. 174 ZALAI-GAÁL 1988. 175 KALICZ 1985, 39. 176 Ebd. 177 Die Unterscheidung von Schüsseln und Schalen war nach den älteren Grabbeschreibungen nicht immer möglich. 27