Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 28. (Szekszárd, 2006)
Zalai-Gaál István: A lengyeli kultúra tengeri kagylóékszerei a Dél-Dunántúlon
zeigt Diagramm 8 vor. In Tabelle 1 werden die wichtigsten Merkmale (Geschlecht und Lebensalter der Skelette, zeitliche Einordnung und Muschelschmucktypen nach Séfériades) der muschelschmuckführenden Gräber dargestellt (Zeichenerklärung: $• = Kindergrab, E = Erwachsener, zv = Zengővárkony, vk = Villány kövesd, áp = Szekszárd-Ágostonpuszta, L = Lengyel, m = Mórágy-Tüzkődomb, pa = Pári-Altacker, t = Tevel-Zsidóhegy, gy = Györe-Bocok, la = Frühhorizont, lb = Übergangshorizont, IIa = Späthorizont). Die scheibenförmigen oder die längeren zylindrischen Spondylusperlen und die Dentaliumperlen wurden in 64,7% (55) der Fälle als Teile von Halsketten getragen. Bei 8,2% (7) der Bestattungen fand man Gürtel aus Spondylusperlen. Annketten aus scheibenförmigen Spondylusperlen sind in 4,7% (4) belegt. Das Vorkommen von runden oder ein wenig ovalen Spondylusarmringen mit geschlossenen oder offenen Enden ist für 9,4% (8) der muschelschmuckführenden Skelette typisch. Charakteristisch sind weiterhin die Anhänger aus Spondylus (7,0%), die viermal in Lengyel und dreimal in Zengővárkony dokumentiert wurden. Im Kindergrab 2 von Pári-Altacker lag die faßförmige Spondylusperle auf dem Schädel des Skelettes und eine große scheibenförmige Perle aus Spondylus wurde im Grab 202 von Lengyel in einem Butmir-Gefäß deponiert. Auch bei dem Grab 110 von Zengővárkony kann man annehmen, daß die große scheibenförmige Spondylusperle in einem Butmir-Gefäß hingelegt wurde. Die Dentaliumperlen wurden am häufigsten als Teile von Halsketten, meistens mit Spondylus- und/oder Kupfer- bzw. Malachitperlen kombiniert, getragen. Das Vorkommen der untersuchten Spondylusfunde konzentriert sich in Südtransdanubien auf zwei große Gräberfelder: In Mórágy sind viele Typen und eine besonders große Fundanzahl typisch, in vier Gräbergruppen des Gräberfeldes von Zengővárkony wurden hingegen nur sehr wenige (1-2) Toten mit Spondylusschmuck ausgestattet. Dentaliumschmuck fossilen Herkunfts sind sowohl für Mórágy und Zengővárkony als auch für die Gräber Lengyel, Györe und Villánykövesd kennzeichnend. Aus fossilem Ostrea geschnitzte Schmuckstücke sind in Zengővárkony zweimal und in Mórágy einmal nachgewiesen. Die Daten deuten darauf hin, daß der Handel mit den Rohmaterialen fossilen Herkunfts konnte keineswegs so bedeutend sein als der der rezenten. In der Arbeit werden auch nach den Parallelen der südtransdanubischen Lengyel-Funde in den gleichzeitigen und benachbahrten mittel- und südosteuropäischen Kulturen gesucht und der Autor betrachtet auch ihre Prämissen während der vorangehenden neolithischen Entwicklungsperioden (südosteuropäisches Frühneolithikum, östliche und westliche Linienbandkeramik). Aus dem behandelten Bereich ist der Depofund von Szekszárd-Palánk erwähnungswert: Das in einer Tiefe von 140 cm, ohne andere Funde geborgene Ensemble enthält 14 erhaltene Stücke, d. h. drei breitovale Spondylusarmringe, einen am Rand zweimal durchbohrten und unregelmäßig ovalen Anhänger aus Spondylus, neun lange, dicke und zylindrische Spondylusperlen (Halskette). Noch eine runde Spondylusperle gehört zu diesem Befund, der aufgrund der Parallelfunde auf die Zeitperiode der mitteleuropäischen Linienbandkeramik datiert werden kann. Tabelle 3 zeigt das Vorkommen der Schmucktypen aus Meeresmuscheln in den mittel- und südosteuropäischen neolithischen Kulturen. Das Vorkommen der behandelten Fundtypen deuten auf engere Zusammenhänge einerseits zwischen der mitteleuropäischen Linienbandkeramik und der südtransdanubischen Lengyel-Gruppe, anderseits zwischen der Alföld-Linienbandkeramik, der Theiß-Kultur, Csőszhalom und Aszód. Die Zahl und der Anteil der mit Seemuschelschmuck ausgestatteten Bestattungen auf den Nekropolen und Gräbergruppen der östlichen und westlichen Linienbandkeramik und der Lengyel-Kultur wird in Tabelle 4 vorgezeigt. Geschlecht und Lebensalter sind nur bei 33 mit Seemuschelschmuck beigesetzten südtransdanubischen Skeletten bekannt. In 25,0% (8) dieser Gräber wurden erwachsene Frauen und in 15,6% (5) erwachsene Männer begraben. Beachtenswertes Phänomen ist dagegen, daß in mehr als der Hälfte (59,3%, 19) solcher Gräber Kinderskelette begraben wurden (Diagramm 11). 87