Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 26. (Szekszárd, 2004)

Gaál Attila: Hódoltságkori cseréppipák a Wosinsky Mór Múzeum gyűjteményében

Attila Gaál Irdene Pfeifen aus der Zeit der Türkenherrschaft in der Sammlung des Wosinsky Mór Museums Die in diesem Artikel beschriebenen irdenen Pfeifen wurden zwischen dem Ende des XVI. und Ende des XVI. Jahrhunderts gefertigt, einige Bruchteile aus der Feldforschung können jedoch mit einigen Jahrzehnten später stammen. Die meisten Teile tauchten beim Aufschluss der - etwa 4 km nördlich von Szekszárd zu findenden - ehemaligen türkischen Pfahlburg „Jeni Palánka", bzw. bereits in den Jahren der vorläufigen Geländeprüfungen vor dem Aufschluss hervor. Weitere sechs irdenen Pfeifen stehen in der Burgaustellung in Simontornya, der Fundort dieser Pfeifen ist aber nicht geklärt. Sie stammen vermutlich aus dem Gelände des heutigen Budapest und wurden an Simontornya verliehen. Aufgrund der Stilart finden wir unter den Pfeifen einige, die die Traditionen der niederländischen Pfeifenfertigung übernehmen. Meistens entsprechen sie aber den türkischen Geprägen - rote, weisse, knochenfarbige und graue Pfeifen ohne Glasur, sowie meistens gelbe und grüne Pfeifen mit Glasur. Die Pfeifen sind am Kopf, Hals und Pfeifenrohrende mit pflanzlicher Ornamentik und Spalte reichlich geziert, die Zahl der mit Meisterzeichen oder Aufschrift versehenen Stücke sind relativ wenig. Die zwei interessantesten irdenen Pfeifen gehören auch zu den reichlich gezierten Stücken, beide sind Bruchstücke mit Aufschrift. Beide sind hellgrau, ohne Glasur, mit reduzierter Verbrennung. Die eine (Nr. 82) gehört nun zu der Pfeifengruppe, die kurzes Rohr, Halbrundkopf und einen sich ausbiegenden Kelch haben, die andere (Nr. 83) vertritt aber eine bisher unbekannte Variante mit langem spaltigen Hals (und leider mit unbekannten Kopf und Kelch). Die mit einem Musterrad aufgetragene Zierde mit Punktzeilen ist nun auf beiden Pfeifen erkennbar, genauso wie die mit einem lanzenförmigen Stempel eingeschlagene Zeichnung. Der Halsring beider Pfeifen ist betont, aber der Halsring am Fund Nr. 82. - der in einem Garten im nördlichen Stadtteil „Kisbödő" in Szekszárd gefunden wurde - wird mit gedrehten Linien- und laufenden Hündeeinschnitten geziert, wobei der Fund Nr. 83. - der beim Burgaufschluss in Palánk hervortauchte - am Halsring über sog. doppelte Mihrab-Zeilen verfügt - genauso in gedrehter Richtung. Die Aufschrift mit arabischen Buchstaben ist jedoch fast identisch; am Kopf des Fundes Nr. 82 wiederholt sich der folgende Text viermal: LIQA> AL MAHBU(B), es bedeutet: (Zusammentreffen mit der geliebten Person". 39 Nach einer anderen Lesart: LIQUA AL-MAJBUR, im übertragenen Sinn: „Treffen des zum Gott gezwungenen (al-majbur) (mit dem Gott?)". Den Hals der Pfeife Nr. 83. umläuft die Aufschrift nur einmal, ist aber um ein Wort länger: AL QLIJB LIQA> AL MAHBU(B), d.h. „(Zusammentreffen der Mutigen mit der geliebten Person" . Die Bedeutung dieser Aufschriften ist wegen der unterschiedlichen Deutbarkeit der arabischen Wörter ziemlich schwierig. Es scheint aber sehr vermutlich zu sein, wer „die geliebte Person" trifft, muss der Besitzer der Pfeife sein. Die zweite erweiterte Aufschrift lässt sich ahnen, dass es hier vielleicht um Soldaten (siehe Mutige!) geht. Sollte aber „die geliebte Person" Gott symbolisieren, oder ein anderes, die Glückseligkeit darstellende „ geistiges Wesen " - ist nur reine Mutmaßung. Es gilt auch dafür, ob ihm die Glückseligkeit den Genuss des Tabaks oder des mit Tabak gemischten Opiums herbeiführte, oder die Bedeutung dieser rätselhaften Aufschrift ganz anders ist. Zwei abgetragene, matte Bruchteile mit Grünglasur stammen auch aus dem Gelände der ehemaligen Burg in Palánk, das Bruchteil Nr. 98. ist ein Einsprengsel von der Oberfläche, das andere mit der Nr. 99. tauchte jedoch beim Burgaufschluss auf. Das erste Stück ist voller Überraschung: der Körper eines Tieres mit Schuppen (Fisch oder Krokodil?) bildet nämlich den Pfeifenkopf, die Augen und der offene Mund mit Zähnen dieses Tieres den Hals. In diesem offenen Mund ist das walzenförmige Pfeifenrohrende. Die zweite Pfeife ist genauso mit Grünglasur, die Grösse ist auch millimetergenau mit der ersten Pfeife. Ihre Oberfläche ist jedoch nicht hohl, sondern mit winzigen hochrunden Zeichnungen geziert, über weitere Informationen verfügen wir leider wegen des fehlenden Kelchs nicht. Herzlichen Dank an den Mitgliedern der Internet Mail-Liste „Islamic Coins Group" für die Auslegung und Lösung der mit arabischen Buchstaben geschriebenen Stempelaufschrift. Für die Bedeutung und Auflösung der zweiten Aufschrift sprechen wir unseren Dank an Herrn Mihály Dobrovits aus. 294

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