Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 26. (Szekszárd, 2004)
Gaál Attila: Hódoltságkori cseréppipák a Wosinsky Mór Múzeum gyűjteményében
Sollte die Tierfigur auf dem Bruchstück Nr. 98. einen Wahlfisch darstellen, so gehört unser Fund zu dem weiteren Kreis der Pfeifen aus Ulm. In diesem Fall ist es aber interessant, dass sich der Feuerraum bei den ulmer Pfeifen immer aus dem Fischmund erhebt und einen - mit dem Pfeifenraucher in gegenüberstehende Richtung sehende - Mannkopf bildet, wobei auf unserem Stück die Lage der Tierfigur ungekehrt ist und obwohl der Kelch fehlt - sich keine reale Möglichkeit für die Versetzung des Mannkopfes anbietet. Sollte die Tierfigur ein Krokodil symbolisieren, so müssen wir nach der Bedeutung der Darstellung in dem mit dem Rauchen verbundenen westeuropäischen Anekdotenkreis suchen, die jedoch das Thema einer späteren Forschung bilden kann. Die beiden rotgelblichen unglasierten Pfeifen in der Ausstellung in Simontornya wurden vermutlich Ende des XVII. oder Anfang des XVIII. Jahrhunderts gefertigt (Nr. 102-103.). Die mit Musterrad und Musterwalzen gezierten Pfeifen stellen in allem die Form und Charakter der späteren türkischen Pfeifen. Die dichten linienförmigen Schnitte und Spalte des oberen Teiles, bzw. der ganzen Oberfläche des Pfeifenkopfes, der voranlaufende untere Vorsprung des Pfeifenhalses mit dem dynamischen laufenden Hundmotiv, oder der mit turbanförmigen Punktzeilen gezierten Halsring zeigen alle diese Richtung mit Bestimmheit an. Das eingestempelte Meisterzeichen an der linken Seite des Pfeifenkopfes Nr. 102. ist auch ein Beweis dafür. Laut der im Stil der persönlichen Stempeln gefertigten Aufschrift war der Hersteller ein bestimmter Ibrahim, der seinem eigenen Namen das - die Selbsterniedrigung ausdrücklich bezeichnende - persische Wort „bande" (Sklave, Untergebene) anhängte, welcher Wortgebrauch an den späteren Stempeln aus dem XIX. Jahrhundert allbeliebt war. Der am Stempel von dem Namen links stehende Ortsname „Rukn alSalheeya" deutet auf den Betätigungsort des obenstehenden „Ibrahim bande" hin. Dieses letzterwähnte Pfeifenbruchstück kann also ein von der weiteren Gegend des Reiches stammendes Stück sein, das von einem Händler oder dem Besitzer eingeführt wurde; die andere Pfeife Nr. 103. konnte eher am Ende der Türkenherrschaft und vielleicht in Ungarn gefertigt werden. Wir hoffen, mit diesem Artikel zu einer weiteren Forschung der irdenen Pfeifen aus dem XVI-XVIII. Jahrhundert beigetragen zu haben. 41 Hiermit bedanke ich mich Herrn Gábor Tomka für seinen mündlichen Hinweis. Das Krokodil ist ihm genauso ungenießbar, die Geschichte über einen stark rauchenden Schiffsmann ist jedoch - ohne weitere genauere Beschriebung - als eine einfallsreiche Idee mit unserem Fund zu verbinden. 295