Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 24. (Szekszárd, 2002)

System hoben wir den metrischen Teil - d. h. die meßbaren Merkmale - aus. Die Grundmaße (Länge, Breite, Höhe) bedeuten immer die Maximalspanne in der betreffenden Ebene. 9 Die Klassifizierung der geschliffenen Steingeräte der Lengyel-Kultur haben wir mit Hilfe eines hierarchisch aufgebauten merkmalanalytischen Systems, anhand der Nomeklatur aus dem Seminar des Instituts für Vor- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie der Universität Saarbrücken vorgenommen. 10 Die typologische Methode beruht darauf, daß ein menschliches Produkt bewußt oder unbewußt einmal nach den vorhandenen Vorbildern und zum zweiten in dem Streben, daß neuzuschaffende Produkt besser bzw. schöner geformt wird. Für die Anwendung der typologischen Methode gibt es kein allgemein gültiges Rezept, auf der anderen Seite darf es aber nicht dem Formengefühl des Einzelnen überlassen bleiben. Wir sollen also keinesfalls nur eine formalmechanische Entwicklung konstruieren, sondern immer wieder den Zusammenhang mit der allgemein-historischen Entwicklung herstellen. Die Erfassung des Fundstoffes geschieht nach bestimmten morphologischen, metrischen und technologischen Grundeinheiten. Die Grundeinheiten, nach denen die Gegenstände abgefragt werden, müssen definiert werden, um verständlich zu sein. Diesem Gedanken entspricht die Typologie: sie ist ein Komplex verschiedenartiger aufeinanderfolgender Arbeitsgänge, in denen das Fundmaterial ausgewertet wird. 12 Die Merkmale sind die kleinsten, in der vorliegenden Untersuchung unterschiedenen Eigenschaften, undzwar sowohl innerhalb der Kategorien als auch innerhalb der einzelnen Aspekte. 13 Ähnlichkeit von Objekten oder Merkmalen erkennt man durch den Vergleich. Ähnlichkeit von zwei (oder mehr) Objekten kann sich in vielen, aber auch wenigen ähnlichen Merkmalen äußern. Es ist sehr wichtig, daß die Merkmale jedes Individuums der Analytiker je nach Bedarf beliebig genau beschrieben werden kann. Abhängig von der Fragestellung kann auch eine Kombination von Objekten als selbstständiges Individuum angesehen und entsprechend ausgewertet werden. Es sind aber nicht alle aufgenommenen Merkmale für die Untersuchungen gleicher Weise bedeutsam. Es dürfen nur die Merkmale berücksichtigt werden, die für die Fragestellung als relevant gelten. Die erste Aufgabe ist es also, die typologischen Einheiten zu bestimmen und sie in ihren ursprünglichen, prähistorischen Zusammenhang zu stellen. Es stehen uns also als einzige eindeutig zeitgebundene, voneinander unabhängige Quellen, die Typen und ihr Zusammentreffen in geschlossenen Fundkomplexen zur Verfügung. Die geschlossenen Fundeinheiten sind für unsere Analyse von bedeutendester Wichtigkeit, da gewisse typologischen Erscheinungen (Typen) oft miteinander vergesellschaftet vorhanden sind, die sind also gleichzeitig. a. Das Ziel unserer Arbeit ist in erster Linie die Materialvorlage der bis 1995 entdeckten Exemplare des geschliffenen Steingerätbestandes der Lengyel-Kultur aus dem behandelten Gebiet; b. Das im Jahre 1991 vorgestelltes typologisches System 15 aufgrund der Profilzeichnungen und Makrountersuchungen der einzelnen Objekte haben wir verfeinert und ergänzt; c. Anhand der typologischen Änderungen der Steingeräte wird versucht, relativchronologische Konseqenzen auf die lengyelzeitliche Entwicklung Südtransdanubiens zu ziehen; d. Als grundlegende Methode werden die EDV-Methode (WINBASP), die Merkmalanalyse und die archäologische vergleichende Methode angewendet. Vor Beginn der analytischen Bearbeitung wurden alle behandelten Funde in Datenbase (dBASE III+) aufgenommen. Das Vorkommen der einzelnen typologischen Einheiten nach Fundkomplexen wurde in einer abschreibenden Matrixtabelle dargestellt. Darauffolgend kann die Ausweitung mit Hilfe von Seriation vorgenommen werden. „Seriation meint heute allgemein die Anordnung von Elementen in einer Serie in der 9 Ebenda. 10 Für die Hilfe von Herrn Prof. Jan Lichardus möchte ich mich auf dieser Stelle herrzlich bedanken! 11 SCHLETTE 1975,26. 12 GOLDMAN 1972, 3. 13 STEHLI 1973, 57. 14 GOLDMAN 1972, 3. 15 ZALAI-GAÁL1991. 8

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