Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - Max Martin: Awarische und germanische Funde in Männergräbern von Linz-Zizlau und Környe. Ein Beitrag zur Chronologie der Awarenzeit

6. Jahrhundert und der Zeit um 600 zuweisen. Bei der Datierung der awarischen vielteiligen Garnituren kann man von folgenden Befunden ausgehen: Aufgrund des Belegungsvorgangs im großen Friedhof von Alanyán (Abb. 11.12) sind, wie I. KOVRIG 1963 und H. W. BÖHME 1965 zeigen konnten, Gürtel unserer Formen­gruppe 3 mit Sicherheit jünger als die frühawarische Formengruppe 2, aber auch eindeutig älter als die unmittelbar nachfolgende Formengruppe 5 (Typ Igar und verwandtes), die in Környe nicht mehr vertreten ist. Von diesen beiden mittelawa­rischen Formengruppen 3 und 5 ist die ältere Gruppe 3 in Környe mit Formen­gruppe 4 (Pseudoschnallenbeschläge) verknüpft, sowohl im Inventar des Grabes 71 (SALAMON u. ERDÉLYI 1971, Taf. 10,15-21) wie auch anscheinend aufgrund eines ähnlichen Entwicklungsstadiums ihrer Gürtel. Bereits Gy. LÁSZLÓ 1955,255 wies die Pseudoschnallenbeschläge ins mittlere Drittel des 7. Jahrhunderts, was. m. E. heute noch richtig ist 27 : Die Fürstengräber von Kunbábony, das erst 1971 entdeckt wurde, und von Malája Perescepina, das durch Münzen des Constans II (t. p. 641/46) datiert wird, sind nicht nur durch ihren Gürtel mit Pseudoschnallenbeschlägen, Hauptriemenzunge usw. in massiver Perlrandfas­sung (s. o.), sondern auch durch einen zweiten Prunkgürtel mit granulierten Dreiek­ken bzw. Rhomben in feiner geperltem Rahmen (TÓTH 1986; KÜRTI u. MEN­GHIN 1986,50 Nr. 7 und Abb. 42; WERNER 1984, Taf. 39,3.4) sehr eng miteinander verwandt und darum wohl zeitgleich. Die gleiche Vergesellschaftung zeigt offenbar auch der durch Münzen des Constans II (641-668) datierte Fund von Kelegeja bei Cherson (BÁLINT 1989, 95 und Abb. 40,2.8). Mit großer Wahrscheinlichkeit wird man damit die Formengruppen 4 (und 3) als Gürtel der älteren Mittelawarenzeit (MA I) der Mitte und vielleicht schon dem 2. Viertel des 7. Jahrhunderts zuteilen dürfen. Zu diesem Zeitansatz paßt, daß in Szeged-Makkoserdő Grab 24 ein Gürtel der nachfolgenden Formengruppe 5, der schon wiederholt - z. B. bei KOVRIG 1963, 131.185.229 ) beschrieben, aber anscheinend noch nicht publiziert wurde, durch einen Solidus des Constans II und Constantinus IV (659-662) (DAIM u. LIPPERT 1984,85) ins 3. Viertel des 7. Jahrhunderts gewiesen wird. Diesen Zeit­raum möchte ich für die jüngere Mittelawarenzeit (MA II) und die sie charakteri­sierende Formengruppe 5 vorschlagen. Da in Környe vermutlich einzig die in Grab 140 gefundene späte Garnitur der Formengruppe B laut Münzdatierung eines verwandten Gürtels (s. o.) Ma II angehört, wird die Belegung des Környer Friedhofs, soweit er untersucht werden konnte, bald nach der Mitte des 7. Jahr­hunderts ihr Ende gefunden haben. Zusammengefaßt werden für die Formengruppen 1-6 der vielteiligen Gürtel­garnituren (und die mit ihnen vergesellschafteten Funde) folgende Einteilung und absolut chronologische Gliederung zur Diskussion gestellt: vierteilige Gürtel KOVRIG 1963 Zeitphasen Formengruppe 1 Formengruppe 2 1. Gruppe FA bis 600 bis 620/30 Formengruppe 3 Formengruppe 4 2. Gruppe MAI 620/30-650/60 Formengruppe 5 2. Gruppe MAII 650/60-670/80 Formengruppe 6 3. Gruppe SPA ab 670/80 74

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