Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Kulturbeziehungen der Awaren - Tatiana Stefaničová: Schmuck des Nitraer Typs und seine Beziehungen zu Südosteuropa im 9. Jahrhundert

Anbringung auf dem unteren Bogens unterscheidet er noch 6 Varianten. Eine besondere Variante ist der gegossene halbmondförmige Ohrring mit dem geglie­derten länglichen Anhängsel, b) Die Ohrringe haben auf dem unteren mit dünnen Draht umwickelten Bogen ein sternförmiges Anhängsel. Auch hier unterscheidet er 5 Varianten, bei der letzten von ihnen ist der umwickelte Draht des unteren Bogens halbmondförmig, an welchem das sternförmige Anhängsel befestigt ist. Die 2. Gruppe gliederte er in 8 Typen auf: a) Den Ohrring mit dem unteren mit Filigran geschmückten Bogen und dem kegelartigen hohlem Anhängsel, umwickelt oben mit Spirale, schliesst unten ein Kugelchen ab. b) Ohrring mit dem hohlen, gegliederten, kegelförmigen Anhängsel, im obe­ren Teil mit der Nachahmung der Spiralwindung, darunter gerippte Ausbau­chung, am Ende des unteren Teiles ein Kugelchen. Zu diesem kann auch Chro­povskys Typ c/zugeordnet werden. d) Der Ohrring hat ein hohles Anhängsel in der Form des fünfzäckigen Ster­nes, den unteren Teil schliesst ein Kugelchen ab. e) Der Ohrring hat ein längliches, hohles, gegliedertes Anhängsel. f-g) Ohrringe mit glatten unteren Bögen und einem oder mehreren hohlen, glatten, aus zwei Teilen zusammengefügten Trommelchen. h) Ohrring mit einem glatten unteren mit Filigran geschmückten Bogen, wel­chen vom oberen Bogen hohle Trommelchen trennen, in der Mitte des unteren Bogens ist ein Trommelchen oben und zwei unten befestigt. Alle Trommelchen sind mit angeschweissten Ringen aus feinem Draht geschmückt. Der Schmuck ist aus Bronze, nur der Ohrring aus dem Grabe 14 hat ein Anhängsel aus weissem Metall. Neben diesen fand man in der Grabstätte auch Ohrringe der Gruppe des donauländischen Schmucks, besonders einfache Ringelohrringe, solche mit mehrmals zusammengedrehter esförmiger Schleife, sowie solche mit zylindri­schem, hohlem oder vollem Anhängsel. In einer kleinen Zahl kam Schmuck des Veligrader Charakters vor, besonders traubenförmige vergoldete Ohrringe oder ihre silbernen und bronzenen Varianten. Den Ohrring aus dem Grabe 57, um den unteren Bogen mit Drätchen umwickelt, können wir als Einwirkung des Karanta­ner Umkreises betrachten. Andere Gegenstände wie gestanzte Schildringe, Hals­ketten, halbmondförmige Anhängsel entsprechen dem laufenden Inventar ähnli­cher Grabstätten. In der Grabstätte wurden keine Waffen mit der Ausnahme einer Pfeilspitze gefunden. Bemerkenswert war die in den Gräbern sehr oft vertretene sehr entwickelte Keramik. In der Zeit der Bearbeitung der Funde gab es nicht viele Analogien zu den besonderen Typen des Schmuckes im Gebiete des Grossmährischen Reiches. CHROPOVSKY (1962, 212) erwähnt nur Staré Mësto, Jarohnëvice, Blucina und Brno-Zidenice in Mähren und Král'ovsky Chlmec, Trnovec nad Váhom und Sal'a in der Slowakei. Allgemein reihte B. CHROPOVSKY diese Grabstätte aufgrund der Analyse des Grabinventars in die Mitte, bzw. 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts ein. Die Unterschiedlichkeit der Ohrringformen von den laufend bekannten Schmuck­karten der donauländischen und Veligrader Gruppe führte ihn zum dem Schluss, dass es sich um eine spezifische Äusserung des Kunstgewerbes in der Slowakei handelt und diese verbreitete sich nach Süden und Südosten, besonders nach Rumä­nien (1962,212). Mit dieser Ansicht identifizierte sich im wesentlichen B. DOSTÁL 216

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