Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Kulturbeziehungen der Awaren - Tatiana Stefaničová: Schmuck des Nitraer Typs und seine Beziehungen zu Südosteuropa im 9. Jahrhundert

(1965,403-405), der die Verbreitung dieses Schmuckes nach Süden und Südosten im Zusammenhang mit Svätopluks Expansion im letzten Drittel des 9. Jahrhun­derts erwägt. M. COROVIC-LJUBINKOVIC (1970, 113-117) richtete ihre Auf­merksamkeit auf die Beziehung des Nitraer Schmucks zum Gebiete des nördli­chen Serbiens, die auf ihre auffallige Ähnlichkeit hinwies. Vom historischen Standpunkt her deutete sie mögliche Kontakte an, und zwar einerseits im Zusam­menhang mit der Verschiebung der Timocaner und Branicever in den 20. Jahren des 9. Jahrhunderts näher zu den Franken im Bemühen, vor der bulgarischen Abhängigkeit zu entweichen, andererseits im Zusammenhang mit den Christiani­sierungsanstrengungen Kocels und Methods gegen das Ende des 9. Jahrhunderts. Die Analyse der Grabfunde in Nitra-Lupka zeigt, dass in den Gräbern mit dem Nitraer Schmuck a) nur gegossene Formen der 1. Gruppe Chropovskys (Grab 7, 28), b) gegossene Formen der 1. Gruppe zusammen mit einfachen Rin­gelohrringen (Grab 14, 16, 51) eventuell auch mit glatten hohlem Trommelchen (Grab 11), c) gegossene Formen der 1. Gruppe und hohle Formen der 2. Gruppe Chropovskys (Grab 30) oder nur hohle Formen (Grab 17) vorkommen. Nur in zwei Gräbern fand man neben dem Nitraer Schmuck auch Veligrader Ohrringe (Grab 4 und 43). Eine Vergleichung des Ganzen zeigt zwei Gruppierungen in cjer Grabstätte: in der westlichen Hälfte die Nitraer Gruppe, in der östlichen Hälfte des Raumes die Veligrader Gruppe. Unter den Gräbern mit dem Veligrader Schmuck befinden sich auch solche mit Schildringen. Zerstreut im Grabstättenraum sind Gräber mit mehrfacher esförmiger Schleife. Ohne Rücksicht auf den Charakter des Schmuckes befindet sich fast in allen Gräbern hochentwickelte Keramik. Spätere Grabungen erweiterten die Fundbasis des Nitraer Schmuckes um mehrere Fundorte, nirgends jedoch ist er so zahlhaft und in einer derart aus­geprägten Form wie in Nitra-Lupka vertreten. Aus der Burgstätte Jur bei Bratislava stammen bronzene Ohrringe mit dem mit feinem Drätchen unwickelten unteren Bogen und mit Resten beschädigter gegossener Anhängsel (KRASKOVSKÁ 1963), 96). Die Burgstätte entstand schon am Anfang des 9. Jahrhunderts, wie es ein karolingischer Steigbügel belegt. Eine nähere Zeiteinreihung der Ohrringe, die den Gräbern nicht entstammen, ist nicht möglich, hypotetisch kann man sie nur in die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts einreihen. Einige Ohrringe mit gegossenen sternförmigen Anhängsel auf dem unteren mit Drätchen umwickelten Bogen und Ohrringe mit hohlem Anhängsel des 2. Typs nach Chropovsky stammen aus der Grabstätte in Trnovec am Waag aus einer älteren Beerdigungsphase in der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts (TOCIK 1971). Ein Ohrring mit hohlem kegelförmigen Anhängsel wurde im Grabe 119 in Vel'ky Grob (CHROPOVSKY 1957, 187) gefunden. Ohrringe mit hohlen sternförmigen Anhängsel fand man im Gräbhügel in Skalica (BUDINSKY-KRICKA 1959, 135). Aus dem Grabe 3 in Tvrdosovce kommt der Ohrring mit dem hohlen Anhängsel des Typs 2. nach Chropovsky (KRASKOVSKÁ-PAULÍK 1978, 106). Aus Mähren werde ich besonders Brno­Malomëfice anfuhren, wo in den Gräbern der dem Nitraer verwandte Schmuck gefunden wurde. Es waren dies Trommelohrringe mit ungeschmückten Trom­meln und dem unteren mit Drätchen umwickelten Bogen und ein Ohrring mit dem hohlen kegelförmigen Anhängsel, Typl. nach Chropovsky (POULÍK 1948, 172-173) aus dem 9. Jahrhundert mit der Benutzungsmöglichkeit schon in seiner 1. Hälfte (DOSTÁL 1966, 117). Eine breitere Vergleichung der Schmuckarten des Nitraer Typs weist beson­217

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