Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Kulturbeziehungen der Awaren - Manfred Menke: Zu den Fibeln der Awarenzeit aus Keszthely

Fibeln aus dem krimgotischen Grab (Abb. 10, 3,4). Wie bei dem Dobogó-Frag­ment der Fibelfuß ausgestaltet war, ob anthropomorph oder zoomorph, wissen wir nicht. Treffen die Münzdatierungen für Suuk-Su zu, und hier vor allem für das Doppelgrab 77 mit dem t. p. q. 597, werden die entsprechenden Fibeln wohl noch im 6. Jahrhundert einsetzen. Denn die regelhafte krimgotische Trachtsitte scheint in Suuk-Su nur bis in die Zeit um 600 zu dauern (BIERBRAUER 1971, 142). Unterstellt man zudem lebenslangen Besitz der Fibeln (MARTIN 1987,278-280), müssen Formen wie Suuk-Su Grab 86 und deren Varianten (Abb. 11) bereits in der Zeit um 550 Mode gewesen sein. Daraus folgert für den Typ Dobogó (Abb. 8,1), daß auch er möglicherweise bereits seit der Mitte des 6. Jahrhunderts im Karpatenbecken vorhanden ist. Er könnte dem Typ Suuk-Su (Grab 86) nebst dessen Varianten sogar zeitlich voraus­gehen. Beweisbar ist diese Annahme nicht; aber vielleicht darf man sich den Vor­gang ähnlich vorstellen, wie Werner 1950 das relativchronologische Verhältnis der Spiralrankenzier im Karpatenbecken zu der im krimgotischen Siedelgebiet beschreibt (WERNER 1950,164). Das Fibelpaar aus Danceny (Sowjet. Moldau­Republik, Grab 280; Abb. 11) weitet die Fundortkarte dieses Typs vom mittleren Dnjepr und von der Krim erheblich in westlicher Richtung aus. Analog dazu wird man auch Fibeltyp Gátér (einschließlich der Fundstücke aus Staasdorf, Papa und Várpalota: Abb. 9) allem Anschein als eine Form des Kar­patenbeckens anzusehen haben, die bis weit in den Osten verbreitet ist. Weil bei diesen Formen mit zoomorphem Fibelfuß das gepidische Siedelgebiet ausgespart bleibt (Gátér ausgenommen), sind Gépiden offenbar nicht beteiligt, und zwar dem Anschein nach aus Gründen der Chronologie. Wir wären somit in etwas spä­terer Zeit als die der Adlerschnallen. Das Paar Goldohrringe der Csepel-Insel (SÓS 1961,40 Abb. 11,2.3) verweist den Fibeltyp in die Zeit des Zizlauer Kindergra­bes 139. Noch in die Zeit der gepidischen Adlerschnallen könnte jedoch Typ Dobogó gehören. Denn nicht zu übersehen ist, daß die krimgotische Form aus Suuk-Su (Grab 87) stilkundlich und damit auch relativchronologisch mit dem silbervergol­deten Fibelpaar aus Magyartés (Bökény-Mindszent: CSALLÁNY 1961, Taf. 108, 1.2) zusammenhängen muß (Abb. 10,1). Dieser gepidische Fundort liegt im Mün­dungswinkel von Körös und Theiß, Csongrád gegenüber; der verhältnismäßig reichhaltige Fundbestand wird demnach insgesamt noch in die Zeit vor 567 zu datieren sein. Schließlich darf man aus dem Gepidengebiet auch Szatymaz-Fehér­tó (A) anfuhren, obschon der Fundort westlich der Theiß nahe Szeged liegt (CSALLÁNY 1961, 310). Zwar handelt es sich um ein ausgedehntes awarisches t Gräberfeld, aber es umfaßt einzelne nicht-awarische Bestattungen mit. Aus Grab 33, das einer Greisin, stammt ein Silberfibelpaar etwa gleicher Größe wie die Dobogó-Fibel (Abb. 8,2). Wenn auch einen enderen Typ darstellend, so sind die Muster der Kopfplatten dennoch fast identisch, die der Fußplatten zumindest ähn­lich (CSALLÁNY 1961 Taf. 209,17.18). Der Zeitabstand zwischen der Fibel aus dem Balaton-Gebiet und dem Paar an der Theiß wird der gleichen stilkundlichen Details wegen archäologisch kaum meßbar sein. Von besonderem Belang ist ferner, daß die beiden Szatymaz-Fibeln zum einen an der linken Schulter und zum anderen an der Brust rechts lagen (CSAL­LÁNY 1961,228). Sie wurden also in der gleichen Weise wie im krimgotischen Sie­delgebiet getragen. Das ist für das Gepidengebiet des Tieflandes nicht die Regel, 191

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