Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Kulturbeziehungen der Awaren - Darina Bialeková: Zu Deutungsmöglichkeiten der Baldenheimer Helme von Dolné

Die Helme von Dőlné Semerovce gelangten nach J. Eisner in die Slowakei noch vor der Ankunft der Awaren in das Karpatenbecken im J. 568, und es ist nicht ausgeschlossen, daß ihre Eigentümer auch Slawen gewesen sein konnten (EIS­NER 1945-1946,27), doch darauf werde ich noch zurückkommen. Es ist fraglich, ob die Datierung der Entstehung der Helme aus Dőlné Semerovce von J. Eisner schon in das 5. Jh. nicht allzu früh ist (EISNER a. a. 0., 27). Offenbar ergab sich das aus seiner Erwägung, daß die halbkugelförmigen Helme des Baldenheimer Typs älter sind als die konischen. In der Fachliteratur wurde jedoch mehrmals betont, daß die Form der Kalotte wie auch die Spangenzahl (vier oder sechs) keine wesent­liche Bedeutung für ihre Datierung haben (HEJDOVA 1964,62,70; VINSKI 1982,17). In typologischer Hinsicht gehören die Stücke aus Dőlné Semerovce zu den Spangenhelmen des Baldenheimer Typs, die allgemein für repräsentative Exem­plare gehalten werden, kein Gepräge von Schutzhelmen haben (EISNER a. a. O., 27-29; HEJDOVÁ1964,93; KÖLNIK 1984,87; WERNER 1988,252). Ihre kompli­zierte und damit auch leicht zerbrechliche Konstruktion und hauptsächlich die künstlerische Gestaltung und Motive der Verzierung deuten darauf, daß es sich hier um Helme mit zeremonieller Funktion handelte und welche die hohe gesell­schaftliche Stellung ihrer Träger andeuteten (EISNER a. a. 0., 27,29; HEJDOVÁ 1964, 60; PIRLING 1974, 477, 481; VINSKI 1982,12; KISS 1983, 281; MANEVA 1986,84; WERNER 1988,525). Erwähnen wir die Szene auf dem Plättchen aus Val di Nievole in Toskana (GRÖBBELS 1905,30-31 Abb. 22) mit dem langobardischen König Agilulf (590-616). Die Verzierung auf dem Stirnband vorwiegend mit altchristlichen Symbolen (crux gemmata, calix usw.) unterscheidet sich in ihrer Thematik und Ausfuh­rungstechnik von der Verzierung auf den Helmspangen. Es wird erwogen, daß damit eine bestimmte Absicht verfolgt wurde, in welcher der Gedanke eines ehe­maligen kaiserlichen Diadems überlebte. Hinsichtlich des Vorkommens der Helme des Baldenheimer Typs in ver­schiedenem ethnischen Milieu (Langobarden, Gépiden, Alamanen, Burgunder, Franken, Thüringer, Byzantiner und vielleicht der Awaren), doch immer an eine bedeutende gesellschaftliche Stellung der Bestatteten geknüpft, scheint es, daß die Helme des Baldenheimer Typs im 6. und in der ersten Hälfte des 7. Jh. ein über­ethnisches Gepräge trugen und vielleicht modische Waren darstellen. Was kann man heute aus der Sicht neuer Helmfunde des Baldenheimer Typs zum oben Angeführten sagen? Vor allem muß die Aufmerksamkeit auf neuere Studien dieser Problematik gewandt werden, die interessanten Anregungen zu Erwägungen über die Funktion und Herkunft der Helme des Baldenheimer Typs bringen (PIRLING 1974, 471-482; BIERBRAUER 1975,194-199; VINSKI 1982, 7­34; 1984, 77-105; KISS 1983, 274-281; WERNER 1988, 521-528 u. a.). Die Helme des Baldenheimer Typs, für welche Z. Vinski die Benennung Typ Narona/Baldenheim proponiert (VINSKI 1982, 15-16), wurden in relativ breiter Zeitspanne hergestellt, ungefähr mit der Regierungszeit Theoderichs des Großen in Italien beginnend, (493-526) oder mit der Regierungszeit Anastasius I. ( 491-518) bis zur Regierung Justinians I. (527-565) und vielleicht bis Justinus IL (565-578) in Byzanz, jedoch konnten sie auch später in die Gräber gelangt sein. Die absolute Datierung der Helme des Baldenheimer Typs dokumentieren frühbyzantinische Solidi in der Funktion von Obolen (VINSKI 1982,19, 20) in den Fürstengräbern von Planing (Leo I. - 457-474), Krefeld-Gelepp, Grab 1782 (Anastasius I. - 491-518) 12 177

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