Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)
Kulturbeziehungen der Awaren - Darina Bialeková: Zu Deutungsmöglichkeiten der Baldenheimer Helme von Dolné
und in Morken (Tiberius II. Konstantin - 578-582). Diese zeitliche Umgrenzung bestätigt auch das Depot aus Salona, in welchem Vierspangenhelme von einer byzantinischen Silberschnalle und einer Riemenzunge mit dem Monogramm des Lucinius und einer Münze Justinians I. begleitet waren (VINSKI 1982, 26, 33). Beide Helme von Dőlné Semerovce gehören zu den Baldenheimer Vierspangenhelmen, die sich vor allem im Gebiet Jugoslawiens konzentrieren (Abb. 4), und zwar mit Ausnahme des gepidischen Grabes von Batajnica (VINSKI 1954, 176-182) - im frühbyzantinischen, Anfang des 7. Jh. durch die Einfalle der Awaren und Slawen vernichteten urbanen Zentren (ganze Exemplare von Narona - Vid Kod Metkovica und Salona - Solin und Reste eines Vierspangenhelmes mit griechischen Inschriften aus Heraklea Lyncestis - Bitola [MANEVA 1986,71-88; 1987, 107-111]. Vierspangenhelme des Baldenheimer Typs fanden sich auch in antiken Städten Nordafrikas in Lybien (Leptis Magna - Lebda) und in Italien (Torriceila Peligna) und ein Fund stammt aus der Schweiz von der Mündungsstelle der Rhône in den Genfer See. Ein Exemplar eines Vierspangenhelmes befindet sich in der Leningrader Ermitage ohne Fundumstände (VINSKI 1984, 92-94, Abb. 1). In Anbetracht der angeführten Situation mutmaßt Z. Vinski, seinen früheren Standpunkt ändernd (VINSKI 1954,180,182), daß sich auch die Produktion des Baldenheimer Helmtyps an das frühbyzantinische Milieu knüpfte, und gegenüber der italisch-ostgotischen These ihrer Produktion stellte er die frühbyzantinisch-romanische These auf (VINSKI 1984,88-89, MENKE 1987,324-325). Es könnte Salona gewesen sein, das in engem Kontakt mit Ravenna stand, doch ebenfalls Thessalonice, Constantinopolis oder Alexandria. Dieser Standpunkt nähert sich sehr dem bereits erwähnten Standpunkt Gy. Lászlós, W. Holmquists oder J. Eisners. J. Werner hat in seiner neuesten Studie zu dieser Problematik mehrere Fragen angedeutet, die tiefer untersucht werden müßten, um zu einem eindeutigeren Standpunkt bezüglich der Provenienz der Helme des Baldenheimer Typs kommen zu können. Jedoch von den Funden aus den vorher angeführten byzantinischen Festungen und antiken Städten und ebenfalls aus Iustiana Prima - Caricin Grad bei Nis und Novae in Bulgarien (KAJZER - NADOLSKI 1973,136-138) läßt er zu, daß sie nicht im ostgotischen Norditalien entstanden sind, sondern in ostbyzantinischen Werkstätten angefertigt wurden (WERNER 1988, 521-523, 526). Nach der Veröffentlichung des unvollständigen Helmes aus Heracles Lyncestis, dessen Stirnreif auch eine griechische Inschrift trägt, übereinstimmend mit Z. Vinski und E. Maneva vermutet J. Werner, daß nicht nur dieses Exemplar, sondern auch sämtliche, aus urbanen Zentren stammende Exemplare des Baldenheimer Typs Helme byzantinischer Offiziere darstellen (PIRLING 1874, 477,481, MANEVA 1986, 84, WERNER 1988, 523-526). Dies ist eine interessante Ansicht, besonders wenn wir sie mit der Angabe vergleichen, die I. Bona im Zusammenhang mit der Auswertung des Grabes von Iváncsa anfuhrt (BONA 1970,257-258, Anm. 122) und in welcher er erwähnt, daß nach der Eroberung Sirmiums im J. 582 der awarische Kagan die byzantinischen Kriegsgefangenen aus Sirmium in das awarische Reich übersiedelte, wo sie noch im 7. Jh. lebten. Dasselbe geschah nach der Eroberung von Singidunum durch die Awaren. Dies könnte auch das Vorkommen der Helme des Baldenheimer Typs territorial der unmittelbaren Nähe jenes Gebietes annähern, das im 6. Jh. zweifellos bereits von Slawen bewohnt war (BIALEKOVÁ 1962, 97-148; FUSEK 1985, 195-204). Dőlné Semerovce befindet sich nämlich im unteren Eipeltal, am Südrand der slawischen Ökumene, das 178