Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die awarischer Kultur - Falko Daim: Das Gräberfeld von Zillingtal. Die Grabungen 1985–89

weitere 46 Gräber untersucht werden. 1986 wurden im Südostende des Schnittes einige Sondagen der Grabung Caspart aufgeschlossen, wodurch eine Überein­stimmung des alten Grabungsplanes mit den neuen Vermessungsunterlagen ermöglicht wurde. Im Osten wurde der Rand des Friedhofes zweifelsfrei erreicht. Nahe der Friedhofsgrenze verlaufen zwei seichte Gräben etwa in nordsüdlicher Richtung. Der östliche wird mehrfach von awarischen Gräbern geschnitten, ist daher älter als diese, nach Ausweis weniger Keramikfragmente wohl neolithisch; der westliche schneidet seinerseits Gräber, ist daher jünger. Genauere Datierun­gen können zur Zeit nicht gegeben werden. 1987 wurde die bisherige Grabungsfläche nach Norden um etwa 415 m 2 erweitert, wobei die Grabnummer D 138 erreicht wurde. Im Sommer 1988 konnte im Norden und Süden an die bisherige Grabungsfläche anschließend ein Areal von etwa 450 m 2 untersucht werden. Das letzte entdeckte Grab erhielt die Num­mer D 186. Die bislang letzte Kampagne fand Juli und August 1989 statt. Diesmal wur­den insgesamt vier Schnitte von je rund 180 m 2 parallel zur ehemaligen Feldbahn angelegt, drei nördlich der bisherigen Grabungsfläche und einer südlich davon. Nahe des nördlichen Friedhofrandes, der nunmehr erreicht wurde, fanden sich spätawarische Gräber mit kennzeichnenden Trachtbestandteilen. Die Kampagnen 1985-89 erbrachten insgesamt 229 Gräber. Den 1927-30 erschlossenen Friedhofsteil eingerechnet, konnten somit bis dato 440 Gräber geborgen werden. Schon 1984 wurde ein wellenbandverziertes, grobes Keramikfragment publiziert, das östlich des Gräberfeldes gefunden worden war (Nowak 1983). In der Folge wurden die Feldbegehungen gerade in Hinblick auf eine vielleicht zum Friedhof gehörende Siedlung intensiviert und mehrere mit Sicherheit awarische Funde gesammelt. Eine gezielte archäologische Untersuchung ist für die nächsten Jahre geplant. Der Friedhof wurde vermutlich im beginnenden 7. Jahrhundert angelegt (Grab D 3) und bestand zumindest bis zum Ende des 8. Jahrhunderts (z. B. Grab M 18). Die im Zuge der Kampagnen 1985-88 freigelegten Bestattungen gehören jedoch alle der Früh- und Mittelawarenzeit an, lediglich am nördlichen Rand des Friedhofes (Kampagne 1989) finden sich auch Gräber der Spätawarenzeit I.) Von besonderer siedlungshistorischer Bedeutung sind naturgemäß eine Anzahl frühawarischer Gräber, wie das Grab D 3 der Kampagne 1985, in dem ein vornehmer Aware mit seiner Tracht und seinen Beigaben bestattet worden war. Beim Schädel fanden sich Zopfspangen aus Bronzeblech und zwei kleine, teil­weise aus Gold gefertigte Bommelohrringe. Aufsehenerregend war der ausgefalle­ne, mit Dreiergruppen von Ziernieten, Beschlägen (?) mit Bronzeklammern, Kne­belbeschlägen und Blechriemenzungen verzierte Gürtel des Toten, vor allem aber das einschneidige Schwert, das mit seinen Hängeösen in unserem Raum ein Uni­kat darstellt. Vom Reflexbogen blieben die Beinbeschläge erhalten. Aufgrund der typochronologischen Einordnung der Funde dürfte das Grab bereits im ersten Viertel des 7. Jahrhunderts angelegt worden sein und ist damit das bislang früheste ungestörte (nicht beraubte) awarische Männergrab Österreichs. Die teilweise gut erhaltenen Fundobjekte - das einschneidige Schwert wies noch große Teile der hölzernen Scheide auf- wurden zur Restaurierung in das Römisch-Germanische Zentralmuseum nach Mainz (BRD) gebracht, da man in Österreich mit derartigen 156

Next

/
Thumbnails
Contents